Fasten, gesund bleiben - ohne zu hungern: Die besten Tipps

Fasten, gesund bleiben - ohne zu hungern: Die besten Tipps

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Fasten ist jetzt absolut in. Da werden x Möglichkeiten angeboten, wie Sie die Pfunde purzeln lassen können. Zehn Kilo in zwei Wochen, acht Kilo in einer Woche - alles verlockende Angebote, die aber meistens nichts wert sind. Es ist schon möglich, das Sie bei einer solchen Kur in zwei Wochen zehn Kilo verlieren. 

Sicher aber ist, das Sie nach spätestens einem Monat wieder Ihr altes Gewicht haben und der Körper auf die angepriesene Blitzkur mit Mangelerscheinungen und einer Schwächung Ihrer Abwehrkraft reagiert. Logisch, das Sie Gewicht verlieren, wenn Sie einfach tagelang nichts essen. Ein grosser Teil des schnellen Gewichtsverlusts ist aber Wasser, die Fettpolster werden nur ein bisschen angeknabbert. Deshalb hier meine Empfehlung: Fasten, gesund bleiben - ohne zu hungern: Die besten Tipps.

Warum falsches Fasten Ihnen nicht hilft

Sie fasten konsequent und eisern, halten sich an einen Mini-Speiseplan, reduzieren Ihre Nahrung auf nahezu Null. Das merkt Ihr Körper, er schaltet auf Sparflamme und kommt mit dem gekürzten Nahrungsangebot aus. Wenn Sie dann nach Ihrer persönlichen Fastenzeit wieder in den Normalmodus übergehen, braucht Ihr Körper das nicht mehr - und speichert das Überangebot als Fettreserve im Gewebe - und bald sind Sie gewichtsmässig dort, wo Sie vor der Fastenkur waren: Sie haben wieder Übergewicht. Nun ist Fasten aber gesund und Sie sollten es schon machen. Aber Sinn macht eine Fastenkur nur dann, wenn Sie danach bewusst und gezielt essen: Weniger und gesünder. Ganz wichtig: Sie müssen sich bewegen, Ihre Muskeln trainieren. Sonst kommt es während einer strengen Fastenkur zum Muskelabbau. Und das wollen Sie ja auch nicht.

Richtig Fasten: Blutzucker, Cholesterin und Blutdruck sinken

Wenn Sie richtig fasten, dann hat das einen tollen Effekt auf Ihren Blutzuckerspiegel: Er wird sinken. Bei Menschen die an einem Diabetes Typ 2 leiden kann eine gezielte Fastenkur absolut gesund sein und fast ein kleines Wunder bewirken. Durch das Fasten werden Ihre Körperzellen wieder für das Insulin sensibilisiert, bis dahin notwendige Medikamente können reduzierte werden. Richtig fasten bedeutet für Diabetiker fast völliger Verzicht auf Zucker, starke Reduzierung bei den Kohlenhydraten (Brot, Kartoffeln) und beim Fruchtzucker (süße Obstsorten, Orangensaft etc.). AuF jeden Fall aber sollten Diabetiker nur unter ärztlicher Aufsicht fasten.
Doch nicht nur Ihre Blutzuckerwerte verbessern sich durch das Fasten, auch die Blutfettwerte (Cholesterin) und der Blutdruck sinken. Dieser positive Effekt tritt vor allem dann ein, wenn durch Ihr Fasten das lästige Bauchfett verringert wird. Denn im Bauchfett werden Botenstoffe produziert, die den Stoffwechsel negativ beeinflussen. Wird das Bauchfett reduziert, werden weniger Botenstoffe gebildet, das „schlechte“ LDL-Cholesterin sinkt, Ihr Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und verkalkte Gefässe sinkt mit.

Fasten vertreibt Arthroseschmerzen

Das Thema Fasten beschäftigt viele Menschen und auch die Mediziner forschen an den Auswirkungen des konsequenten Heilfastens. Das Universitätsklinikum Jena führte eine Studie durch, um die Auswirkungen von Heilfasten nach der Methode Buchinger auf Fingergelenks- und Kniearthrose zu erkunden. Nach 14 Tagen hatten alle Probanden abgenommen und spürten viel weniger an Schmerzen in den befallenen Gelenken, so dass sie deutlich weniger Schmerzmittel brauchten als vorher. Die Funktionen der Gelenke waren stark verbessert. Die Erkenntnis der Ärzte: Heilfasten bringt für Arthrosepatienten eine deutliche Schmerzlinderung.
Forscher der Charité´in Berlin regten ein medizinisch überwachtes nicht sehr strenges Fasten an, bei dem man 200 bis 500 kcal pro Tag zu sich nehmen darf. Nach ein bis drei Wochen profitierten Schmerzpatienten (rheumatische Erkrankungen und chronische Schmerzzustände) gleich doppelt von diesem Fasten: Die Schmerzen liessen nach, die Stimmung wurde deutlich besser. Der Grund: Durch das Fasten steht im Gehirn mehr Serotonin zur Verfügung, es werden verstärkt endogene Opioide ausgeschüttet - diese Botenstoffe machen glücklich und schaffen gute Laune. Viele Menschen erleben beim Fasten ein absolutes Stimmungshoch.
Sehr viele Menschen müssen gegen ihren Bluthochdruck ständig Blutdrucksenker nehmen. In einer Studie nahmen 174 Menschen mit Bluthochdruck an einem Heilfasten teil: Zwei bis drei Entlastungstage mit ausschließlich Obst und Gemüse, danach zehn Tage lang Wasserfasten. Danach kamen Aufbautage mit einer fettarmen vegetarischen Ernährung. Das Ergebnis: Bei bis zu 90 Prozent war der Blutdruck deutlich niedriger. Alle, die bisher Blutdrucksenker genommen hatten, konnten diese nun absetzen.

30 Tage fasten: So gut tut das Ihrem Körper

Ein 30 Tage dauerndes Heilfasten (nach Buchinger oder Wasserfasten) lässt sich in vier Abschnitte unterteilen.
Abschnitt 1
Am ersten und zweiten Tag werden vom Körper die Zuckerreserven verbrannt. Auch das in der Leber gespeicherte Glykogen. Der Blutdruck sinkt, der Blutzuckerspiegel ebenfalls, das Herz schlägt langsamer. Es können auftreten: Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und eine belegte Zunge. Am zweiten Tag quält Sie der Hunger sehr stark.
Abschnitt 2
Bereits am dritten Tag lässt das Hungergefühl nach, Sie fühlen sich besser, weil es zu einer erhöhten Ausschüttung von Serotonin und Adrenalin kommt. Das Fasten fängt an Ihnen Spass zu machen. In diesem Stadium ( 3. Bis 7. Tag) fängt Ihr Organismus an Fettreserven abzubauen. Es werden jetzt auch Proteine abgebaut (Ablagerungen an den Gefässwänden), schädliche Krankheitserreger. Die Haut kann nun unrein und fettig werden, es entsteht Mundgeruch. Da helfen Spülungen und Gurgeln mit Salzwasser. In diesem Zeitraum wird Ihr Immunsystem aktiviert, es beginnen Reperaturprozesse in den Zellen.
Abschnitt 3
Ab dem 8. Tag gewinnt der Körper seine Energie nur noch aus den Fettreserven, er baut keine Proteine mehr ab. Ihr Körper stellt aus Fetten die so genannten Ketonkörper her, diese werden als Brennstoff verwendet. Alte und funktionsuntüchtige Zellen werden aufgelöst und durch neue und gesunde ersetzt. Möglicherweise verspüren Sie im Zeitraum vom 8. Bis 15. Tag des Fastens Schmerzen, die von alten Verletzungen herrühren. Alte Knochenbrüche und Narben beginnen zu schmerzen, weil Ihr Organismus Narbengewebe abbaut und neues Gewebe aufbaut.
Abschnitt 4
Zwischen dem 16. Und dem 30. Tag wird die Entgiftung und Reinigung langsam beendet. Ihr Atem wird wieder frisch, die Zunge rosa. Sie fühlen sich geistig sehr klar und sind voller Optimismus. Ihre Konzentrationsfähigkeit hat sich stark verbessert. Und Sie haben richtig abgenommen. Jetzt können Sie das Fasten langsam auslaufen lassen und wieder feste Nahrung zu sich nehmen. Aber bitte: Für den Anfang möglichst nur Obst und gedämpftes Gemüse.

So hilft richtig Fasten Ihrem Körper

  • Ein Hauptgewinner bei einer Fastenkur sind Ihre Gelenke. Schmerzen werden gelindert, durch das Abnehmen verringert sich die Belastung, Entzündungsprozesse in den Gelenken werden reduziert. Einer der Gründe: Durch den Verzicht auf tierische Fette werden die entzündungsfördernden Arachidonsäuren verringert. Das gilt auch für Eiweißstoffe, die Sie in der Fastenzeit nicht aufnehmen und die sonst die Zahl der weißen Blutkörperchen stark ansteigen lassen.
  • Krankheitserreger gelangen meist mit der Nahrung in unseren Körper. Dort muss der Darm mit seiner Immunabwehr die Erreger beseitigen. Das schafft er nicht immer. Wenn aber keine Nahrung kommt, kann er sich erholen, das Immunsystem wird entlastet.
  • Während des Fastens wird der gesamte Organismus entlastet. Er hat also Zeit, um notwendige Reparaturarbeiten in und an den Zellen und am Immunsystem durchzuführen. Das fördert Ihren gesamten Gesundheitszustand, Ihre Abwehrkräfte steigen.

Wer nicht fasten darf

Eine Fastenkur ist für den Körper eine anstrengende Sache. Wenn Sie krank sind, dann dürfen Sie nur unter ärztlicher Aufsicht fasten. Kinder, Schwangere, stillende Mütter und alte, immungeschwächte Menschen dürfen gar nicht fasten. Es ist auch kontraproduktiv wenn Sie untergewichtig oder gar magersüchtig sind. Eine Fastenkur ist auch problematisch, wenn Sie an einer Herz-, Leber- oder Nierenerkrankung leiden.