Glutenfreie Ernährung kann oft überflüssig und ungesund sein

Glutenfreie Lebensmittel

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Glutenfrei ist Mode, sich glutenfrei zu ernähren ist in. Aber: Ist eine glutenfreie Ernährung auch richtig? Und vorn allem: Ist sie nötig? Da tauchen Zweifel auf, denen man nachgehen sollte. Etwa ein Prozent der Menschen vertragen Gluten nicht, sie leiden unter der Zöliakie. Das heisst: Sie bekommen grosse Probleme im Magen-Darm-Bereich. Das geht von Blähungen und Krämpfen bis hin zu Durchfall und chronischen Darmentzündungen, hervorgerufen durch das Klebeeiweis in vielen Getreideprodukten. Für die ist einen glutenfreie Ernährung ein Segen und oft die einzige Möglichkeit sich zu ernähren. Aber die vielen anderen, wie sieht es bei den 99% der Menschen aus, die keine Glutenprobleme haben, sich aber dennoch glutenfrei ernähren, weil es angeblich gesünder ist?

Glutenfreie Backwaren sind teuer

Die Lebensmittelindustrie ist schon längst auf den Gluten-Zug aufgesprungen, die Regale in den Supermärkten sind voll von glutenfreien Produkten. Und sehr viele Menschen - die überhaupt keine Probleme mit Gluten haben und es gut vertragen - greifen immer öfter zu glutenfreien Backwaren (Brot und Brötchen), Keksen oder Nudeln. Die haben alle zwei Nachteile: Sie sind teurer - und sehr oft auch weniger gesund.

Glutenfreie Produkte haben oft mehr Fett

Spanische Forscher haben jetzt 654 glutenfreie Produkte mit 655 glutenhaltigen Lebensmitteln verglichen. Das Ergebnis ist bedenklich: Glutenfreie Lebensmittel enthalten in den meisten Fällen weniger Eiweiss als glutenhaltige, dafür aber grössere Mengen Fett. Sie sind also sehr viel kalorienreicher. Der Grund dafür: Nur durch die Fettzugabe bekommen glutenfreie Produkte eine ähnliche Konsistenz wie die glutenhaltigen Produkte. Vor allem wurden sehr häufig die ungesunden gesättigten Fettsäuren festgestellt.

Glutenfreie Ernährung für Kinder ist nicht sinnvoll

Wenn Sie sich glutenfrei ernähren, dann senken Sie in Ihrer Nahrung den Anteil an Ballaststoffen, das schädigt den Darm, Sie nehmen auch zu viele Kalorien auf. Ausserdem wird in Ihren Nahrungsmitteln der Weizen und andere Getreideorten häufig durch Reis ersetzt. Und der ist sehr oft mit Arsen belastet. Es ist deshalb nicht sinnvoll Kinder prinzipiell glutenfrei zu ernähren. Bevor Sie das machen, lassen Sie feststellen, ob Ihr Kind an Zöliakie leidet.

Was ist Gluten? 

Gluten ist ein Protein, das in fast allen Getreidesorten vorhanden ist. Es ist schwer verdaulich,oft bleiben Bruchstücke (Peptide) im Darm zurück und gelangen von dort in die Blutbahn. Sie können allergische Reaktionen auslösen und Entzündungen. Im Gehirn stören sie wichtige Funktionen, es kommt zum so genannten Brain Fog (Gehirnnebel). Ausserdem kann eine unbeachtete Glutenunverträglichkeit zu einem Eisenmangel und darüber zu Müdigkeit und Erschöpfung führen.

Steigen Sie auf natürliche glutenfreie Nahrungsmittel um

Sehr gut ist es, wenn Sie auf natürlich glutenfreie Nahrungsmittel umsteigen. Statt Brot aus Weizen oder Roggen essen Sie Brot aus Mais, Hirse oder Buchweizen. Beim Backen sollten Sie auch dies Mehle verwenden. Da gibt es spezielle Rezepte, weil glutenfreie Grundstoffe schlecht bindungsfähig sind - der Kuchen zerbröselt Ihnen. Verzichten Sie auf Ihr Haferflocken-Müsli, da gibt es glutenfreie Produkte. Achten Sie darauf, das Ihre Soßenbinder glutenfrei sind. Aber all das macht nur Sinn, wenn Sie wirklich an einer Glutenunverträglichkeit leiden.