Faszientraining: So gesund ist es

Sie haben Verspannungen, Ihre Muskeln funktionieren nicht mehr so wie sie sollten, Ihr Bewegungsapparat leistet nicht mehr so viel wie früher? Dann sollten Sie sich dringend um Ihre Faszien kümmern. Für viele ist das ein Wort, das sie noch nie oder nur selten gehört haben. Dabei sind die Faszien von immenser Bedeutung für das Zusammenspiel von Gelenken und unseren Muskulatur. Sie koordinieren unsere Bewegungen. Und wenn sie falsch behandelt oder gereizt werden, dann verursachen sie eher Schmerzen als Muskeln.

Wenn die Faszien in ihren Fähigkeiten nachlassen, dann haben Sie Schmerzen, bestimmte Bewegungen werden schwer bis unmöglich, oft können Sie nicht mehr den Sport ausüben der für Sie bisher wichtig war. Dann müssen Sie die Faszien trainieren, ein regelmäßiges Faszientraining durchführen. Dieses Training ist leichter, als Sie denken. Es stäkrt nicht nur Ihre Faszien, es ist insgesamt gut für Ihre Gesundheit. Wie und welches Faszientraining für Sie richtig ist, dazu diese Tipps und Ratschläge.


Was sind Faszien?

Unsere Muskeln sind von einer Hülle aus Bindegewebe umgeben – den Faszien. Lange Zeit wurden sie vernachlässigt. Inzwischen weiß man, wie wichtig Faszien für unsere Gesundheit und für die Ausübung der meisten Sportarten sind. Gerade im Sport geht ohne gut trainierte Faszien gar nichts. Im Körper hat die Faszie viele Funktionen. In ihnen sitzen viele Sensoren, die sogenannten Propriozeptoren. Sie helfen uns, die Stellung und Bewegung unserer Gelenke und Muskulatur wahrzunehmen und uns zu koordinieren. Sie sind auch zuständig für die Schmerzwahrnehmung. Faszien haben viel mehr Nerven als Muskeln. Sie schmerzen also bei Fehl- oder Überlastungen mehr als die Muskeln selbst. Dieb Faszien sind ein Gewebe das muskelübergreifend Signale weitergibt. Es wird auch oft als Bindegewebe bezeichnet. Faszien können – wie Sehnen und Bänder – Zugkräfte gut aushalten und übertragen.

Die richtige Ernährung für Ihre Faszien

Zur Gesundheit generell und zum Faszientraining speziell gehört die richtige Ernährung. Das Fasziengewebe besteht zu 75 % aus Wasser. Deshalb ist es wichtig, das Sie immer ausreichend viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Zwei bis drei Liter pro Tag sollten es schon sein. Bei der festen Ernährung sollten Sie auf eine ausgewogene Mischung aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß achten. Die Faszien brauchen besonders die essenziellen Aminosäuren. Die finden wir sowohl im tierischen wie auch pflanzlichen Eiweiß. Wählen Sie eine Mischkost zu der Fleisch (besonders gut ist Rindfleisch), nicht geräucherte oder gepökelte Wurstwaren und Fisch (da vor allem Thunfisch) gehören. Zum pflanzlichen Teil Ihrer Ernährung sollten Eier, Nüsse (vor allem Walnüsse), alle Hülsenfrüchte wie Sojabohnen und Linden gehören. Sehen Sie zu, das Ihre Ernährung viel Vitamin C enthält (steckt in Zitrusfrüchten, Spinat, allen Kohlsorten, Paprika oder auch Hagebutten. Um Ihre Faszien gesund zu erhalten, brauchen Sie auch Spurenelemente und Mineralstoffe. Das wären: Zink, Jod, Kupfer, Magnesium, Kalium, Kalzium.

Das Faszientraining mit der Rolle

Wenn Ihre Faszien dehnbar und beweglich sind, dann erlauben Sie Ihnen ein Optimum an Beweglichkeit. Aber das leider nur bei den wenigsten Menschen der Fall. Die Gründe:

  • Mangelnde Beweglichkeit
  • Stundenlanges Verharren in derselben Position bei der Arbeit
  • Keine oder nur eine geringe sportliche Betätigung.
  • Dadurch "verkleben" die Faszien an ihren Muskeln, sie "verwursteln" sich, verlieren ihre Beweglichkeit und Elastizität, sie versteifen. Darauf reagiert der Körper mit Rückenschmerzen und Verspannungen. Damit das Bindegewebe in Ihrem Körper wieder richtig funktioniert, die Faszien ihre Arbeit richtig durchführen können brauchen Sie Sport und das richtige Training. Zum Beispiel das Training mit der Rolle. Die können Sie im Internet oder in jedem Sanitätshaus kaufen.
  • Das Faszientraining konzentriert sich auf die Muskeln zwischen zwei Gelenken, zum Beispiel zwischen Sprung- und Kniegelenk. Die Rolle wird so auf dem Boden platziert, dass man die jeweiligen Muskelpartien (zum Beispiel die Wade) darauf hin und her bewegen kann. Also: Auf den Rücken legen und die Gelenke bitte aussparen!
  • Faszientraining und die Übungen mit der Rolle sind kein Zuckerlecken. Sehr oft tut es sogar weh. Legen Sie die Rolle so auf den Boden, dass Sie die betreffende Muskelpartie (zum Beispiel die Wade) darauf hin und her bewegen können. Auf einer Skala von Eins bis Zehn sollte der bei dieser Übung entstehende Schmerz nicht höher als sechs liegen.
  • Der Grund für die Schmerzen sind winzige Rezeptoren, die im Körper und vor allem im Rücken sitzen. Sind Ihre Faszien schon verklebt, dann sind sie im Alarmzustand und melden Schmerzen an. Wenn Sie aber standhaft bleiben, dann löst sich zum Beispiel der Schmerz im Rücken in eine wohltuende Entspannung auf.
  • Sehr gut ist es, wenn Sie vor dem Training erst einmal "rollen". Das wärmt den Körper auf und lockert die Muskeln.
  • Um Ihre Muskeln wieder auf Vordermann zu bringen, rollen Sie langsam und konzentrieren Sie sich auf die Punkte, die besonders beansprucht werden oder schmerzen.
  • Machen Sie etwa 25 Wiederholungen oder rollen Sie etwa bis zu einer Minute.
  • Bevor Sie ein Training mit der Rolle beginnen, sollten Sie die Übungen mit einem Trainer besprechen.
  • Das Training für Ihre Faszien ist nicht nur gut für Ihre Gesundheit, die Übungen stärken auch Ihr Gewebe und kräftigen vor allem den Rücken.