Herzinfarkt: Ärger und Stress vermeiden

Viele Menschen überstehen einen Herzinfarkt dank schneller ärztlicher Versorgung und Verbesserung der medizinischen Technik. Aber sie bleiben gefährdet. Mit zu den grössten Gefahren für einen neuerlichen - dann oft tödlichen - Herzinfarkt sind Stress und Ärger: Das Risiko kann sich bis aufs Doppelte steigern. Wie Sie diese Risikofaktoren vermeiden können.

 

Die "Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V." berichtet von einer über zehn Jahre dauernden italienischen Langzeitstudie mit Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten hatten. Dabei stellten sie fest:

  • Ärger und Wut erhöhten das Risiko für Herzprobleme um das 2.3fache
  • Bei ständig hohem Stressniveau erhöhte sich das Risiko um das Doppelte

Auch grosser Schmerz oder die Trauer um einen Verlust (Partner, Kind) erhöhen das Risiko nach dem Infarkt. Deshalb ist es nach Ansicht von Experten unumgänglich, ausser der körperlichen und medikamentösen Therapie auch eine psychotherapeutische Behandlung durchzuführen. Viele dieser Gefahren können Sie aber auch durch Vernunft und gute, erprobte Hausmittel und Psycho-Tricks selbst abwenden. Die sind oft auch gut, um einen Herzinfarkt von vornherein zu verhindern.

Nach jedem Herzinfarkt werden Sie in der Klinik auf das Leben danach vorbereitet. Aber lassen sich diese Ge- und Verbote auch ohne weiteres im Alltag anwenden? Das geht, wenn Sie ausser der Vernunft auch Ihr Herz sprechen lassen.

Zum Beispiel beim Thema "Herzgesundes Essen".

  • Das muss nicht langweilig, fad und geschmacklos sein. Verlegen Sie sich auf die "Mittelmeer-Küche": Viel Gemüse, viel Obst, viel Fisch und Meeresfrüchte, viele Kräuter und viel Knoblauch. Dazu pflanzliche Öle statt Butter und Schmatz.
  • Ein weitere, herzgesunde Variante ist die asiatische Küche. Die wird meist generell fettarm und im Wok zubereitet. Hüten müssen Sie sich allerdings vor Gebackenem und Frittiertem.
  • Eine wichtige Rolle beim Herzschutz durch Nahrungsmittel spielen die sekundären Pflanzenfarbstoffe in Obst und Gemüse. Vor allem das in Tomaten enthaltene Lycopin ist sehr gut für die angegriffenen Blutgefässe. Genau so wie die Polyphenole im Rotwein. Also: Eine Portion Pasta mit Tomatensosse und ein Glas Rotwein tun Ihrem Herzen gut.
  • Ebenfalls wichtig ist, dass Sie den Anteil an fettreichem Fisch in Ihrer Ernährung steigern: Makrele, Hering, Lachs, Thunfisch und auch Kabeljau sind ausgesprochen herzfreundliche Nahrungsmittel.

Genau so wichtig aber ist der Zusammenhang von Herz und Seele

  • Im Wort "Kränkung" steckt der Begriff Krankheit. Und wer sich Kränkungen zu sehr zu Herzen nimmt, der macht sein Herz krank. Hoher seelischer Druck bewirkt hohen Blutdruck, erhöht die Stresshormone und das "schlechte" Cholesterin (LDL).
  • Sehr oft herrscht an der Arbeitsstelle ein "herzloses" Arbeitsklima: Mobbing, hoher Leistungsdruck, wenig Lob und mehr Konkurrenzkampf als Kollegialität. Versuchen Sie, diesen Zustand zu ändern. Wenn das nicht geht, Sie gegen diese Verhältnisse nicht ankommen und die Arbeit zur Qual wird, Sie sich jeden Morgen vor dem kommenden Arbeitstag fürchten - dann müssen Sie dort weg, bevor es zu spät ist.
  • Es gibt im Leben jedes Menschen Wünsche, die sich nicht erfüllen, Dinge, die das "Herz begehrt" - die aber unerreichbar sind für uns. Wir trösten uns dann oft mit Ersatzhandlungen: Flucht in Hektik und Arbeit, Alkohol, Rauchen, einen zu teueren Lebensstil. Das aber gefährdet unser Herz und fördert den Infarkt. Sie müssen wie ein Detektiv in Ihr Inneres eindringen und sich fragen: "Was willst Du wirklich, was brauchst Du tatsächlich?". Danach sollten Sie streben und alles, was Sie nie erreichen können von der Wunschliste streichen. Innere Zufriedenheit ist Balsam für Ihr Herz.
  • Wenn Ihnen das "Herz vor Freude im Leibe hüpft", dann geht es ihm gut. Also freuen Sie sich: Über Ihr Leben, den Partner, die Kinder, den schönen Tag, das Wetter und vor allem über sich selbst. Ihr Herz können Sie auch beim Sport hüpfen lassen. Der Arzt wird Ihnen nach dem Infarkt genau sagen, was Sie tun und was Sie lassen sollten. Schliessen Sie sich einer Herzgruppe an mit dem für Sie geeigneten Bewegungsprogramm: Walking, Ballgymnastik, Radfahren, Skilanglauf - das sind Sportarten die Ihrem Herzen gut tun.
  • Haben Sie keine Angst vor dem Sex. Der tut Ihnen sowohl seelisch wie auch körperlich gut.
  • Überflüssige Aufregung, Termindruck und Hektik sind Gift für Ihr Herz. Also müssen Sie Ihr Zeitmanagement verbessre, sich frei Zeiträume schaffen in denen Sie regenieren können.

Noch ein paar schnelle Tipps für das Leben nach dem Infarkt:

  1. Trinken Sie abends ein bis zwei Tassen Weissdorntee.
  2. Wenn Sie täglich eine Knoblauchzehe essen, helfen Sie damit Ihrem Herz.
  3. Lassen Sie sich in der Apotheke jeweils 50 Gramm Bohnenkraut, Lindenblüten und Melissenblätter, 20 Gramm Ysop-Kraut und 10 Gramm Anis mischen. 1gehäufter Teelöffel davon wird mit 1Tasse kochendem Wasser übergossen, 8 Minuten ziehen lassen. Durchseihen. Mit etwas Honig süßen. Eine Herz-Kur dauert 3 Wochen. Man trinkt 3 mal täglich 1 Tasse.
  4. Knabbern Sie viermal in der Woche ca. 25 g Nüsse. Besonders wirksam sind Haselnüsse, Pekan-Nüsse, Walnüsse und Mandeln. Nicht übertreiben, denn Nüsse haben sehr viele Kalorien.
  5. Machen Sie folgende Kur: Sechs Wochen mittags und abends je einen Esslöffel Mistel- und Weissdornsaft und abends zusätzlich einen Löffel Melissensaft trinken.