Erkältung: Was Sie wissen müssen

Erkältung - darunter leiden Millionen Menschen jede Jahr und zwar zu jeder Jahreszeit. Obwohl es so ist: Über die Erkältung weiss trotzdem kaum jemand richtig bescheid. Welche Gründe sie hat, wie sie entsteht, wie sie übertragen wird, wie man sich schützen kann - um die Erkältung ranken sich viele Erklärungen, Mythen und auch Märchen. In Erkältung steckt das Wort Kälte - aber habt Erkältung wirklich nur mit Kälte, nassem Wetter und Wind zu tun? Was Sie wirklich über die Erkältung wissen müssen, das können Sie jetzt lesen.

Erkältung kommt durch Wärme

Es ist nasskalt, der Wind ist schneidend und treib Ihnen die Tränen in die Augen: Das klassische Wetter für eine Erkältung. Das ist schon mal generell ein Irrtum: Eine Erkältung holt man sich durch Viren und Bakterien - die lösen Husten und Schnupfen aus. Und diese Übeltäter fühlen sich in warmen, schlecht gelüfteten und überheizten Räumen sehr wohl und vermehren sich dort rasend. Man kann sich also jederzeit eine Erkältung holen - ohne dabei zu frieren. Wenn Sie aber bei kaltem Wetter eine kalte Nase kriegen - dann kann es durchaus zur Erkältung kommen. Denn die begünstigt eine Ansteckung:  Die Blutgefäße in der Nase ziehen sich bei frostigen Temperaturen zusammen. Dadurch wandern weniger Abwehrzellen in die Schleimhäute und die Erkältungsviren haben einen Vorteil. Auch kalte Füße begünstigen den Verlust der Abwehrkräfte in den Schleimhäuten. Also: Immer die Füße schön warm halten. Das ist im Kampf gegen eine Erkältung die beste Vorsorge.

Erkältung durch Küssen? Stimmt so nicht.

Eine Erkältung ist eine so genannte Tröpfcheninfektion. Das heisst: Wenn ein erkälteter Mensch niest, sich schnäuzt, hustet oder sehr heftig atmet, dann sondert er winzige Tröpfchen von mit Erkältungskeimen durchsetzter Flüssigkeit ab. Also, so sollte man meinen, ist das Küssen bei Erkältung besonders gefährlich. Dabei ist gerade beim Küssen die Ansteckungsgefahr viel geringer, als befürchtet wird. Die meisten Viren werden beim Küssen geschluckt und in den Magen gespült – dort überleben sie nicht lange. Küssen kann sogar gegen Erkältung schützen: Die Glückshormone, die der Körper dabei abgibt, stärken das Immunsystem.

Alter kann vor Erkältungen schützen

Das ist nun genau das Gegenteil von dem, was man hört: Das nämlich besonders ältere Menschen durch eine Erkältung stark gefährdet sind. Das stimmt - aber sie bekommen seltener eine Erkältung. Der Grund ist einfach. Kleine Kinder bekommen normalerweise bis zu zwölf fieberhafte Infekte im Jahr. Das sind sozusagen Lehrstunden für unser Immunsystem, das nach jeder Infektion stärker wird, weil es gegen Viren und Bakterien neue Abwehrkräfte  entwickelt hat. Deshalb sind viele Viren und Bakterien für ältere Menschen mit einem gesunden Immunstem "alte Bekannte", mit denen das Immunsystem leicht fertig wird.

Händewaschen verhindert eine Erkältung

Viren und Bakterien sind Überlebenskünstler. Sie können stunden- manche sogar tagelang an viel benutzten Oberflächen wie Türklinken und Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln überleben. Experten schätzen. das wir in der klassischen Erkältungszeit mehrere100 mal mit Erkältungsviren infizierte Flächen berühren. Damit haben wir aber noch lange keine Erkältung. Die bekommen wir erst, wenn wir diese Keime mit unseren Schleimhäuten in Berührung bringen. Wenn wir uns zum Beispiel an der Nase kratzen oder Essensreste aus den Zähnen pulen - dann dringen die Erreger ein. Deshalb: Waschen Sie sich einfach mindestens fünfmal, besser noch öfter, am Tag die Hände.

Schnäuzen kann gefährlich sein

"Nicht hochziehen, nimm ein Taschentuch, das ist hygienischer," hat man uns beigebracht, wen wir als Kind erkältet waren. Das ist zwar wohlerzogener, aber auf keinen Fall hygienischer oder gar gesünder. Denn oft ist das Nasehochziehen als ein allzu kräftiges Schnäuzen. Denn beim kräftigen Schnäuzen pressen Sie den mit Keimen gesättigten Schleim in die Nebenhöhlen. Das Sie wegen der Erkältung geschwollene Schleimhäute haben, werden diese kaum mehr durchlüftet - die Keime explodieren förmlich und können die gefährliche Nebenhöhlenentzündung auslösen. Wenn Sie sich schnäuzen, dann sanft und ohne Gewalt und halten Sie sich dabei immer ein Nasenloch zu.

Vitamin C für das Immunsstem

Tee mit Zitrone, heißes Zitronenwasser - das sind seit vielen Jahrzehnten angepriesene Hausmittel bei einer Erkältung. Denn: Viel Vitamin C hilft gegen die Erkältung. Das ist richtig. Aber gerade bei Tee mit Zitrone oder heißer Zitrone wird das Vitamin C in großem Umfang durch die Hitze zerstört. Außerdem: Ein Überangebot an Vitamin C hilft nicht gegen die Erkältung, auch nicht vorbeugend. Sorgen Sie dafür, dass der Körper ausreichend Vitamin C erhält, denn das stärkt das Immunstem. Und das Immunsystem spielt bei der Bekämpfung einer Erkältung eine herausragende Rolle.

Sauna bei Erkältung: Völlig falsch

"Jetzt geh ich mal richtig in die Sauna und schwitz die Erkältung raus." Hört sich toll an, ist aber so ziemlich das Schlimmste was man bei einer Erkältung seinem Körper antun kann. Durch die Überhitzung zwingen Sie den Organismus zum Schwitzen, das ist positiv. Gleichzeitig aber schwächen Sie das Immunsystem ganz außerordentlich, denn das muss gegen dieses künstliche "Fieber" angenehm und wird total beansprucht. So, und wenn Sie dann total fertig und nass geschwitzt unter die eiskalte Dusche gehen - dann schlagen die Viren nahezu ungehemmt zu und Ihre Erkältung wird noch schlimmer, als sie vorher war. Insbesondere bei Fieber ist die Sauna tabu, da sie den Kreislauf zu stark belastet.  Um einer Erkältung mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit vorzubeugen, ist der Saunabesuch sehr gut.

Antibiotika gegen Erkältung sind meistens wirkungslos

Heutzutage eine Erkältung wegkriegen - das ist ja nun wirklich kein Problem: Da greife ich eben einfach zu wirksamen Antibiotika. So denken viele - und das ist völlig falsch. Denn antibiotische Medikamente helfen nur dann, wenn Bakterien die Auslöser der Erkrankung sind. Wenn es aber Viren sind, die Ihnen eine Erkältung beschert haben, dann sind Antibiotika völlig sinnlos. Und das ist leider in den meisten Fällen so. Nur bei einer bakteriellen Infektion helfen Antibiotika.

Grippe und Erkältung: Die Grippe ist viel gefährlicher

Und da sind wir schon beim nächsten Problem: Eine Erkältung und eine Grippe sind für die meisten Menschen eigentlich dasselbe. Es sind die selben Symptome: Heiserkeit, Fieber, Husten, die Nase rinnt, Sie fühlen sich schlapp. Aber Grippe und Erkältung werden von verschiedenen Erregern ausgelöst: Bei der Grippe sind es Influenza-Viren, bei der Erkältung Bakterien. Die Grippe kommt sehr schnell, innerhalb weniger Stunden sind Sie richtig krank. Die Erkältung dagegen schleicht sich richtig an, es kann Tage dauern, bis sie nach der Ansteckung ausbricht. Die Grippe ist auch sehr viel gefährlicher, bei älteren oder chronisch kranken Menschen kann sie sogar tödlich verlaufen

Erkältung: Viren und Bakterien ändern sich ständig

Wer einmal die Masern oder die Windpocken hatte, der ist immun gegen diese Krankheit. Das ist bei einer Erkältung leider nicht der Fall. Es gibt über 300 unterschiedliche Erkältungsviren und -bakterien.  Die sich außerdem laufend verändern, so so das Immunsystem aufs Neue austricksen. Hat man den einen Erreger besiegt, fängt man sich möglicherweise gleich den nächsten ein. Die Wahrscheinlichkeit, wieder zu erkranken, ist nach einer Erkältung sogar erhöht, weil das Immunsystem noch geschwächt ist.