Generation 50 plus: Ernährung im Alter umstellen

Generation 50 plus: Ernährung im Alter umstellen

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Sie sind über 50 und wollen gesund, vital und fit bleiben? Dann gilt für Ihre Ernährung: Weniger, aber besser und gezielter! Was Sie essen müssen, was Ihr Körper jetzt braucht, worauf Sie verzichten sollten.

 

Die Ernährung gezielt umstellen

Wenn man jung ist, macht man sich über das, was man isst, in den meisten Fällen keine Gedanken. Solange man sich wohl fühlt und gesund ist. Manche glauben, dass sich da im Laufe des Lebens nicht viel ändert. Genau da aber liegt der Fehler. Darum werden viele unnötig krank. Das müsste oft nicht sein. Wir alle sollten uns bewusst sein: Ab dem 50. Lebensjahr verändert sich im Körper Vieles. Die Lebensuhren laufen anders. Und daher muss man die Ernährung gezielt umstellen, den neuen Gegebenheiten anpassen. Wer möglichst lange fit, vital und gesund durch die zweite Hälfte des Lebens gehen möchte, der muss sich mit einem speziellen, neuen Ernährungs-Programm vertraut machen.

Vieles wird jetzt anders

Was läuft denn anders im Organismus, wenn man die 50 überschritten hat? Da gibt es einige Veränderungen:

Durch Zahnprobleme im Alter kann die Nahrung im Mund nicht optimal vorverdaut werden. Dadurch wird der eigentliche Verdauungstrakt – Magen und Darm – stärker beansprucht.

Aber auch hier arbeiten die positiven, schützenden Bakterien – die man allgemein als Darmflora bezeichnet – nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. Viele Manche Vitamine und Mineralstoffe werden nur mäßig ausgewertet. Und auch die körpereigene Produktion von Vitalstoffen läuft nicht mehr so wie früher.

Dazu kommt, dass viele ältere Menschen, vor allem wenn sie allein leben, sehr nachlässig werden, was eine ausgewogene, vernünftige Ernährung betrifft. Sie versorgen sich mit viel zu wenig Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Bioaktiv-Stoffen. Sie trinken Kaffee und tauchen ein Hörnchen ein. Das war’s dann - oft über längere Zeiträume.

Aber selbst, wenn ältere Menschen jeden Tag mit Essen versorgt werden, wie das zum Beispiel in einem Alten- oder Seniorenheim der Fall ist, gibt es ein gravierendes Problem: Sie essen sehr oft sehr, sehr wenig. Und auch dadurch sind sie mit lebenswichtigen Stoffen unterversorgt.

Das Ernährungsprogramm 50 plus:

Achten Sie darauf, dass Sie nicht von innen her austrocknen. Das kann Organschäden verursachen, fördert aber auch Lethargie und Depressionen im Alter. Ganz abgesehen davon, dass Flüssigkeitsmangel die Haut rascher altern lässt. Trinken Sie jeden Tag mindestens eineinhalb Liter Flüssigkeit: Leitungswasser, stilles Mineralwasser, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees oder mit Wasser stark verdünnte Fruchtsäfte. Stellen Sie am Morgen 3 Flaschen Mineralwasser bereit. Die müssen abends leer getrunken sein. Sonst habe Sie Ihrer Gesundheit geschadet.

Sie sollten täglich 3 Scheiben Vollkornbrot oder 3 Stück Vollkorn-Gebäck konsumieren. Zusätzlich eine Portion Reis, am besten Naturreis, Teigwaren oder Kartoffeln. Auch bei den Teigwaren sollten Sie den Vollkorn-Produkten den Vorzug geben.

Sie sollten zumindest eine Mahlzeit am Tag mit Gemüse aufwerten, am besten schonend zubereitet: gedünstet oder dampfgegart. Gut eignen sich Möhren, Brokkoli, Blumenkohl, grüne Erbsen, Spinat. Eine Mahlzeit am Tag sollte unbedingt als Beilage einen knackigen grünen oder roten Blattsalat aufweisen. Das Chlorophyll im grünen Salat hält die Gehirnzellen jung. Die Folsäure und die Bitterstoffe im roten Blattsalat sind wichtig für Herz, Kreislauf und Leber. Ganz abgesehen vom Vitamin C, das man mit frischen Salaten aufnimmt. Gemüse ist auch als Lieferant für Ballaststoffe wichtig, da ab 50 sehr oft auch die Verdauung Probleme macht.

Dasselbe gilt für frisches Ost. Ab sollte man täglich 50 Obst genießen: 2 Äpfel, 2 Orangen, 1 Banane, 2 Kiwis und dann natürlich das jeweilige Obst der Saison: Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren usw. Das alte Sprichwort „ Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern!“ stimmt natürlich im realen Leben der heutigen Zeit nicht, man braucht mehr. Erst kürzlich haben Untersuchungen amerikanischer Wissenschaftler ergeben: 3 bis 5 Äpfel am Tag oder aber auch 3 Gläser naturtrüber Apfelsaft liefern genau die Schutzstoffe, die man braucht, um sich einen Tag lang vor aggressiven Umweltschadstoffen zu schützen.

Hülsenfrüchte und Kohl essen

Einmal die Woche wäre wichtig, dass man eine Mahlzeit aus Hülsenfrüchten genießt: aus Erbsen, grünen Bohnen, weißen großen Bohnen und Linsen. Die Linsen sind so wichtig, weil nicht nur besonders hochwertiges Eisen liefern, sondern auch Energie für mehr Vitalität über 50.

Zum Schutz des Darms vor Entzündungen, Geschwüren und Krebs sollte man einmal die Woche in den Speiseplan ein Kohlgemüse einbauen: Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Sauerkraut.

Genießen Sie jeden Tag Milchprodukte: einen Becher Naturjoghurt, ein Glas Buttermilch, 3 Scheiben Käse oder eine Portion Quark, bei Übergewicht Mager-Quark. Wechseln Sie aber die Milchsorten: Greifen Sie auch zu Schafmilch- oder Ziegenmilchprodukten, die man ja auch in den Supermarkt-Regalen findet. Speziell die Ziegenmilch ist reich an den Jungbrunnen-Stoffen Ubichinon und Orotsäure. Viele Frauen und Männer über 50 fühlen sich nach dem Trinken von Frischmilch unwohl. Dann sollte man darauf verzichten und lieber zu Joghurt, Sauermilch und Buttermilch greifen.

Mehr Eiweiß ist wichtig

Viele ältere Menschen konsumieren viel zu wenig Eiweiß, sind dann nicht stressfest und haben zu wenig Vitalität. Das liefert vor allem das Vitamin B 12 im Fleisch. Daher 3 mal die Woche mageres Fleisch und zum Frühstück 3 mal die Woche Puten-Schinken. Was wenige wissen: Fleisch, das einige Zeit in der Tiefkühltruhe oder im Tiefkühlfach gelegen hat, ist im Alter besser verdaubar. Am besten für Menschen der Generation 50 plus ist Geflügel, vor allem Huhn. Und seitdem man weiß, dass das Cholesterin im Eigelb dank der schützenden Funktion vom Lecithin das Cholesterin im menschlichen Körper nicht anhebt, ist für die Eiweiß-Zufuhr ab 50 bei einem gesunden Menschen das tägliche 4-Minuten-Ei zum Frühstück durchaus legitim.

Jede Woche zweimal sollte Fisch auf den Tisch kommen: vor allem Meeresfisch wie Lachs, Hering oder Makrele. Die darin reichlich vertretenen Omega-3-Fettsäuren stärken nicht nur Herz und Kreislauf, sondern fördern auch im Alter die Produktion neuer Gehirnzellen.

Sehr wichtig ist die tägliche Zufuhr von gesundheitsförderndem Pflanzenfett wie Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl. Täglich etwas Butter tut den Leberzellen gut. Da ein Zuviel an tierischen Fetten nicht gerade gesundheitsfördernd ist, macht es Sinn, den regelmäßigen Konsum von Wurstwaren deutlich zu reduzieren.

Zurückhaltung bei Genussmitteln

Ein wichtiger Grundsatz für alle ab 50: Greifen Sie so selten wie möglich zu Süßigkeiten. Trinken Sie so selten wie möglich zu viel Alkohol. Am ehesten noch Rotwein: der Mann einen Viertelliter pro Tag, die Frau einen Achtelliter.

Das Allerwichtigste für die Ernährung ab 50: Nehmen Sie sich Zeit beim Essen. Jede Malzeit sollte ein Fest sein. Wir können da eine Menge von den Franzosen lernen...