Gewürze: Gesundheit aus der Natur

Gewürze: Gesundheit aus der Natur

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Gut gewürztes Essen - das schmeckt einfach besser. Aber wussten Sie, dass Sie durch richtiges Würzen das Essen auch gesünder machen? Das Gewürze wie Lorbeer, Majoran oder Kardamom auch wie Arzneien wirken? Welcher Gewürze welche Heilwirkungen haben.

Kümmel verhindert Blähungen

Wenn Sie den Schweinebraten, das Sauerkraut oder auch die Bratkartoffeln mit Kümmel würzen, dann gegen Sie dem schwer arbeitenden Magen und Darm eine gute Unterstützung. Vor allem zu fetten Speisen (Gänsebraten, Schweinebauch, gekochtem Speck) sollten Sie unbedingt Kümmel reichen. Denn dieses Gewürz ist eine hervorragende Verdauungshilfe. Kümmel  verstärkt auch die Gallentätigkeit und hilft damit bei der Fettverdauung. Ausserdem verhindert das Gewürz auch Blähungen. Als Gewürz passt Kümmel auch zu vielen Kartoffel- und Gemüsegerichten. Kümmel können Sie auch gemahlen und in einem Leinensäckchen als Gewürz in den Kochtopf geben.

Kardamom: Das Gewürz für den Kaffee

Die Araber wissen es schon seit Jahrhunderten: Eine Prise Kardamom in den Kaffee macht den Bohnenkaffee verträglicher. Aber dieses uralte Gewürz kann noch mehr: Es regt den Appetit und die Verdauung an, es verhindert Blähungen und verjagt üblen Mundgeruch. Die ätherischen Öle, der Kampfer und die anderen Inhaltsstoffe dieses aus Asien stammenden Gewürzes sind aber auch hilfreich bei Husten, Asthma, Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden. Seine Verwendung als Gewürz ist vielfältig. Vor allem im Lebkuchen essen wir ihn gerne. Er würzt aber auch Kompott und Süssspeisen. Sogar in Blutwurst, Braten und Kochschinken wird er als Gewürz eingesetzt.

Zimt: Das Gewürz gegen Diabetes

Zimt, das Gewürz der Weihnachtszeit: Glühwein, Zimtsterne, Lebkuchen - es riecht und schmeckt nach Zimt. Oder der Griessbrei, mit zerlassener Butter, Zucker und Zimt bestreut. Über all den Wohlgeschmack hat man lange Zeit vergessen, dass dieses wunderbare Gewürz aus Südostasien ein Heilmittel von enormer Kraft ist. Jetzt weiss man, das Zimt über 100 gesundheitsfördernde oder -erhaltende Substanzen enthält. "Besonders hervorzuheben dabei, das Polyphenol MHCP (Methylhydroxy-Chalcone-Polymer), welches direkt an den Insulinrezeptoren wirkt und den Blutzucker senkt. Darüber hinaus verbessert Zimt den Blutfettspiegel (Senkung der Triglycerid-, LDL-Cholesterin- und Gesamtcholesterinwerte), regt den Kreislauf an, schützt die Blutgefäße und senkt den Blutdruck,“ hat die Wissenschaft erkannt. 

Rosmarin: Gewürz und Hausapotheke

Wer sein Fleisch grillt, oder wer seine Eintöpfe schmackhaft machen will, der kann gar nicht darauf verzichten: Rosmarin muss dabei sein. Aber Rosmarin gehört nicht nur in die Küche - es ist wie eine kleine Hausapotheke. Er kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird aber schon seit Jahrhunderten auch bei uns angebaut. Seine ätherischen Öle und Flavone, die Gerbsäure und Bitterstoffe, Thymiol und Verbanol machen ihn antibakteriell und pilztötend. Er hilft bei niedrigem Blutdruck, Durchfall und Rheuma. Man kann das Gewürz Rosmarin bei Kopfweh und Migräne einsetzen, aber auch bei Hautausschlag Blähungen und Verdauungsschwäche. In der Naturheilkunde ist das Gewürz Rosmarin schon sehr lange wichtig. Man kann ihn innerlich als Tee, in Teemischungen und als Tinktur anwenden. Das ätherische Öl sollte man nur äusserlich verwenden, weil es sehr stark ist und innerlich eingenommen den Magen reizen könnte.

Pfeffer: Das Gewürz tötet Bakterien ab

Eine Prise Pfeffer hilft auch dem langweiligsten Gericht auf die Sprünge. macht es scharf und würzig. Aber dieses Gewürz hat auch hervorragende Heilkräfte und ist wichtig für unsere Gesundheit. Er regt den Speichelfluss an und verbessert die Verdauung. Durch seine antibakterielle Wirkung tötet er Bakterien ab. Deshalb wird in heissen Ländern (Indien, Mexiko etc.) gerne scharf gegessen: Der Pfeffer sorgt dafür, dass die Speisen nicht verderben. Sie sollten Pfeffer erst kurz vor dem Verseht über die Speisen geben, beim Kochen verflüchtigt er sich schnell. Pfeffer bringt uns zum Schwitzen, er ist gut gegen Halsentzündungen, Magenschwäche und regt die Verdauung an. 

Lorbeeröl hilft gegen Hautausschläge

Mit Lorbeerblättern würzen wir das Sauerkraut, Kartoffeleintöpfe, Gemüsesuppen und Bratensossen. Das hat seinen Grund - Lorbeer ist ein Gewürz, das vor allem die Verdauung fördert. Aber Lorbeer ist nicht nur Gewürz - er ist auch ein hervorragendes Heilkraut. Mit Lorbeeröl können Sie Hautausschläge und Geschwüre bekämpfen. Sie können sich damit einreiben wenn Sie unter Rheuma und Muskelschmerzen leiden. Auch bei Insektenstichen hilft es. Seine Inhaltsstoffe:

Borneol, Kampfer, ätherische Öle, Thymol, Eugenol ind Salicylate haben Heilwirkung bei Blähungen, Frauenbeschwerden und Appetitlosigkeit. Die mitgekochten Blätter können nicht gegessen werden.

Sie haben Zahnschmerzen, es ist Freitagabend und Ihr Zahnarzt vor Montag nicht erreichbar - was tun? Es gibt ein ganz einfaches Hausmittel: Legen Sie eine Gewürznelke auf die schmerzende Stelle und lassen Sie diese einwirken. Sie werden sehen: Der Schmerz lässt nach. Für uns ist die Nelke eigentlich nur ein Gewürz: Für den Glühwein, für Fisch, Wild, Gulasch und Eierspeisen. Dabei haben es die kleinen Gewürznelken aus medizinischer Sicht durchaus zum Status Naturheilmittel gebracht. Sie bestehen zu 15 Prozent aus dem Nelkenöl, das wiederum einen sehr hohen Anteil an Eugenol enthält - ähnlich dem Zimt. Dieses Eugenol hat eine betäubende Wirkung, deshalb gelten Nelken als Hausmittel bei Schmerzen. Sehr hoch ist bei den Nelken auch der Anteil an Polyphenolen. Das sind Antoxidantien, die das Immunsystem unterstützen und stärken. Mann kann sagen: Die Nelke ist nicht nur ein Gewürz, sondern auch eine Naturmedizin.