Die Coronaimpfung für alle kommt: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Die ersten Impfstoffe sind schon auf dem Markt, hunderte Millionen Dosen Impfstoff wurden für Deutschland bereits angekauft, die Impfungen sollen nach der Zulassung der Impfstoffe noch im Jahr 2020 beginnen. Der Startschuss zur Coronaimpfung für alle wird bald fallen. Bundesgesundheitsminister Spahn: "Wir dürfen damit rechnen, das es im Dezember eine erste Zulassung gibt."

Dann könnten zügig alle Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft werden. Doch auch dann wird es noch eine zeit Lang dauern bis die Pandemie gestoppt und Covid weltweit besiegt ist. Schon jetzt aber gibt es viele Fragen, die sich die Menschen in Deutschland stellen. Wir wollen die wichtigsten beantworten.

Wer wird zuerst gegen Corona geimpft?

Die bisherigen Planungen lauten so:

  • Zuerst werden sicherlich die klassischen Risikopatienten gegen das Virus geimpft. Das sind alte Menschen, chronisch Kranke, die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen.
  • Die ersten Impfungen gegen Covid werden weiterhin Berufsgruppen sein, die eine Ansteckung durch das Coronavirus besonders ausgesetzt sind.
  • Dazu gehören das medizinische und pflegerische Personal in den Krankenhäusern und Kliniken. Vor allem die Ärzte und Pfleger/innen die auf den Intensivstationen an Corona erkrankte Menschen betreuen..
  • Des Weiteren werden Personen vorrangig geimpft, die bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten oder in sensiblen Bereichen von kritischen Infrastrukturen arbeiten (öffentlicher Nahverkehr, Wasser- und Energieversorgung).
  • Menschen die wegen ihrer beengten Wohnsituation ein hohes Risiko für eine Ansteckung durch Coronaviren tragen gehören ebenfalls zu dieser Gruppe.
  • Ob die Impfungen von einem gewissen Alter an bevorzugt vorgenommen werden herrscht noch Unklarheit.
  • Entscheidend ist auch in welcher Menge genügend Impfstoff bereitsteht um noch 2020 in großem Umfang impfen zu können.

So wird die Massenimpfung organisiert

Da wird es vorerst zwei Phasen geben. Da zum Beginn der Impfaktion nicht genügend Impfstoff für alle zur Verfügung steht und dieser auch aufwendig gekühlt werden muss, sollen die Impfungen zuerst einmal in Impfzentren stattfinden. Auch mobile Teams soll es geben, die dort impfen, wo die Gefährdung durch das Coronavirus besonders groß ist. Wenn dann ein Impfstoff da ist, der weniger strikt gekühlt werden muss, dann soll eine Impfung auch in ganz normalen Arztpraxen möglich sein.

Wie komme ich zu einem Termin für eine Impfung?

Bund und Länder haben sich noch nicht geeinigt, ob die Terminvergabe für eine Impfung über die Telefonnummer 116 117 der Terminservicestelle laufen soll oder über eine eigene Telefonnummer. Außerdem soll ein Onlineportal für die Terminvergabe entwickelt werden. Aber das hat noch Zeit, bis tatsächlich genügend Impfstoff zur Verfügung steht.

Wer soll die Impfung durchführen?

Bisher sind Teams in der Entwicklung, die in den Impfzentren arbeiten. In Bayern soll es aus Verwaltungsangestellten, einem Arzt und medizinische geschulten Kräften bestehen, die noch in 2020 gebildet werden sollen. Ein solches Team kann in voller Besetzung bis zu 100 Impfungen in vier Stunden schaffen. In jedem Impfzentrum soll es mindestens zwei solcher Teams tätig sein, die sich notfalls abwechseln können. Falls die Pandemie stärker wird, sollen es auch mehr Teams sein. Allein Bayern haben sich für einen solchen Einsatz bis zum Datum 24. November 2 586 Ärzte gemeldet bei der Kassenärztlichen Vereinigung gemeldet. Um die Impfung garantieren zu können müssen viele Millionen Spritzen und Kanülen bereitgestellt werden.

Wie lange dauert es bis in Deutschland genügend Menschen gegen Covid geimpft sind?

Da ist Bundesgesundheitsminister Spahn optimistisch. Er schätzt, das vom Beginn im Dezember 2020 bis Ende 2021 alle Bevölkerungsgruppe durchgeimpft sind. Wenn es genügend Impfstoffe gibt, und der benötigte Impfstoff auch in normalen Arztpraxen gekühlt und gelagert werden kann, dann könne das sehr schnell gehen. Spahn: "Die Ärzte schaffen es ja auch, jedes Jahr fünfzehn bis zwanzig Millionen Grippeimpfungen zu verabreichen." Nach der Meinung von Experten müssen etwa zwei Drittel der Bevölkerung gegen Corona geimpft sein, damit die sogenannte Herdenimmunität gegen die Pandemie erreicht ist.

Wird es genügend Impfstoff gegen das Coronavirus geben?

Deutschland hat noch 2020 Verträge mit mehreren Anbietern von Impfstoff gegen Corona abgeschlossen. Wenn die alle liefern, dann wären das über 300 Millionen Dosen Impfstoff. Aber:" In der Entwicklung von Impfstoffen kann es immer wieder Rückschläge geben," so Spahn. Auch ist bisher noch nicht bekannt, wie lange die Wirkung von einem Impfstoff anhält – da stehen wir mitten in der weiteren Entwicklung. Aber auch wenn alles glattläuft und die Entwicklung gut vorankommt, wird es dauern, bis wirklich genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Der von Deutschland bevorzugte Impfstoff von der Firma Biontech bleibt zurzeit nur bei einer Lagerung bei 70 Grad minus stabil. Und er muss zweimal verabreicht werde, um wirksam zu sein. Es gibt da also noch viele Fragen zu klären. Es ist also von der Zulassung bis hin zur massenhaften Anwendung noch ein weiter Weg.

Wie wird der Impfstoff gegen Corona geschützt?

Was nur knapp vorhanden ist, das erregt Begehrlichkeiten. Also müssen für die Impfstoffe simple Schutzmaßnahmen gegen kriminellen Missbrauch her. Laut bayerischem Innenministerium bekommen die Verantwortlichen in den Impfzentren Empfehlungen für den Schutz und die Sicherheit der Impfstoff in den Zentren wie auch bei der Transport- und Lagerlogistik.

Was kostet es, sich gegen Corona impfen zu lassen?

Das ist einfach zu beantworten: Der Bund kauft den Impfstoff und Sie können sich kostenfrei impfen lassen. Die Kosten für die Impfzentren tragen die Länder und die Versicherungen, gegebenenfalls auch die privaten Krankenversicherungen.

Habe ich Nachteile, wenn ich mich nicht impfen lassen will?

Davon ist bisher nichts bekannt. Es gibt allerdings Forderungen, wonach eine Schutzimpfung gegen Corona Voraussetzung für einen Besuch von Großveranstaltungen (Sport, Konzerte, Demonstrationen) sein soll. Und die australische Fluglinie "Quantas" hat bereits angekündigt, das ihr Fluggäste sich gegen Covid haben impfen lassen.