Gartenarbeit baut Stress ab

Gartenarbeit baut Stress ab

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Der Garten als Naturarznei: Unglaublich, wie gut uns Bewegung und Arbeit im Garten tut. Die kleine grüne Oase vertreibt Depressionen, senkt den Blutdruck, baut Stress ab. Was bei der Arbeit im Garten mit Seele und Körper passiert, welche Gartenarbeit besonders sinnvoll ist, warum Rasenmähen gar nicht langweilig ist.

Ein altes Sprichwort aus China lautet: „ Willst du eine Stunde glücklich sein, dann betrinke dich. Willst Du ein Jahr glücklich sein, dann heirate. Willst du ein ganzes Leben glücklich sein , dann kaufe dir einen Garten!“ Mediziner und Psychologen haben in den letzten Jahren in zahllosen Studien nachgewiesen: Der Garten ist eine Naturarznei für Gesundheit, Vitalität und für ein längeres Leben. Spaten, Rechen, Schaufel und Gießkanne sparen so manche Tablette.

Gartenarbeit senkt den Blutdruck

Der Wiener Arzt Dr. Fritz Neuhauser vom Geriatrie-Zentrum Wienerwald und Experte für Garten-Therapie, hat genau beobachtet und gemessen, wie sich Gartenarbeit auf den Organismus auswirkt:

  • Bereits nach 8 Minuten Aufenthalt im eigenen Garten sinkt der Blutdruck um 10 Prozent. Bei Hochdruckpatienten nimmt er sogar noch mehr ab. Mitunter kommt man noch Stunden nach der beglückenden Gartenarbeit zu erstaunlichen Ergebnissen beim Blutdruck-Messen.
  • Der Puls wird ruhiger, die Herzfrequenz gleichmäßiger. Wer sehr nervös war, der erholt sich sensationell.
  • Der gesamte Stoffwechsel wird angekurbelt.
  • Muskelverspannungen lösen sich. Gartenarbeit kann da oft mehr Erfolg bringen als eine Massage.
  • Rheumatische Schmerzen nehmen ab und bleiben oft für Stunden weg, wenn man nach der Gartenarbeit beglückt in die Wohnung kommt.
  • Ängste verschwinden und die allgemeine Stimmung steigt. Man kann das messen: Wer mit Begeisterung im Garten arbeitet und sich vor allem mit farbenprächtigen Blumen und Kräutern beschäftigt, der kurbelt damit ganz massiv die Produktion von Glückshormonen im Gehirn und im Magen an.
  • Die körperliche Koordination verbessert sich, die geistige Aufmerksamkeit nimmt deutlich zu. Der Mensch wird kommunikationsfreudiger. So mancher, der einen Garten hat, braucht keinen Psycho- oder Physio-Therapeuten. Vor allem dann, wenn ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn aufgebaut wurde. Man macht dann Pause beim Umgraben, beim Unkraut jäten oder beim Giessen der Pflanzen und beginnt ein nettes Gespräch an Zaun. Das kann in etlichen Fällen tatsächlich den Besuch beim Therapeuten sparen.

Im Garten vergehen Depressionen

Jeder Mensch profitiert von einem Garten. Hier die Vorteile für Seele und Körper, der Dr.Fritz Neuhauser aus praktischen Erfahrungen und Beobachtungen dokumentiert hat:

  • Menschen, die auf Grund von Stressbelastungen bereits depressiv sind oder immer wieder in depressive Verstimmungen abgleiten, beginnen wieder positiv zu denken, wenn sie sich intensiv mit Pflanzen auseinander setzen. Besonders merklich ist das bei der Garten-Arbeit mit Blumen, vor allem mit Rosen.
  • Rheuma-Patienten spüren plötzlich ihre Schmerzen nicht mehr so intensiv, solange sie auf ihrem Stückchen Erde arbeiten. Mitunter hält das auch länger an.
  • Beruflich oder privat überforderte Menschen können Ihre seelischen Verspannungen abbauen und wieder innere Ruhe finden. Durch die Gartenarbeit mit Gemüse, Obst, Blumen, Gras , Sträuchern und Bäumen wird man wieder stressfest.
  • Wahre Wunder bewirkt die regelmäßige Arbeit im Garten bei Patienten mit Parkinson, Alzheimer, bei Suchtentwöhnten, bei Menschen mit Essstörungen, nach schweren Verkehrsunfällen, aber auch nach Herzinfarkt und Schlaganfall. Der enge Kontakt zur Natur dürfte hier zum Aufbau einer neuen, heilsamen Harmonie im Körper und in der Seele führen.

 

Es ist längste erweisen: Die Natur hat einen starken Einfluss auf den Menschen. Ärzte haben festgestellt, dass schwer kranke Patienten auf der Intensiv-Station sich schneller erholen und weniger Medikamente brauchen, wenn sie von ihrem Bett aus einen freien Blick in die Natur, auf Bäume und Wiesen oder in einen Garten haben. Das aktiviert ganz enorm die Selbstheilungskräfte. Der Anblick von frischem Grün der Natur fördert eine gute Stimmung. Was ist nun das Geheimnis der Garten-Therapie?

Weniger Schlafstörungen und Kopfschmerzen

Ganz einfach: Jeder Mensch braucht Bewegung. Das sagt schon der alte, aber bewährte Spruch: „Leben ist Bewegung. Bewegung ist Leben!“ Nur so können Muskel und Knochen gestärkt, Stoffwechsel und Kreislauf angeregt werden. Auch seelische Spannungen und Stressbelastung kann man durch Bewegung abbauen. Mit der Arbeit im Freien wird aus einer Therapie ein genussvolles Vergnügen. Und dann darf man nicht vergessen: Je stärker die Muskel aufgebaut sind, desto besser können sie die Wirbelsäule abstützen. Auf diese Weise können altersbedingte Schäden am Bewegungsapparat des Menschen ausgeglichen werden.

Niedergelassene Ärzte bestätigen es: Wer einen Garten besitzt und ihn auch selbst bearbeitet, leidet weniger an Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Migräne, Rücken- und Gelenks-Beschwerden. Darum ist es auch so wichtig, dass Kinder so früh wie möglich Kontakt mit der Natur haben, selbst aus Samen oder Pflanzen Blumen wachsen lassen und so richtig in der Erde graben.

Rasenmähen ist eine Naturarznei

Ja, und dann kommt noch ein wesentlicher Aspekt hinzu, der auf neuesten Studien basiert. In vielen Gärten werden bereits ganz eifrig wieder – wie alle Jahre - Wiesen und Rasen gemäht. Und alle, die für gewöhnlich diese Arbeit nicht so gern erledigen, sollten umdenken, sollten sich ab sofort auf diese Arbeit freuen. Denn: Australische Ärzte und Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Rasenmähen eine ganz spezielle Naturarznei ist. Rasenmähen beruhigt, entspannt und ist ein wunderbarer Schutz gegen das heute so viel verbreitete Burn out Syndrom, kann aber auch helfen, wenn man bereits zum Stress-Opfer geworden ist.

Wer im Berufs- aber auch im Privatleben den ganzen Tag Hektik und Zeitdruck erlebt und eines Tages körperlich und geistig ausgebrannt ist, braucht Ruhe und Entspannung. Er muss lernen, aus dem Hamsterrad seiner Verpflichtungen auszusteigen. Er braucht neue Kraft, um seine Batterien aufladen zu können. Australische Wissenschaftler kommen zu dem Schluss: Das wirksamste Mittel ist das Rasenmähen. Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Egal, ob man mit einem elektrischen oder benzinbetriebenen Gerät arbeitet: Man muss sich konzentrieren, damit Rasen oder Wiese nach dem Mähen schön aussehen und dass man mit den Füßen nicht in die rotierenden Messer gerät.
  • Durch die Konzentration kann man leicht die Probleme aus Beruf und Alltag vorübergehend vergessen.
  • Außerdem werden vom frisch geschnittenen Gras ätherische Substanzen freigesetzt, die auf unsere Seele entspannend, beruhigend und stimmungsaufhellend wirken. Der Duft gelangt über die Nase in jene Gehirn-Regionen, die für das Abschalten und Loslassen zuständig sind.
  • Der schöne Rasen oder die gepflegte Wiese erfreuen am Ende der Arbeit unsere Seele, was wieder stressfest macht.
  • Obendrein kann man auch noch Körpergewicht abbauen. Immerhin: Eine Stunde Rasenmähen hilft uns, 300 Kilokalorien zu verbrennen.