Gartenarbeit ist gesund

Gartenarbeit ist gesund

© Ian Nixon - Istockphoto.com

Es gibt zahllose internationale Studien, die nachweisen: Wer einen Garten besitzt, kann viel für seine Gesundheit tun. Gartenarbeit ist eine Naturarznei, die sich optimal auf Körper, Geist und Seele auswirkt. Wer mit Schaufel, Rechen und Harke den Boden bearbeitet, wer Blumen pflegt, Gemüse und Obst anbaut und erntet, der hat weitaus bessere Blutdruck- und Cholesterinwerte, kann Stress abbauen und Endorphine im Gehirn produzieren, Glückshormone, die sogar Schmerzen vertreiben können.

 

Gartenarbeit senkt den Blutdruck

Das ist allgemein bekannt. Nun aber hat sich eine britische Wissenschaftler-Gruppe die Mühe gemacht, Menschen zu befragen und zu analysieren, die zwar keinen Garten haben, die aber im kleinen Bereich auf dem Balkon, auf der Terrasse oder auf der Fensterbank Gärtner spielen.

Das Ergebnis der Studie war sensationell und erstaunlich. Wer sich auf dem Balkon, auf der Terrasse oder gar nur auf der Fensterbank um Blumen, Kräuter oder um so manches Gemüse kümmert, der hat noch bessere Chancen, länger zu leben und bessere Gesundheitswerte einzufahren, wie jemand, der das in einem großflächigen Garten tut. Das mag darauf zurück zu führen sein, dass ein Garten doch im Grunde genommen viel Arbeit macht und die Arbeit mitunter auch recht anstrengend sein kann. Das Gärtnern auf der Fensterbank, auf der Terrasse und auf dem Balkon hingegen hält sich – was Zeit und Kraft betrifft – in Grenzen. Man kann dabei pures Glück genießen, die Natur hautnah erleben und hat dabei dennoch keinen all zu großen Arbeitsaufwand.

Der Garten als Naturarznei

Ein altes Sprichwort aus China lautet: „ Willst du eine Stunde glücklich sein, dann betrinke dich. Willst Du ein Jahr glücklich sein, dann heirate. Willst du ein ganzes Leben glücklich sein, dann kaufe dir einen Garten!“ Dieser Spruch –so sagen die englischen Forscher – ist auch auf kleinste Fleckchen Erde umzusetzen. Er gilt auch für den Balkon, die Terrasse und für die Fensterbank, auch wenn der Wohnungsinhaber mitten in der Stadt logiert. All diese kleinen grünen Inseln kann man als Naturarzneien für die Gesundheit bezeichnen. Sie tragen entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität bei und können zweifelsohne Krankheiten verhindern, das Leben verlängern und gesundheitliche Werte verbessern. Kleine Alltagsbeschwerden kriegt man schneller in der Griff. Wer auf der Terrasse, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank sozusagen als „Mini-Gärtner“ im Einsatz ist, der spart manche Tablette.

Ärzte und Psychologen haben genau beobachtet und gemessen, wie sich die „ kleine“ Gartenarbeit in und vor der Wohnung auf den Organismus auswirkt:

  • Bereits nach 8 Minuten Aufenthalt an einer Kräuter- oder Blumenkiste vor dem Fenster sinkt der Blutdruck um 10 Prozent. Bei Hochdruckpatienten nimmt er danach sogar noch mehr ab.
  • Der Puls wird ruhiger, die Herzfrequenz gleichmäßiger.
  • Der gesamte Stoffwechsel wird angekurbelt.
  • Muskelverspannungen lösen sich. Schmerzen nehmen ab.
  • Ängste verschwinden und die allgemeine Stimmung steigt.
  • Die körperliche Koordination verbessert sich, die geistige Aufmerksamkeit nimmt deutlich zu.
  • Die Menschen werden kommunikationsfreudiger. So mancher, der so einen „ Mini-Garten“ hat, braucht keinen Psychiater- oder Psycho-Therapeuten.

Gartenarbeit wirkt positiv auf Seele und Körper

Wissenschaftler haben aber noch weitere Vorteile für Seele und Körper dokumentiert hat:

  • Menschen, die auf Grund von Stressbelastungen depressiv sind, bauen wieder Glückshormone im Gehirn auf. Besonders merklich ist das bei der Arbeit mit Blumen.
  • Rheuma-Patienten spüren plötzlich nicht ihre Schmerzen so intensiv, solange sie auf ihrem kleinen oder kleinsten Stückchen Erde umherwerken.
  • Gestresste und überarbeitete Menschen können Ihre Verspannungen abbauen und wieder innere Ruhe finden. Durch die Arbeit mit Kräutern, Gemüse, Blumen in Töpfen und Blumenkästen wird man wieder stressfest.
  • Dazu kommt noch das enorme Erfolgserlebnis, wenn man auf dem Balkon eigene ,reife Tomaten erntet oder Himbeeren pflückt. Das ist sicher einer der Gründe, warum deutsche und österreichische Gärtner für Klein-Gartenbesitzer, Balkon- und Terrassen-Besitzer die zierlichen, schmalen Säulenobstbäume gezüchtet haben, die auf kleinstem Raum unter freiem Himmel Platz haben und im zweiten und dritten Jahr oft zahllose Früchte tragen.
  • Wahre Wunder bewirkt die regelmäßige Arbeit im „Mini-Garten“ bei Patienten mit Parkinson, Alzheimer, bei Suchtentwöhnten, bei Menschen mit Essstörungen, nach Unfällen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Der enge Kontakt zur Natur dürfte hier zum Aufbau von Harmonie im Körper und in der Seele führen.

Die Natur hat einen starken Einfluss auf den Menschen. Ärzte haben festgestellt, dass sich schwer kranke Patienten in einer Klinik schneller erholen und weniger Medikamente brauchen, wenn sie von ihrem Bett aus einen freien Blick in die Natur, auf einen Park mit Bäumen und einer Wiese haben.

Auch niedergelassene Ärzte , die bei der englischen Studie befragt wurden, bestätigten: Wer regelmäßig Blumen und Kräuter vor und in der Wohnung betreut, leidet weniger an Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Migräne, Rücken- und Gelenks-Beschwerden.

Gärtnern geht auch auf Balkon und Fensterbank

Es gibt einen Katalog mit Pflanzen, die sich besonders für den Balkon, die Terrasse oder die Fensterbank eignen, die beim Wohnungsinhaber ein großes Erfolgserlebnis auslösen und daher besonders gesundheitsfördernd wirken. Ganz abgesehen davon, dass zum Beispiel bestimmte Kräuter dann auch für eine sanfte Selbstmedikation eingesetzt werden können.

  • Sehr sinnvoll ist es, auf der Fensterbank oder auf dem Balkon Gartenkresse anzubauen. Schon wenige Tage, nachdem man die zarten Samen in die Erde gedrückt hat, sprießen schon die ersten Pflänzchen. Kresse gibt jedem Salat eine wunderbare Würze. Außerdem liefert Kresse das Spurenelement Chrom, das beim Abnehmen hilft, weil es das Sattsein steuert. Außerdem versorgt die Kresse unsere Schilddrüse auf natürliche Weise mit Jod.
  • Nahezu ein Muss im „Mini-Garten“ ist Schnittlauch. Da er sehr schnell seine Vitalstoffe – Vitamin C und Eisen – abbaut, macht es nur Sinn, Schnittlauch ganz frisch zu essen: Abschneiden, waschen, klein schneiden und auf einer Scheibe Vollkornbrot oder im Salat konsumieren.
  • Ein wichtiges Küchenkraut auf der Terrasse, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank ist die Petersilie. Sie ist robust, liefert reichlich Vitamin C und eignet sich fast bei jedem Gericht als Würze.
  • Mittelmeer- Stimmung zaubern Sie auf den Balkon, wenn Sie Basilikum in Töpfen wachsen lassen.

Sie werden sehen: Es lohnt, auch ohne Garten zu Gärtnern. Vor allem ist es ein wertvoller Beitrag fürs Gesundbleiben und fürs Wohlfühlen.