Hühneraugen: Gefahr für Diabetiker

Es ist zweifelsohne kein appetitliches Thema. Doch man muss darüber reden. Speziell jetzt in dieser Jahreszeit, wenn viele von uns bereits Monate lang feste und oft viel zu knappe Schuhe tragen. Wenn der Winter – zumindest dem Kalender nach – seinen Höhepunkt überschritten hat, dann klagen besonders viele Frauen und Männer über harte Haut an den Füßen und über Hühneraugen. Beides unangenehm und in den meisten Fällen mit Schmerzen verbunden, wenn man nicht rechtzeitig etwas dagegen tut.

Durch Druck entstehen Hühneraugen

Und so kommt es zu diesen Verhärtungen an den Füßen, überwiegend an den Fußsohlen: Sobald die oberste Hautschicht immer wieder starken Reibungen ausgesetzt ist, produziert sie einen Schutzwall. Abgestorbene Hautzellen werden dick. Das geschieht in den meisten Fällen dann, wenn ein zu enger Schuh immer wieder an der gleichen Stelle den Fuß drückt und daran reibt. Zum Schutz und zur Abwehr produziert die Oberhaut eine Schwiele. Wenn der Druck weiter besteht, dann bildet sich ein Hühnerauge. Das heißt: Inmitten der Schwiele entsteht ein sehr harter, tiefer Kern, der sich nach innen zuspitzt. An sich würden die Schwiele sowie das Hühnerauge keine Schmerzen verursachen. Die entstehen erst dann, wenn die harte Haut oder das Hühnerauge auf einen Nerv drücken, der unmittelbar unter der Haut verläuft. Das kann dann sehr weh tun. Außerdem kann es dabei zu einer Entzündung kommen. In diesem Fall sollte man besser den Arzt oder einen guten Fußpflege-Salon aufsuchen.

Hühneraugen entfernen

Wie behandelt man nun eine Schwiele, ehe sich ein Hühnerauge gebildet hat? Man muss sich bemühen, die harte Haut zu entfernen, damit sie nicht weiter auf den Nerv drücken kann.

  • Die erste wichtige Maßnahme: Man muss den harten Hautbereich aufweichen, damit man daran arbeiten kann. Dazu nimmt man am besten ein Fußbad mit sehr warmem Wasser. Nach 15 bis 20 Minuten ist es so weit: Man nimmt die Füße aus dem Wasser und trocknet sie ab.
  • Nun brauchen Sie einen Bims-Stein. Das ist ein sehr leichter, lockerer Vulkan-Stein. Damit bemühen Sie sich nun, sanft die harte Haut zu reiben und abzutragen. Gehen Sie dabei nicht zu fest vor, damit die harte Hautschicht nicht zur Gänze weggerieben wird. Sonst hinterlassen Sie eine wunde Stelle. Das ist gefährlich, weil es zu einer bakteriellen Infektion kommen kann. Die beste Lösung: Versuchen Sie jeden Abend nach einem Fußbad eine dünne Schicht abzutragen. Da muss man Geduld haben. Eine extrem harte Hautstelle braucht bei täglichem Reiben oft mehrere Wochen, bis sie schonend abgetragen worden ist.
  • Wer sich dieser Mühe nicht unterziehen will, der hat andere Möglichkeiten für das Aufweichen der harten Haut und des Hühnerauges. Betupfen Sie die betroffene Stelle mit kalt gepresstem Olivenöl oder mit Rizinusöl. Danach legen Sie ein Hühneraugen-Pflaster aus der Apotheke auf, damit der Druck abgefedert wird. Noch wirksamer ist das Aufweichen der harten, schwieligen Haut, wenn man mit dem Olivenöl oder dem Rizinusöl einen Wattebausch tränkt und diesen direkt auf die Haut auflegt und darauf erst ein Pflaster setzt.
  • Wenn es sich um ein Hühnerauge handelt, kann man nach dem Baden oder Duschen oder nach einem Fußbad ein Hühneraugen-Pflaster mit Salizylsäure auflegen. Der mit Salizylsäure getränkte Teil des Pflasters darf nur auf der harten Haut aufliegen. Weiche, gesunde Haut kann verätzt werden. Also, Vorsicht.
  • Solange das Hühnerauge oder die harte Haut nicht komplett entfernt sind, macht es Sinn, zum Vermeiden von Schmerzen und zur Entlastung des Drucks ein Stück selbstklebendes Vlies aufzutragen. Wenn das Hühnerauge zwischen den Zehen sitzt, kann man mit einem kleinen Keil aus Schaumstoff eine Reibung verhindern. Wenn das Hühnerauge weich ist, sollten Sie einen erfahrenen Fußpfleger oder eine Fußpflegerin aufsuchen, damit man es entfernt. Versuchen Sie niemals selbst, mit einem scharfen Gegenstand an der harten Haut oder an dem Hühnerauge Hand an zu legen. Immer wieder greifen manche unvorsichtiger Weise zu einem Messer oder einer scharen Klinge. Hände weg davon. Man kann damit eine schwere Infektion auslösen und kann sich obendrein gefährlich verletzen.

Diabetiker: Mit Hühneraugen zum Arzt

Besonders vorsichtig muss der Diabetiker mit harter Haut und mit einem Hühnerauge am Fuß umgehen. Auf Grund von Durchblutungsstörungen kann es viel schneller zu einer Entzündung kommen. Wer an Diabetes leidet, sollte Schwielen und Hühneraugen an den Füßen prinzipiell vom Arzt behandeln lassen.

Das Wichtige bei diesem Thema ist zweifellos die Vorbeugung. Wer gesunde Füße hat, der sollte ganz bestimmte Maßnahmen setzen, damit es erst gar nicht zu einer harten Haut oder zu einem Hühnerauge am Fuß kommt. Was man in diesem Zusammenhang beachten sollte, ist ganz einfach und überaus leicht durchzuführen:

  • Frauen und Mädchen sollten Schuhe mit hohen Stöckeln nur sehr selten tragen. Der Druck auf die Zehen ist einfach zu groß. Die Gefahr, dass hochhackige Schuhe Druckstellen und Hühnerauen verursachen, ist sehr, sehr groß.
  • Achten Sie beim Kauf von Schuhen darauf, dass diese bequem sind. Daher sollte man niemals am Morgen Schuhe kaufen. Tun Sie das besser am Nachmittag, wenn die Füße im Laufe des Tages etwas angeschwollen sind. Schuhe, die man am Morgen gekauft hat und die durchaus gepasst haben, sind oft am Nachmittag viel zu eng.
  • Die Schuhe müssen auch eine optimale bequeme Passform haben. Das bedeutet: Füße und der Fußballen dürfen nicht eingeengt sein. Der Schuh muss breit genug sein, darf aber nicht so weit sein, dass der Fuß darin in und her rutscht. Und zwischen der großen Zehe und der Schuh-Spitze sollte Platz von der Breite eines Daumens vorhanden sein.
  • Damit sich erst gar keine Hornhaut am Fuß bildet, sollte man ein bis zwei mal die Woche ein sehr warmes Fußbad genießen. Danach braucht die Haut der Füße eine Feuchtigkeitslotion.
  • Wenn man zu Fuß unterwegs ist, macht es Sinn, die Füße mitsamt den Fußsohlen mit Hirschtalg-Salbe aus der Apotheke einzureiben.
  • Wer regelmäßig Sport treibt, sollte zu bestimmten Sportarten die richtigen zugehörigen Schuhe tragen. Es ist gar nicht gut für die Füße, wenn man beispielsweise mit den Tennis-Schuhen joggen geht. Die Sportschuh-Industrie bemüht sich, für die einzelnen sportlichen Bewegungen gut sitzende Schuhe zu entwickeln. Davon sollte man profitieren.
  • Eine wertvolle Maßnahme zum Schutz vor harter Haut und vor Hühneraugen an den Füßen: Laufen Sie in der Wohnung und später im Sommer auf der Wiese oder am Sandstrand so oft wie möglich barfuss.