Gefahr beim Baden: Keime im Wasser

Gefahr beim Baden: Keime im Wasser

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Der Sommer 2019 ist heiß, da locken unsere Seen, Flüsse und Freibäder. Millionen Menschen, die in den Sommermonaten nicht in den Urlaub gefahren sind suchen hier Erfrischung, Spaß und Abkühlung. Was aber viele nicht wissen: In unseren heimischen Gewässern lauern Gefahren: Das sind Keime im Wasser. Die sind überall, ob in der freien Natur, in den städtischen Schwimmbädern oder auch im heimischen Pool. Es sind Erreger, die manchmal ungefährliche Krankheiten hervorrufen – oft aber sind die Ansteckungen durch diese Keime gefährlich. Was da alles herumschwirrt und welche Gefahren beim Baden auf die Menschen lauern können – das ist das Thema dieses Artikels.

  1. Adenoviren schädigen Ihre Augen
    Sehr viele Menschen bekommen etwa fünf bis zwölf Tagen nach einem Besuch im Schwimmbad Probleme mit den Augen: Die röten sich, sie schwellen an und sie tränen. Das ist nicht nur unangenehm, das ist auch sehr schmerzhaft. Ursache sind meist Adenoviren die eine Bindehautentzündung hervorrufen. Diese Erreger werden direkt von Mensch zu Mensch übertragen, aber auch durch verunreinigte Gegenstände die diese Viren weitergeben. Gelangen sie ins Wasser der Bäder, dann können sich Schwimmer in öffentlichen Bädern leicht anstecken. Wenn Sie also an einer Bindehautentzündung leiden oder sich die Anfänge einer Infektion bemerkbar machen, dann sollten Sie den Aufenthalt in öffentlichen Bädern unbedingt vermeiden, um die Gesundheit Ihrer Mitmenschen nicht zu gefährden.
  2. Blaualgen greifen die Schleimhäute an
    Blaualgen sind keine Pflanzen, sondern Keime – die Cyanobakterien. Wir alle freuen uns, wenn das Wasser in unseren Seen und Flüssen nach einer Reihe von heißen Tagen schön warm wird. Die Cyanobakterien freut das auch: Sie vermehren sich rasend schnell und geben dem Wasser eine grünblaue Färbung. Dann ist für Badende Vorsicht geboten. Denn diese Keime sondern giftige Stoffe ab. Gelangen diese beim Schwimmen in Kontakt mit den Schleimhäuten von Menschen, dann wird es gefährlich. Es kommt zu Quaddeln auf der Haut, zu Bindehautentzündungen und zu starken Ohrenschmerzen. Wer mit Blaualgen verseuchtes Wasser schluckt, dem drohen Durchfall, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Oft müssen dann Antibiotika eingesetzt werden.
  3. Legionellen können lebensgefährlich werden
    Die lieben warmes Wasser, je wärmer, desto besser. Wenn Ihr Pool oder das von Ihnen besuchte Schwimmbad nicht ausreichend gechlort ist, dann haben Sie dort einen idealen Lebensraum und vermehren sich schlagartig. Aber nicht nur dort sind sie gesundheitsgefährdend: Auch im Trinkwasser und in Duschanlagen die lange nicht genutzt wurden können sie auftreten. Gelangt der Erreger in den Darm und ins Blut, dann kommt es in 90 Prozent der Ansteckungen zum sogenannten Pontiac-Fieber mit Beschwerden wie bei einer Grippe. Bei etwa zehn Prozent aber tritt die lebensgefährliche Legionärskrankheit auf. Dieser Krankheitserreger ist also lebensbedrohend.
  4. Pseudomonas verursachen oft Ohrenentzündungen
    Diese Keime sind sehr weit verbreitet. Sie kommen vor allem in Badeseen und im Erdboden vor. Aber auch Pflanzen oder der Darm ist für diesen Krankheitserreger eine Heimstatt. Wenn Sie sich im Wasser befinden, dann gelangen sie über kleine und auch kleinste Hautverletzungen in den menschlichen Körper. Dort vermehren sie sich weiter. Eine Ansteckung mit Pseudomonas macht sich vor allem durch eine Entzündung des äußeren Gehörgangs bemerkbar. Das betrifft vor allem Kinder. Wenn also Ihr Sprössling nach dem einem Badetag an einem See oder Fluss über Ohrenschmerzen klagt, dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Infektion mit diesem Keim.
  5.  E. Coli Bakterien verursachen schwere Magen-Darmbeschwerden
    Diese Bakterien kommen Gott sei Dank in unseren Freibädern, Seen und Schwimmbädern eher selten vor. Sie kommen im Darm von Menschen und Tieren vor. Wer jedoch diese Bakterien in sich trägt, der kann sie über verunreinigte Handtücher, die Badekleidung oder durch winzige an der Haut haftende Kotpartikel ins Wasser von Schwimmbecken übertragen. Gegen diese Keime helfen oft auch nur noch Antibiotika. Sie sollten also auf jeden Fall gründlich Duschen, bevor Sie in einem Schwimmbecken Abkühlung suchen. Auch, wenn Sie das Schwimmen als Sport betreiben besteht immer die Gefahr einer Ansteckung durch E. Coli Bakterien.
  6. Leptospiren können das Wasser verseuchen
    Natürlich ist das Baden in der freien Natur, in Seen und Flüssen ein sehr schöner Sport. Aber auch da lauern Bakterien, wie zum Beispiel Leptospiren. Und die sind gefährlich für Ihren Körper. Diese Bakterien gelangen über die Ausscheidungen von Tieren in die Böden und ins Wasser. Das geschieht meist über die Zuflüsse von Seen, wenn durch starken Regen ausgeschüttete Gülle in die Gewässer gelangt. Diese Bakterien dringen selbst über Miniverletzungen in Ihren Körper ein und erreichen über den Blutstrom alle Körperregionen. Dann lösen die sogenannte Leptospirose aus. Die Folgen: Schwere Schäden für Ihre Gesundheit wie Fieber mit Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen verbunden mit Durchfall. Es ist also ratsam, nach starken Regenfällen das Baden in Flüssen und Seen Ihrer Gesundheit zuliebe für einige Tage zu vermeiden.

Unsere Wasserqualität ist gut

Generell aber brauchen wir uns beim Baden in Deutschland keine allzu großen Sorgen zu machen: Die Wasserqualität ist auch im Jahr 2019 ausreichend bis gut. Das Wissen um die Gefahren ist ausgeprägt, Sie müssen nur die Warnungen befolgen. Anders ist es beim Baden in tropischen Seen und Flüssen. Dort sind Krankheiten durch Sport in kontaminiertem Wasser durchaus möglich und häufiger – oft mit schlimmen Folgen. Zu den Keimen vor denen Sie sich hüten sollten gehört Giardia lamblia. Die vermehren sich in warmem und nährstoffreichem Wasser sehr stark: Wenn Sie dort beim Sport Wasser schlucken verursachen sie Krankheiten wie zum Beispiel Dünndarmentzündungen oder Durchfall. In deutschen Schwimmbädern oder Badeseen besteht diese Gefahr jedoch nicht, ist also kein Thema.