Was hilft gegen Muskelkater?

Ein Saunabesuch regt bei Muskelkater die Durchblutung an

Wohltuend bei Muskelkater; ein heißes Bad mit Rosmarin Badezusatz. © Gennadiy Poznyakov - Fotolia.com

Sport, starke Bewegungen, körperliche Anstrengungen - wunderbar für Herz, Kreislauf, Wohlbefinden. Warme Temperaturen, Sonnenschein und ein blauer Himmel laden uns wieder ein, in freier Natur Sport zu treiben oder im Garten zu arbeiten. Rund 30 Millionen Deutsche kramen jetzt wieder Ihre Sportklamotten raus. Und machen - wie jedes Jahr - wieder viele Fehler. Es kommt zu Unfällen, Verstauchungen, Zerrungen und Verrenkungen. Am häufigsten verbreitet aber ist der Muskelkater. Und der tut weh. Muss aber nicht sein.

Muskelkater als Schutzfunktion

Die Muskulatur ist mit 40 bis 50 Prozent des Körpergewichtes das größte Organ des Menschen, welches neben einer stabilisierenden und dynamischen Funktion auch wichtige Aufgaben als Sinnesorgan hat und in Kooperation und Verbindung mit dem zentralen Nervensystem steht.

Der Mensch hat 639 Muskeln, die allesamt bis in die feinsten Kapillaren gut durchblutet sein müssen, um voll funktionsfähig zu sein. Muskelverletzungen - und dazu gehört der Muskelkater - sind die häufigsten Sport- und Freizeit-Verletzungen. Etwa 20 Prozent aller Freizeitsportler und aller Gartenbesitzer, die selbst im Garten arbeiten, erleiden jährlich ein- oder mehrmals einen Muskelkater. Der Muskelkater ist im Grunde genommen eine mit Schmerzen verbundene Schutz-Reaktion des Körpers. Es soll damit verhindert werden, dass der geschädigte und betroffene Muskelbereich weiter belastet wird und sich regenerieren kann.

Ganz bestimmte Muskelpartien schmerzen höllisch. Interessanterweise aber in den meisten Fällen erst mit einer Zeitverzögerung von etwa einem halben Tag bis zu 24 Stunden. Betroffen sind meist Freizeitsportler, Hobby-Gartenarbeiter, aber auch Profisportler und Bergwanderer. Ein Muskel, der vom Muskelkater befallen wurde, ist hart, angeschwollen, kraftlos und sehr schmerzhaft.

Wieso kommt es zum Muskelkater? Was ist die Ursache?

Lange Zeit war die Ursache für den Muskelkater sogar unter Experten umstritten. Vielfach wurde vermutet, der Auslöser könnte eine zu hohe Milchsäure-Produktion und damit eine Übersäuerung des Muskels sein.

Das erscheint nach neuesten Erkenntnissen unwahrscheinlich. Sportmediziner konnten nachweisen, dass bei intensivem Sport durchaus hohe Werte an Milchsäure aufgebaut werden, ohne daß der betreffende Sportler hinterher über einen Muskelkater klagt.

Was hilft bei Muskelkater?

Wenn man die falschen Bewegungen beim Sport genauer betrachtet, kommt man zu dem Schluss: Die Schmerzen entstehen meist nach einer Folge ungewollter Brems- und Abfang-Bewegungen. Beim Bergablaufen, beim Treppen runtergehen, beim Joggen und bei dynamisch belastenden Sportarten wie Fußball, Volleyball oder Tennis. Die Ursache für den Schmerz ist eine mechanische Belastung kleinster Muskelfasern. Untersuchungen unter dem Elektronenmikroskop haben den Sport-Orthopäden Prof. Dr. Andreas Imhoff an der TU München überzeugt, daß in diesen Fasern feine Risse entstehen. Er erklärt: "Das sind winzige Muskel-Verletzungen." Muskelkater tritt nicht sofort auf. Auch das lässt sich erklären: Durch die kleinen Risse in der Muskulatur dringt langsam Wasser ein. Es bilden sich winzige Ödeme. Die Muskulatur schwillt, wird gedehnt. Dieser Dehnungs-Schmerz ist dann der Muskelkater. Die geschädigte Muskulatur braucht oft 14 Tage bis zur völligen Abheilung der Mikrorisse.

Früher hat man oft geraten, als erste Reaktion, kalte Umschläge zu setzen. Heute weiß man, daß das falsch war. Das verletzte Muskelgewebe braucht für eine bessere Durchblutung Wärme. Nur dann können Schadstoffe abtransportiert und Vitalstoffe angeliefert werden. Und nur dann können Selbstheilreaktionen des Körpers aktiviert werden. Dadurch werden die Stoffwechselabfälle der Mikrorisse schnell abtransportiert.

Bei Muskelkater die Durchblutung anregen

Besonders bewährt haben sich als durchblutungsfördernde Naturmittel zum Einreiben der traditionelle Franzbranntwein, weiters asiatischer Tigerbalm, aber auch Propolis-Salbe aus dem Bienenstock, und generell alle Einreibemittel, die Campher, Menthol und Latschenkiefer-Öle enthalten. Das Menthol bringt auch Schmerzlinderung. In der Apotheke gibt es eine breite Palette von Einreibemittel nach dem Sport gegen Muskelkater.

Weitere Maßnahmen:

  • Sauna-Besuche
  • Besuch einer Infrarot-Wärme-Kabine
  • Warme Wannenbäder, am besten mit dem Badezusatz von Rosmarin. Das fördert die Durchblutung ganz gewaltig.

Manche denken: Man muss den betroffenen Körperteil bei Muskelkater ruhig stellen. Das sollte man nicht. Man sollte sich nach Möglichkeit weiter bewegen. Am besten mit den gleichen Bewegungen, die den Muskelkater ausgelöst haben: Aber nur mit einer stark herabgesetzten Belastung.

So bekommen Sie keinen Muskelkater

  • Wer Sport treibt, hat einen höheren Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. Essen Sie grundsätzlich verstärkt Obst und Gemüse, reduzieren Sie tierische Fette und zu Fleisch.
  • Wer Sport treibt verliert viel Flüssigkeit. Beim Laufen, Wandern und Radfahren sind es in einer Stunde bis zu 3 Liter. Wenn man da nicht alle 30 Minuten Wasser trinkt, kann es zu Schwindel, Erbrechen und zu Muskelkrämpfen kommen. Also nicht erst trinken, wenn man Durst hat. Eine der preiswertesten Möglichkeiten, dem Mineralstoffmangel entgegenzuwirken, ist eine Mischung von einem Drittel Apfelsaft und zwei Drittel Wasser. Beim Beginn von Sport-Übungen langsam anfangfen und sich dann steigern.
  • Wer monatelang gar nichts getan hat, sollte sich moderat bewegen. Er sollte zum Beispiel beim Sport locker mit dem Partner sprechen können, ohne atemlos zu werden.

Das alles gilt im Übrigen auch für die Gartenarbeit...