Gesunde Zähne durch richtige Ernährung

Gesunde Zähne durch richtige Ernährung

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Immer schlechter, immer löchriger, immer teurer: Unsere Zähne sind oft in einem miserablen Zustand, und das beginnt schon bei den Kindern. Dabei kann man Karies und Paradontose sehr leicht und einfach vorbeugen: Mit der richtigen Ernährung. Was unsere Zähne schützt und was sie angreift, warum Käse so gut ist.

Eine entscheidende Rolle, ob man viele Probleme mit den Zähnen hat oder nicht, spielt die tägliche Ernährung. Unter den zahllosen Lebensmitteln und Naturprodukten, die wir konsumieren, gibt es hilfreiche Freunde, aber auch gefährliche Feinde. Beide Seiten sollte man kennen, damit man die Zähne auf der einen Seite schützen, auf der anderen Seite stärken kann.

Grüner Tee als Zahnhelfer

Wenden wir uns vorerst den Zahn-Freunden unter den Lebensmitteln zu. Und da spielt der grüne Tee eine ganz wichtige Rolle. Seine schützenden Polyphenol-Stoffe, eine ganz besonders wertvolle Form von Bioaktiv-Stoffen, erfüllen gleich zwei Aufgaben in der Mundhöhle, die unseren Zähnen gut tun. Erstens verändern diese sekundären Pflanzenstoffe im grünen Tee die Speisereste im Mund biochemisch derart, dass die Karies-Bakterien keine Freude mehr daran haben, sie nicht mehr nutzen wollen und können. Damit werden sie ihrer Grundlage beraubt und können im Mund kein Unheil anrichten. Und zweitens bekämpfen die Wirkstoffe des grünen Tees jene Mikro-Organismen zwischen den Zähnen, die den Mundgeruch verursachen und die zur Bildung von Zahnstein gebraucht werden. Eines ist dabei logisch: Der grüne Tee sollte lauwarm und vor allem ungesüßt getrunken werden. Wenn man nur die geringste Spur von Zucker oder Honig in den grünen Tee rührt, funktionieren die Schutzmaßnahmen für unsere Zähne nicht.

Wie stark der grüne Tee wirkt, beweist eine Studie mit Schulkindern, die vor ein paar Jahren an der Universität von Paris durchgeführt wurde. Da zeigt sich nämlich, dass allein ein Schutz vor Karies gegeben ist, wenn die Kinder nach dem Essen gründlich mit grünem Tee die Mundhöhle ausspülen. Der Tee muss somit gar nicht getrunken werden. Allein das Ausspülen genügt.

Positiv: Gemüse und Küchengewürze

Es gibt auch eine Reihe von Gemüsesorten, die den Zähnen besonders gut tun. Dazu gehören rohe Paprikaschoten und rohe Möhren. Wenn man dieses Gemüse intensiv kaut, wird das Zahnfleisch massiert, werden die Zahnzwischenräume gereinigt. Das Vitamin A mit dem Betacarotin in der Möhre stärkt die Immunkraft in den Mundschleimhäuten, welche schädliche Bakerien besser bekämpfen können. Das Vitamin C in den Paprikaschoten stärkt das Zahnfleisch. Sehr gern mögen unsere Zähne auch rohe Sellerie-Wurzel. Die Wirkstoffe in dieser Knolle schafft im Speichel des Mundes ein basisches Milieu. Und das mögen die Karies-Bakterien gar nicht.

Es gibt auch beliebte Küchenwürzen, die unsere Zähne vor Krankheiten schützen. Dazu gehört zum Beispiel unsere heimische Zwiebel. Aber auch sie muss roh verzehrt werden. Die Schwefelverbindungen in der Zwiebel bekämpfen sehr erfolgreich schädliche Bakterien im Mund. Da bei uns mehr und mehr auch asiatische Küchen-Spezialitäten verzehrt werden, ist nicht uninteressant, dass der extra scharfe japanische Meerrettich mit dem Namen Wasabi ebenfalls – wie der grüne Tee – die Karies-Bakterien ausschaltet.

Der ideale Zahnschutz: Käse

Das wertvollste und wichtigste Nahrungsmittel zum Schutz unserer Zähne aber ist der Käse, vor allem dann, wenn er zum Abschluss einer Mahlzeit verzehrt wird. Auch da wieder spielen mehrere Faktoren Hand in Hand. Erstens ist Fett, so wie es der Käse enthält, eine guter Kariesschutz. Zweitens versorgt der Käse die Zähne mit dem wertvollen Mineralstoff Calcium. Man muss sich das so vorstellen: Sobald jemand Käse genießt und der Käse im Mund mit dem Speichel vorverdaut wird, lösen sich Casein - Eiweißstoffe aus der Käse-Masse und legen sich wie ein Schutzfilm an den Zahnschmelz an. Sie verhindern damit, dass Säuren aus dem Essen den Schmelz angreifen und schädigen. Genau darum ist es so wichtig, bei einem Menü das Essen mit einem Stück Käse zu beenden. Damit werden nämlich die aggressiven Säuren in der Mundhöhle ausgeschaltet.

Der Käse hat aber noch einen dritten Vorteil für unsere Zähne: Spezielle Milch-Proteine verhindern das Wachstum von schädlichen Bakterien im Zahnbelag, aus dem dann der harte Zahnstein wird. Wichtig für all die zahnschützenden Faktoren im Käse: Sie kommen nur zur Geltung, wenn man gut kaut und sich richtig Zeit dafür nimmt.

Diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Das also waren die Zahn-Freunde. Und wie sieht es mit den Zahn-Feinden aus? Was sollte man beim Essen und Trinken meiden, um Karies und andere Zahnerkrankungen wie zum Beispiel Parodontitis zu verhindern?

Unser Hauptproblem ist: Wir essen zu weiche Sachen. Wir kauen zu wenig. Dadurch wird weniger Speichel im Mund produziert. Das wieder hat zur Folge, dass die Vorverdauung der Nahrung nicht optimal abläuft. Außerdem findet auch keine Selbstreinigug der Zähne statt.

Die ärgsten Feinde für unsere Zähne sind Schokoriegel, Lutsch-Bonbons, Chips, Salzgebäck, Cornflakes, Weißbrot und Weißgebäck. Das alles sind Lebensmittel mit sogenannten leeren und schnellen Kohlenhydraten. Sie greifen die Zähne direkt an, weil sie von den Karies-Bakterien in Windeseile in Zucker umgewandelt werden. Und der Zucker beginnt sofort sein Unwesen zu treiben. Süße Nahrung und Kohlenhydrate aus Weißmehl verursachen die Bildung von Plaque und von zahnzerstörenden Säuren, die Grundlage für Zahnstein und Karies.

Alle Nahrungsmittel, die Säure bilden, sind im Grunde genommen Zahnfeinde. Dazu gehören sämtliches Obst, Essig, Fruchtsäfte, Cola-Getränke, Wein, Sekt, Champagner. Zu den Fruchtsäften zählt auch der Orangensaft, den so viele gern trinken. Besonders gefährlich sind Limo-Getränke, denen zusätzlich Zitronensäure beigemischt wird, damit sie besser schmecken. Damit wird der Zahnschmelz schwer gefährdet, weil sich das Calcium sofort herauslöst. Der Zahn wird seines wichtigsten Minerals beraubt.

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist Obst gesund. Für die Zähne ist es gefährlich. Es gibt allerdings einen Trick, wie man die Säure von Obst entschärfen kann. Hier zwei Beispiele: Man gießt über die Obststücke Joghurt. Man genießt ein Glas Wein mit einem Stück Käse.