Hörgeräte: Das müssen Sie beachten

Es ist soweit: Sie brauchen Hörgeräte. Es hat lange gedauert, bis Sie Ihre Eitelkeit überwunden haben. Immer wieder mussten Sie im Gespräch nachfragen, Ihr meist gesprochener Satz war: "Wie bitte? Sprich doch lauter". Nun haben Sie ich entschlossen, Ihre Eitelkeit überwunden, es werden Hörgeräte angeschafft. Dabei müssen Sie aber einiges beachten. Denn Hörgeräte sind ein ziemlich großer Einschnitt in Ihr Leben. Viele Menschen sind am Anfang von der neuen Tonqualität überfordert, so das sie ihre Hörgeräte gar nicht tragen möchten. Das müssen Sie beachten, wenn Sie sich für Hörgeräte entschlossen haben:

Die Gewöhnung an Hörgeräte geht nicht von heute auf morgen. "Hörgeräte sind keine einfache Lösung," berichtet Kari Lane von der University of Missouri. Im Gegensatz zu einer Brille, die sofort wirkt und Ergebnisse liefert, dauert es bei Hörgeräten länger bis sich das Gehirn an die neuen uns stärkeren Geräusche gewöhnt hat. Sie müssen also die Nutzung der Hörgeräte langsam steigern. Auch das Tragen der Hörgeräte im Ohr ist gewöhnungsbedürftig. Es entsteht nämlich ein neues erweitertes Wahrnehmungsumfeld.

Wenn Sie nach längerer Zeit der Schwerhörigkeit plötzlich dank Ihrer Hörgeräte wieder richtig hören, dann bedeutet das erst einmal eine Reizüberflutung für Ihr Gehör. Beim Einsatz Ihrer neuen Hörgeräte müden Sie unbedingt beachten: Normale Umweltgeräusch wie das Rauschen des Windes oder der Bäume, das Rascheln von Papier oder die Geräuschkulisse einer Klimaanlage können Sie nicht ignorieren, die drängen sich dem Gehirn geradezu auf, sind irritierend und manchmal sogar schmerzhaft. Das kann so lästig sein, das Betroffene die Hörgeräte wieder entfernen.

Deshalb ist es zu empfehlen, wenn Sie die Nutzzeit der Hörgeräte langsam steigern, so sozusagen an das normale Hören nach und nach gewöhnen. An der University of Missouri wurde deshalb nach Forschungen folgendes Programm entwickelt: In einem Zeitraum von 30 Tagen  wurde die Nutzungszeit der Hörgeräte nach und nach gesteigert, bis sie am Ende dieses Zeitraums den ganzen  Tag getragen wurden. Gleichzeitig wurde die Intensität der Geräusche ebenfalls erhöht, die Geräuschkulisse, zum Beispiel ein laufender Föhn, der Fernseher, Strassengeräusche wurde nach und nach verstärkt. Dieses langsame Eingewöhnen hatte eine sehr positive Wirkung: War zu Beginn die Mehrheit mit den Hörgeräten sehr unglücklich, bewerteten die Teilnehmer nach einem Monat ihre Situation wesentlich besser. 60 Prozent der Probanden waren durchaus zufrieden.

Sie müssen also beim Einsatz von Hörgeräten beachten, das Ohr und Gehirn eine Zeit der Eingewöhnung gebrauchen.