Fitness-Irrtümer: So können Sie Fehler vermeiden

Fitness-Irrtümer: So können Sie Fehler vermeiden

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Fit sein wollen wir alle, Fitness muss man trainieren. Muskeltraining, Fettverbrennung, Immunaufbau - das sind die Ziele, wenn wir uns im Freien oder im Fitness-Studio abrackern. Fitness ist inzwischen schon Kult geworden. Aber um diesen Kult herum haben sich viele Irrtümer eingenistet, sind Mythen und Märchen entstanden. Mit denen müssen wir aufräumen. Fitness - die grossen Irrtümer.

 

Setzt Fettverbrennung verzögert ein?

Immer wider wird behauptet: Die intensive Fettverbrennung setzt erst nach einer halben Stunde sportlicher Betätigung ein. Das ist Unfug: Schon von der ersten Sekunde an verbrennen wir Fett und Glukose. Aber: Da zuerst die vorhandenen Glukosereserven verbraucht werden, läuft nach Erna einer halben Stunde die Fettverbrennung auf volle Höhe an.

Sind Fitnessdrinks unersetzlich?

Wasser reicht bei einer sportlichen Betätigung bis zu einer Stunde vollkommen aus. Sie müssen die durch Schwitzen ausgeschiedenen Mineralien und Elektrolyte keineswegs durch Fitnessdrinks ersetzen, Mineralwasser oder eine Apfelsaftschorle reichen aus. Die Fitnessdrinks sollen auch die Leistung steigern (Koffein) und die Energiereserven vergrössern (Zucker) - das ist aber bei normalem Sportbetrieb überflüssig. Wenn Sie Sport treiben um abzunehmen, dann sind diese Drinks sogar kontraproduktiv: Wenige Schlucke reichen, um die verbrauchten Kalorien wieder zuzuführen - das anstrengende Schwitzen war umsonst.

Macht reines Krafttraining fit?

Mit richtig gut ausgebildeten Muskeln wirkt man sicherlich fit. Aber misten geht den Muskelprotzen sehr schnell die Puste aus. Denn beim Stemmen grosser Gewichte (Hanteln) wird ein grosser Krafteinsatz für eine nur sehr kurze Zeit gefordert. Davon hat das Herzkreislauf-System aber gar nichts. Kraftsport macht nur Sinn, wenn er mit Ausdauersport kombiniert wird. Dabei werden gezielt Muskeln aufgebaut, die beispielsweise die Wirbelsäule stützen oder die Kniegelenke entlasten. Das macht fit und hilft, Fehlhaltungen zu vermeiden.

Ist Muskelkater ein positives Signal?

Wer am Tag nach dem Sport über Muskelkater jammert, war nicht etwa besonders fleissig - er hat seine Muskeln einfach überfordert und geschädigt. In den Muskelfasern sind winzige Verletzungen entstanden - die tun weh. Muskelkater hat auch nichts mit einem Milchsäure-Überschuss zu tun, wie man früher angenommen hat. Der Schmerz entsteht durch Entzündungsprozesse im überforderten Muskel. Bisher hörte man auch oft: "Wenn ein Muskelkater schmerzt, damit weitermachen womit man aufgehört hat." Das ist reiner Unfug und verschlimmert die Verletzungen nur. Was hilft sind: Sanfte Bewegungen um die Durchblutung zu fördern, Sauna-Wärme oder ein warm Baden oder Duschen.

Bringt Nordic walking sportlich nichts?

Wenn sie einem stöckelnd im Wald und auf den Wanderwegen begegnen, dann muss man oft unwillkürlich grinsen: Was soll das denn werden: Wandern mit Skistöcken - neudeutsch "Nordic walking" genannt. Ist doch nur für Uraltmenschen. Vorsicht ist bei diesem Vorurteil angebracht, denn es ist ein gewaltiger Irrtum. Wenn Sie Nordic walking nach der Einführung durch einen Trainer sportlich betreiben, dann tun Sie sehr viel für Ihre Kondition, für Ihre Figur und für Ihr Herzkreislaufsystem. Denn beim richtigen Nordic walking werden rund ein Drittel unserer gesamten Muskeln bewegt und gefordert. Ohne dass Sie - wie etwa beim Jogging - ausser Atem kommen. Es ist ein sehr guter Ausdauersport für ältere Menschen, es härtet ab und führt zu einer vermehrten Sauerstoffaufnahme, die wiederum gut für die Muskeln und fürs Gehirn ist.

Sind Eiweisspräparate für die Fitness wichtig?

Wer sein Muskulatur aufbauen will, der muss nur fleissig Eiweisspräparate schlucken, schon geschehen Wunder und die Muskeln schwellen an. Das stimmt so nicht: Nur Muskeln, die arbeiten, die beansprucht und die trainiert werden können wachsen. Dazu braucht es keine teuren Eiweisspräparate, wie sie gerne in Fitness-Studios angeboten werden. Dazu genügt die richtige Ernährung: Die für den Muskjelaufbau nötigen Proteine finden Sie im Fleisch, in Milchprodukten (Hüttenkäse, Joghurt usw.), aber auch in Bohnen und Erbsen, in allen Kohlsorten und in Sojaprodukten. In 100 Gramm Hähnchenfleisch, einem Dreiviertelliter Buttermilch oder 200 Gramm Linsen sind jeweils 20 Gramm Eiweiss enthalten. Mit einer normalen heimischen Mischkost nehmen wir laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) pro Tag etwa 100 Gramm Eiweiss zu uns. Das ist völlig ausreichend.

Zu beachten: Wird der Organismus mit Eiweiss überfüttert, dann können Nierenprobleme entstehen. Billige Eiweiss-Präparate bestehen zudem oft aus Eiweiss, das aus Schwarten, Knorpeln oder Schlachtabfällen gewonnen wurde.

Ist Schwimmen immer gut für den Rücken?

Wenn Sie Probleme mit Ihrer Wirbelsäule haben, dann sollten Sie sich regelmässiges Schwimmen zum Aufbau der Rückenmuskulatur gut überlegen. Denn da kommt es darauf an, wie Sie schwimmen:

Optimal und positiv für Ihren Rücken sind die Schwimmlagen Kraulen und Rückenschwimmen. Wenn Sie Probleme vor allem mit den Halswirbeln haben ist Brustschwimmen kontraproduktiv. Denn dabei werden die Halswirbel und -muskeln sehr stark strapaziert.

Können Übungen beim Fettabbau an Problemzonen helfen?

Eine spezielle Problemzonengymnastik ist immer gut, weil die Muskeln gestärkt werden - ein gezielter Fettabbau in den Problemzonen (Bauch, Hüften, Po, Oberschenkel) ist aber auch dadurch nicht möglich. Denn die von den Muskeln benötigte Energie wird eben gerade dort nicht durch Fettabbau geholt, sondert dort, wo der Fettabbau für den Organismus am leichtesten ist: Im Gesicht und am Dekolleté. Dort sitzen die Fettspeicher, die Energie am schnellsten abgeben. An Hüften und Schenkeln hält sich das Fett viel hartnäckiger.