Haustiere als Therapie

Haustiere als Therapie

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Ein Haustier - das ist nicht nur ein kuscheliges Lebewesen, das Spaß und Bewegung in Ihr Leben bringt. Das ist sehr oft ein großes gesundheitliches Plus, für viele Menschen sogar eine Therapie. Besonders Kinder profitieren davon, dass sie mit Tieren aufwachsen. Und das nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Warum Haustiere so gesund sein können.

Bewegungsmangel: Der Hund als Animateur

Es regnet, es ist kalt, es ist ungemütlich - da will doch niemand raus. Anders ist es, wenn Sie einen Hund haben: Denn der muss raus. Und zwar mit Ihnen. Gassigehen, das müssen immer zwei: Herr und Hund. Und nicht eben schnell mal um di Ecke. Nach einer US-Studie führen über 80 Prozent der Hundehalter Hirn tierischen Hausgenossen täglich mehrmals deutliche länger als nur zehn Minuten am Stück Gassi. Viele sind sogar eine halbe Stunde und länger im Freien unterwegs. Das bedeutet Bewegung, das bedeutet frische Luft, das bedeutet Anstrengung für Körper und Geist - denn der Hund muss ja auch beobachtet werden, Sie müssen mit ihm spielen,  ihm Befehle geben,  auch ihn achten. Die tägliche Bewegung - bei jedem Wetter - an der frischen Luft stärkt Ihren Kreislauf, ist gut für Herz und Lunge und härtet sie ab. Und nach dem letzten Abendgang lässt sich gut schlafen.

Kind und Tier: Eine gesunde Gemeinschaft

Wenn Kinder mit Tieren aufwachsen stärkt das ihr soziales Empfinden. Sie lernen ein anderes Lebewesen zu achten, sie übernehmen Verantwortung und lernen soziales Verhalten. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille: Tiere bringen einem Kind auch ein deutliches Plus in der körperlichen Gesundheit. Eine finnische Studie beweist: Wenn Kinder mit Tieren aufwachsen, dann dann haben sie wesentlich seltener Infektion  der Atemwege oder Ohren, als Altersgenossen ohne Haustiere. Sie müssen auch sehr viel seltener mit Antibiotika behandelt werden. Das verhindert sogenannte Keimresistenzen und schont die Darmflora. Ausserdem ist bekannt, dass Kinder mit Haustieren vor Allergien sehr viel besser geschützt sind. Welches Haustier für Ihr Kind am besten geeignet ist - das müssen Sie zusammen mit ihrem Kind entscheiden. Ganz wichtig: Das Kind muss in die Aufzucht, die Erziehung und die Pflege des Tieres mit einbezogen werden. Streicheln allein genügt nicht: Das Kind muss Pflichten übernehmen.

Aquarium: Die Fische sorgen für Ausgeglichenheit

Das beruhigende Grün der Wasserpflanzen, das stumme Spiel der bunten Zierfische im Wasser - ein Aquarium ist ein Ort der Ruhe und Entspannung. Aquarienbesitzer können stundenlang vor den Glaskästen sitzen und ihren Fisch zuschauen. Und genau das ist der tiefer Sinn eins Aquariums: Es macht seine Besitzer ausgeglichener, es entstresst, es macht zufrieden und optimistisch. Das zumindest sagt eine in Bonn erstellte Studie. Auch bei Menschen die an Demenz erkrankt sind, wurde der positive Einfluss der Fische im Aquarium festgestellt: Sie waren ruhiger, assen besser und hatten weniger aggressive Phasen. Ausserdem kamen viele aus ihrer Isolation heraus und wurden geselliger. 

Hunde sind Menschenpfleger

Es gibt bestimmte Hunderassen, die sich besonders gut als Helfer für Menschen einsetzen lassen. Dass der Schäferhund ein guter Beschützer ist, - wenn er richtig trainiert wurde - das ist bekannt. Das Bild eins blinden Menschen der von einem Hund - meistens ist es ein Labrador - sicher durch den Strassenverkehr geleitet wird, das können wir täglich sehn. Aber Hunde können noch viel mehr: Es gibt welche, die sind darauf dressiert, dass sie bei Diabetikern eine Phase der Unterzuckerung erkennen und anschlagen. Bei Epileptikern können sie einen bevorstehenden Anfall rechtzeitig erkennen und Alarm schlagen. So dass Gegenmassnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. In zwischen sind sogar Fälle bekannt geworden, bei denen Labradorhunde Krebserkrankungen "erschnuppern" konnten. Das Beste aber, was Hunde für Menschen tun können - und da ist die Rasse egal -, sie vertreiben die Einsamkeit.

Hunde verjagen Depressionen

Der Hund ist nun einmal der beste Freund des Menschen und es gefällt ihm nicht, wenn Herrchen oder Frauchen traurig ist. Dafür ist er dann da - und lässt sich streicheln. Und das hilft: Wer drei Minuten seinen Hund streichelt und mit ihm redet, beruhigt seinen Herzschlag und bringt eine Hormon-Kettenreaktion in Gang. Das Stresshormon Kortisol nimmt ab, das Glückshormon Oxytocin steigt an, die Traurigkeit wird gemindert. Es werden sogar Hunde bei der Behandlung von Depressionen eingesetzt. Sie können es selbst beobachten: Es gibt Hunde, die zaubern den Menschen ein Lächeln ins Gesicht.

Hund und Katze als Therapie nach Herzinfarkt

Man kann seine Gesundheit durch eine vernünftige Lebensweise, durch Medikamente oder durch Kuren verbessern. Man kann sich aber auch ein Haustier als Therapie anschaffen. Da sind Hunde und Katzen besonders gut geeignet. Beide wirken sich positiv auf die Herzgesundheit aus. Besonders aber die Hunde: Eine Studie an 240 erwachsenen Patienten ergab, dass sich Hundehalter nach einem Herzinfarkt wesentlich besser erholten als Patienten ohne Hund. Das Halten von Katzen wiederum senkte den Blutdruck bei Bluthochdruckpatienten. 

Hunde als Lernhilfen

Für sehr viele Kinder ist Lesen ein grosses Problem. Die Lehrer an unseren Schulen klagen über eine starke Zunahme von leseschwachen Kindern. In den USA wurden mehrere Versuche durchgeführt, bei denen leseschwache Kinder Hunden pro Woche mindestens 30 Minuten aus einem Buch vorlesen mussten. Dadurch verbesserte sich bereits nach wenigen Wochen die Lesefähigkeit der Kinder nachhaltig. Als Grund für diesen Erfolg vermuten die Forscher: Hunde geben keine Wertung ab, und sie stellen keinen Anspruch an die Korrektheit. Vor allem aber korrigieren sie nicht. das Kind wird nicht verunsichert