Fasten ist mehr als abnehmen

Fasten ist mehr als abnehmen

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Das Thema Fasten betrifft Millionen Menschen. Jeder dritte Deutsche hat Übergewicht, ist zu fett. Die Betroffenen schnaufen beim Treppensteigen, schwitzen schon nach einigen hundert Metern Spaziergang, die Klamotten passen nicht mehr, das Binden der Schuhe wird zum Problem denn immer ist der Bauch im Weg. Also wird beschlossen: Ich nehme jetzt ab. Aber wie nimmt man den am besten ab, was sind die richtigen Methoden? Da gibt es hunderte von guten Ratschlägen, von Diäten, von Nahrungsmitteln die angeblich Fett verbrennen, von Tipps für den richtigen Sport und das richtige Essverhalten. Was aber kaum zur Sprache kommt: Fasten ist viel mehr als nur abnehmen.

Wer fastet, der tut nicht nur seiner Figur Gutes, der hilft vor seiner Gesundheit. Denn mit jedem Kilo das Sie abnehmen, verbessert sich Ihr Gesundheitszustand: Der Blutdruck sinkt, das Risiko für Herz- und Schlaganfall vermindert sich, Ihre Gelenke werden geschont, die Durchblutung wird besser, Muskeln und Sehnen werden gestärkt – kurz gesagt: Fasten ist mehr als abnehmen. Dazu Ratschläge und Tipps. Denn: Ob Heilfasten, Intervallfasten oder eine generell verbesserte Ernährung – Fasten ist mit das Beste, was Sie für Ihre Gesundheit tun können. Und das dabei auch noch überflüssige Kilos abgebaut werden ist doch eine wunderbare Nebenwirkung.

Fasten, aber richtig

Fasten ist in, Abnehmen auch, denn schlank sein wird oft mit Gesundheit gleich gesetzt. Alles schön und gut. Aber jeder der ein paar Kilo zu viel mit sich herumschleppt, der weiß, wie schwer es ist, das Essen einzuschränken, eine Diät einzuhalten, den Verzicht auf Alkohol durchzustehen und während des Fastens die gute Laune nicht zu verlieren. Denn die verschwindet, bevor auch nur ein Kilo weg ist. Dabei das mit dem Fasten gar nicht so schwer. Schwer ist nur, nach der Diät, nach dem Fasten nicht wieder zuzunehmen. Dann haben wir den gefürchteten JoJo-Effekt, dann haben wir unseren Körper umsonst mit einer Hungerkur oder einer Diät gequält. Wir haben viele Tage lang Verzicht geübt - nur um wieder in die alten Verhaltensmuster und Essgewohnheiten zurückzufallen. Um das zu verhindern, müssen wir zuerst begreifen: Fasten ist mehr als Abnehmen. Aber wie faste ich denn nun richtig? Dazu einige Vorschläge und Tipps.

Was mich dick macht

1. Die Glutamatfalle

Sie essen gerne, wenn es so richtig schmeckt. Das macht sich die Lebensmittelindustrie zunutze und verstärkt den Geschmack ihrer Produkte mit einem Geschmacksverstärker: Dem Glutamat. Dieses Teufelszeug ist in fast allen Lebensmitteln die haltbar sind und würzig schmecken: Wurst, Schinken, fast alle Chips, industriell gefertigte Lebensmittel, Fast Food. Glutamat ist ein sogenannter Geschmacksverstärker. Dabei verändert es eher den originalen Geschmack von Speisen, statt ihn zu verstärken. In Studien wurde nachgewiesen, das Glutamat das Sättigungszentrum im Gehirn beeinflusst, weil es die Bildung des "Schlankheitshormons" Leptin behindert. Sie werden also nicht satt, sondern das Gehirn fordert: "He, ich werde nicht satt, iss etwas." Also stopfen Sie sich mit glutamathaltigen Lebensmitteln voll, obwohl Sie schon lange genug gegessen haben. Wer Tag für Tag zu glutamathaltigen Lebensmitteln greift, der isst zu viel – und wird dick. Wenn Sie aber gezielt fasten und auf Glutamat verzichten, dann nehmen Sie ab.

2. Schlafmangel macht dick

Wenn Sie zu wenig schlafen, dann verändert sich Ihr Essverhalten. Das hat Auswirkungen auf Ihren Körper – und die sind nicht gesund. In einer Studie wurden im Blutspiegel die Hormone Leptin (die hemmen den Appetit) und Ghrelin (die steigern den Appetit) gemessen. Das Ergebnis: Bei Menschen die nur sechs Stunden oder noch weniger pro Nacht schliefen erhöhte sich der Anteil an Ghrelin deutlich, während das Leptin unverändert blieb. Das bedeutet: Wer zu wenig schläft, der hat mehr Appetit und isst deshalb auch mehr als er eigentlich braucht. Darauf reagiert der Körper mit Gewichtszunahme. Wenn Sie also abnehmen wollen, dann gehört ausreichender Schlaf zum Programm.

3. Beim Essen nicht ablenken lassen

Das Essen steht vor Ihnen, aber Sie Telefonieren dazwischen, führen ein angeregtes Gespräch oder das Radio läuft nebenher. Mit einem Wort: Das Essen ist für Sie Nebensache, Sie sind total abgelenkt. Eigentlich wissen Sie gar nicht, was Sie essen, sondern schieben die Nahrung nur so nebenbei in sich rein. So können Sie nicht abnehmen. Verstärken Sie die positiven Wirkungen beim Fasten, indem Sie Ihrem Essen die volle Aufmerksamkeit widmen. Genießen Sie jeden Bissen, lassen Sie sich nicht ablenken. Trinken Sie vor dem Essen ein Glas Wasser, während Sie essen trinken Sie nur sehr wenig. Spülen Sie nicht jeden Bissen mit einem Schluck Flüssigkeit runter. Wenn Sie langsam und mit Bedacht essen, dann kann das Gehirn Appetit von Hunger unterscheiden. Die Folge: Sie essen nur soviel wie Ihr Körper zur Energiegewinnung braucht. Merken Sie sich: Eine gesunde Ernährung beim Fasten braucht Zeit bei den Mahlzeiten.

4. Zu wenig Bewegung macht dick

Sie fasten, Sie essen weniger, Sie haben Ihre Ernährung auf kalorienarm umgestellt. Das ist schon mal gesund. Aber ob Sie nun Heilfasten, Intervallfasten oder einfach weniger Essen – Sie müssen das Thema Bewegung in Ihre Fastenzeit mit einbeziehen. Das heißt: Sie müssen die Zahl der Stunden in denen Sie sich ganz bewusst bewegen erhöhen. Sonst hat das ganze Fasten keinen Sinn. Fasten ist nämlich mehr als nur abnehmen. Sie müssen Bewegung in Ihr Leben bringen, dann verlieren Sie auch Gewicht. Wie das funktioniert, hat man am Albert Einstein College in New York herausgefunden. In Ihrem Vorderhirn sitzen die POMC-Nervenzellen, diese unterdrücken den Appetit. Sie haben hitzeempfindliche Rezeptoren vom Typ TRVP1. Je mehr Wärme diese abbekommen, desto aktiver werden sie und unterdrücken den Appetit. Wenn Sie also mehrere Tage in der Woche laufen, dann erhitzt sich Ihr Körper schon nach 20 Minuten auf ca. 38,5 Grad und bleibt zum Ende Ihres Trainings auf diesem Level. Das Ergebnis der Studie: Wer sich bei der regelmäßigen starken Bewegung so richtig verausgabte aß nach dem Training weniger als Untrainierte. Der zweite Effekt der Bewegung: Es werden mehr Kalorien verbraucht. Werden diese nicht sofort wieder aufgefüllt baut der Körper Fettreserven ab. Also: Starke Bewegung während des Fastens baut Muskeln auf und macht schlank.

5. Cyclamat ist süß und macht Sie dick

Sehr viele Menschen fühlen sich beim Thema Fasten auf der sicheren Seite, weil sie statt Zucker Süßstoffe verwenden die Cyclamat enthalten. Dieser künstlich erzeugte Süßstoff wird in Desserts, Brotaufstrichen (Marmelade, Gelees) und sogar in Diät-Drinks verwendet. Cyclamat sollten Sie unbedingt während des Fastens meiden, am besten gar nicht verwenden. Denn dieser Süßstoff kann eine Insulin-Überproduktion auslösen. Dadurch reagiert der Körper so: Er sammelt Kalorien und speichert diese als Fett. Sie nehmen also nicht ab, sondern legen an Gewicht zu. Egal, ob Sie Heil- oder Intervallfasten, ob Sie eine bestimmte Diät anwenden oder Ihre Ernährung umgestellt haben: Cyclamathaltige Produkte passen zu keiner Diät. Der Konsum an diesen Produkten steigt seit Jahren kontinuierlich an – das Übergewicht vieler Menschen auch. Ihr Leben wird leichter und Ihre Gesundheit wird besser, wenn Sie Cyclamat vermeiden.

Heil- und Intervallfasten gehen ganz einfach

Man kann mit beiden Methoden problemlos fasten. Sie sind einfach, es bedarf keiner Hilfsmittel und Ihre Ernährung muss auch nicht umgestellt werden. Es sind gesunde Methoden, bei denen Sie nicht nur Gewicht verlieren, sondern auch Ihren Blutdruck regulieren, den Blutzuckerspiegel senken und Ihr Immunsystem stärken. Das bedeutet: Heil- oder Intervallfasten haben nicht nur eine optisch positive Wirkung sondern auch eine gesunde. Hier nun eine kurze Erläuterung wie Sie nach diesen beiden Methoden fasten.

1. Das Intervallfasten

Beim Intervallfasten können Sie sich ganz normal ernähren. Wichtig sind die Zeitpunkte an denen Sie essen. Am Einfachsten ist es Sie wenden die 16 : 8-Methode an. Das heißt: Sie pausieren über Nacht (16 Stunden) und essen dann zweimal am Tag. Also nehmen Sie beispielsweise um 18.00 Uhr Ihr Abendessen zu sich, dann sind 16 Stunden Pause bis um 10.00 Uhr, nächste Mahlzeit. Danach sind acht Stunden Pause bis 18.00 Uhr. Da nehmen Sie die nächste Mahlzeit ein. Der Effekt: Sie lassen einfach ein Essen aus. In den langen Pausen zwischen den Mahlzeiten greift Ihr Körper Fettreserven an und holt sich dort Energie. Sie nehmen ab.
Eine andere Variante des Intervallfastens ist die 5 : 2-Methode. Sie essen fünf Tage hintereinander ganz normal, reduzieren aber den Anteil von tierischen Fetten an Ihrer Ernährung (fettes Fleisch, Streichwurst, Milch, Butter und Käse). In den darauf folgenden zwei Tagen reduzieren Sie Ihre Kalorienaufnahme radikal (Frauen 5- bis 800 Kalorien, Männer 600 bis 850 Kalorien pro Tag). An diesen beiden Tagen müssen Sie sehr viel trinken (keine Limonaden und keine Obstsäfte aus der Dose). Beim Intervallfasten wird der Stoffwechsel nicht gedrosselt, die Muskelmasse nicht abgebaut. Das ist sehr wichtig, denn dadurch wird der gefürchtete Jo-Jo-Effekt vermieden. Stoffwechsel wird nicht gedrosselt, die Muskelmasse nicht abgebaut. Das ist sehr wichtig, denn dadurch wird der gefürchtete Jo-Jo-Effekt vermieden. Das Heilfasten hat sich in letzter Zeit sehr gut durchgesetzt und viele komplizierte Diäten ersetzt.

2. Das Heilfasten

Das Heilfasten gehört ebenfalls zu den vielen Möglichkeiten zu fasten. Es ist von der Methode her uralt und soll vor allem der Reinigung von Körper, Geist und Seele dienen. Im Gegensatz zum totalen Fasten wird dem Körper beim Heilfasten eine geringe Menge Energie zugeführt. Damit eine Kur mit Heilfasten erfolgreich ist, sollte diese Art zu fasten von Therapeuten und Ärzten begleitet werden. So läuft eine Heilfastenkur ab:

Einen Tag vor Beginn des Fastens wird die Energiezufuhr auf etwa 1000 kcal beschränkt, Nikotin, Alkohol und Koffein sind von jetzt an verboten. Zu Beginn des 1. Fastentags erfolgt die Darmreinigung: Sie trinken einen Liter Wasser mit 30 bis 40 g Glaubersalz innerhalb von 20 Minuten. Nach einer halben Stunde noch einmal ein halber oder ganzer Liter Wasser oder Tee. Während der nun folgenden Fastenzeit sind täglich erlaubt:

  • Obst- und Gemüsesäfte (frisch gepresst, nicht aus der Dose)
  • Ein Viertelliter Gemüsebrühe (salzfrei)
  • 30 Gramm Honig
  • Mindestens zweieinhalb Liter Wasser oder Kräutertee

Ihre Kalorienzufuhr darf 250 bis 500 kcal nicht übersteigen
Die ideale Dauer beim Heilfasten sind zwei bis vier Wochen. Die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) empfiehlt, für eine Heilfastenkur als Standarddauer 7 – 10 Tage plus 1 Vorbereitungstag und danach drei Tage zur Normalisierung des Essverhaltens einplanen.

Das Fastenbrechen

Am Fastenende essen Sie langsam einen reifen rohen oder gekochten Apfel. Am Abend eine Kartoffelsuppe. Die Kalorienzufuhr langsam von 800 bis 1 600 Kalorien (am 4. Tag) steigern. Auf jeden Fall weiter jeden Tag mindesten zweieinhalb Liter Flüssigkeit trinken.
Sie werden in diesen zwei bis vier Woche garantiert abnehmen, Ihr Gesundheitszustand wird sich verbessern und Ihr Leben wird sich verändern.