Gesundheit & Vorsorge - Die richtige Ernährung

Gesundheit & Vorsorge - Die richtige Ernährung

© Franz Pfluegl - Fotolia.com

Unendlich wichtig ist beim Thema Vorsorge natürlich auch die Ernährung. Früher, in jungen Jahren, da war Ihnen das doch wahrscheinlich völlig egal. Sie haben gegessen, was Ihnen geschmeckt hat und auf die Menge oder gar die Zusammensetzung haben Sie nie geachtet: Butter, Käse, Wurst, süße Marmeladen und weißes Brot zum Frühstück, ein kräftiges Mittagessen in der Kantine mit viel Soße und möglichst viel Fleisch (auch wenn es fettes Schweinefleisch war) und Abends dann noch einmal gut belegte Brote. Obst und Gemüse waren eher die Ausnahme. Das hat sich ausgewirkt - und zwar verheerend: Sie wurden dick, Sie haben Probleme mit Ihren Cholesterin- und Zuckerwerten, in Ihren Blutgefässen haben sich Ablagerungen gebildet, Ihre Leber ist zu verdichtet und fett. Also müssen Sie mit der Vorsorge in Sachen Nahrung schon in jungen Jahren beginnen. Aber auch jetzt ist es noch nicht zu spät, Ihre Ernährung vernünftig, gesund und körpergerecht umzustellen. Dabei helfe ich gerne.

Darum sind wir ein Volk der Dicken geworden

„Iß, damit Du groß und stark wirst“ - so hieß es früher. Und dann wurde der Teller vollgeladen: Mit Fleisch, Kartoffeln oder Nudeln und dicken, kräftigen Soßen. Extra mit viel „guter Butter“ gekocht. Gemüse? Ja, gelegentlich, aber meist nur endlos gekochte Möhren, Erbsen, manchmal ein Blumenkohl. Obst als Nachtisch? Fehlanzeige. Dafür gab es Süßigkeiten, mit Zucker angemachte Kompotte, süßen Gries- oder Reisbrei. Und dieses Ernährungssystem hat sich bei einem großen Prozentsatz der Bevölkerung bis heute noch nicht geändert. Statt unseren Körper zu umsorgen, ihn aufzubauen, ihn bis ins hohe Alter mit der richtigen Ernährung fit zu halten, schädigen wir ihn und tun ihm Schlechtes statt Gutes an. Die Folgen sehen wir auf unseren Straßen. Vor allem im Sommer: Übergewichtige, ja fettleibige Menschen, die sich mit geröteten Gesichtern schnaufend durch die Fußgängerzonen schieben oder sich erschöpft auf Bänken niederlassen - um eine Kleinigkeit zu essen. Wir sind ein Volk von Dicken geworden - da ist von Vorsorge keine Spur zu entdecken.

Vorsorge muss bei den Kindern anfangen

Wenn es um die Nahrung geht, dann sollte Vorsorge schon bei den Kindern anfangen. Und die sollten lernen, selbst zu entscheiden und bei angebotenen Süßigkeiten, zuckerhaltigen Limonaden, fetttriefenden Kuchen oder Pommes Frittes „Nein“ zu sagen. Halten Sie einfach immer durstlöschende selbst gekochte Tees bereit. Süßen Sie mehr mit Honig als mit Zucker. Gewöhnen Sie Ihr Kind an den Genuss von dunkler Schokolade. Statt einem zuckerhaltigen Eis zwischendurch geben Sie ihm knackige Gemüsestreifen, einen halben geriebenen Apfel, eine Birne, drei Walnüsse. Geben Sie Ihrem Kind Vollkornprodukte. Deren Inhaltsstoffe sind wichtig in der Wachstumsphase, sie machen satt - aber nicht fett. Gegen ein kräftiges Butterbrot ist nichts einzuwenden, wenn es ein dunkles Brot ist und nicht auch noch mit fetter Wurst belegt wurde. Ihr Kind braucht Fleisch (Eisen) - aber nicht jeden Tag. Ihr Kind braucht Milch und Milchprodukte - aber es muss nicht die Vollfettstufe sein.

Viel Vitamine für die Kinder

Was also sollen Kinder essen? Sie sind im Wachstum, also brauchen Sie sehr viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Nahrung muss magnesium- und kalziumreich sein, sie muss viel Eiweiß und viele Ballaststoffe enthalten. Bringen Sie Ihren Kindern bei, das Gesamtangebot an Essen auf vier bis fünf Mahlzeiten zu verteilen. Drei große, wuchtige Hauptmahlzeiten sind nicht gut. Das Frühstück sollte auf Vollkornbasis mit Eiweiß (Quark, Magerkäse), Obst (Äpfel, Banane, Orange, Birne, Trauben etc.) aufbauen. Geben Sie am Nachmittag einen kleinen Kraftsnack aus: Vollmilch, Nüsse, einen Riegel dunkle Schokolade, ein Schinkenbrot. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind am Abend nicht den Bauch so richtig vollhaut - das kann zur Gewohnheit werden und das macht dick. Mischen Sie die Hauptgerichte so, dass es in der Woche nicht mehr als dreimal Fleisch gibt (Kalb-, mageres Rind- oder Geflügelfleisch) zweimal ein Fischgericht und zweimal ein Gemüse- oder Nudelgericht. Für den kleinen Hunger zwischendurch sollte immer Obst griffbereit sein.

Tierisches Fett - die Ernährungskatastrophe

Wenn wir die Vorsorge für unseren Körper ernst nehmen, dann haben wir es vor allem mit zwei Hauptproblemen zu tun: Wir essen zuviel - und wir essen falsch. Beides zusammen hat katastrophale Auswirkungen für die Gesundheit. Fehlverhalten bei der Ernährung kostet Lebensjahre. Wer Tag für Tag tierische Fette im Übermaß in sich hineinstopft, der steuert auf Fettleibigkeit zu, der wird zum Schlaganfall-Kandidaten und der büßt spätestens ab dem 50. Lebensjahr gewaltig an Lebensqualität ein. Blutdruckprobleme, Diabetes, Kreislauf- und Herzprobleme, beschädigte Gelenke - das sind die apokalyptischen Reiter des Übergewichts, die uns frühzeitig ins Grab bringen. Ganz wichtig: Ersetzen Sie Butter wo es nur geht durch Pflanzenöle, setzen Sie fettes Schweinefleisch, Wurst und Vollfettkäse ab. Erhöhen Sie den Gemüseanteil an Ihrer Ernährung. Halten Sie sich an folgende goldene Regel: 40% Kohlenhydrate (möglichst aus Vollkornprodukten), 25% Fett, 20% Eiweiß und 15% Ballaststoffe - so sollte Ihre Nahrung aussehen.

Mit Ballaststoffen den Magen füllen

Eines der wichtigsten Dinge bei einer vorsorglichen Ernährung sind die Ballaststoffe. Das sind die Anteile an der Nahrung, die nicht verdaut werden, also nicht in Energie oder Nährwerte umgewandelt werden. Wir nehmen Sie zu uns und sie wandern durch Magen und Darm hindurch. Sie haben viele Vorteile. die wichtigsten sind:

  • Sie füllen den Magen und erzeugen ein Sättigungsgefühl, sind aber so genannte „leere“ Nahrungsmittel, machen also nicht dick.
  • Sie wandern durch Magen und Darm, nehmen dabei Schad- und Giftstoffe auf, die so abtransportiert werden.
  • Sie sorgen dafür, dass der Darm besser funktioniert.

Ballaststoffe finden wir in faserreichen Gemüse- und Obstsorten, in Vollkornprodukten, in Leinsamen, in Knäckebrot.

Wer ballaststoffreich isst, der entlastet seinen Verdauungsapparat, der erzeugt das Gefühl: „Ich bin satt“ - ohne viele Kalorien zu sich genommen zu haben.

Das ist Gift für Ihren Darm

„Der Tod sitzt im Darm“ - das wusste schon Paracelsus, der große Arzt des Mittelalters. Mit der richtigen Ernährung können wir dafür sorgen, dass unser Darm bis ins hohe Alter voll funktionsfähig bleibt und seine lebenserhaltende Arbeit vollbringen kann. Gift ist für den Darm:

  • Tag für Tag zuviel Alkohol
  • Zu fettes Essen, das er verstoffwechseln muss
  • Zuviel Zucker, denn der fördert schädliche Bakterien und Pilzbefall im Darm
  • Unregelmäßiges Essen, denn das bringt ihn aus dem Rhythmus
  • Zu spätes Essen, denn ab ca. 20. 00 Uhr will der Darm seine Ruhe haben
  • Zuviel frischen Salat nach 18.00 Uhr: Wird nicht mehr verdaut und beginnt zu gären, dabei können sich Giftstoffe entwickeln
  • Das Einhalten von Stuhlgang: Was raus will, das muss raus

Das ist gut für Ihren Darm

Wir wissen nun, was schlecht ist für den Darm. Aber was ist gut für ihn, wie können wir ihn pflegen? Da müssen Sie folgendes beachten:

  • Achten Sie darauf, dass Sie sich ausgewogen ernähren, dass „sauer“ und „basisch“ in Balance sind. Wobei die „basische“ Ernährung (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte) den höheren Anteil haben sollte.
  • Vermeiden Sie scharfe alkoholische Getränke (über 35 % Alkoholanteil)
  • Essen Sie möglichst fettarm, Käse und Wurst in der Magerstufe, Schinken lieber roh als gepökelt und geräuchert
  • Verzichten Sie aufs Rauchen
  • Essen Sie viel rohes Sauerkraut. Es enthält Ballststoffe und vor allem die Milchsäure, welche die Darmflora fördert
  • Wenn Sie mit Antibiotika behandelt wurden, dann sollten Sie viel Joghurt essen, das baut die zerstörte Darmflora wieder auf.
  • Mehr Fisch als Fleisch essen - das entlastet den Darm
  • Regelmäßige Bewegung fördert die Verdauung.