Demenz: Die zehn schlimmsten Ursachen

Demenz: Die zehn schlimmsten Ursachen

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Wir werden immer älter und damit wird ein Problem immer größer: Die Demenz. Immer mehr Menschen in Deutschland und der Welt fallen im Alter in die Demenz, können nicht mehr selbstständig leben und werden zum Pflegefall. Das bringt große Probleme für unser Sozialsystem mit sich, noch mehr aber für die betroffenen Familien: Wer kümmert sich um die erkrankte Mutter, die den Haushalt nicht mehr führen kann. Wer um den dementen Vater, der sein Leben allein nicht mehr im Griff hat? Die Krankheit Demenz hat viele Ursachen, denn sie ist ja nicht nur genetische bestimmt.

Und diese Ursachen muss man rechtzeitig bekämpfen, um den Absturz in die Dämmerung des totalen Vergessens und der Verwirrung zumindest zu verlangsamen – oder aber ihn sogar auszuschließen. Um das zu schaffen, muss man die Ursachen kennen, die einen Menschen dement werden lassen. Wenn man diese Risiken kennt – dann kann man gemeinsam mit dem kranken Menschen gegen die Demenz und auch gegen Alzheimer angehen. Denn Alzheimer ist nicht anderes als eine Form von Demenz. Hier benennen wir nun die zehn schlimmsten Ursachen für die Demenz und damit auch für Alzheimer.

Vorsicht bei Medikamenten, sie können die Krankheit verstärken

Wenn wir älter werden, dann vermehren sich mit der Zeit die Probleme, unsere Gesundheit lässt nach. Wir beginnen an Schlaflosigkeit zu leiden, wir bekommen Schlafstörungen, nächtlicher Harndrang reißt uns dem Schlaf – es stellt sich eine leichte Inkontinenz ein. Am Anfang nehmen wir das kaum wahr, in Wirklichkeit aber schaden diese Faktoren unserer Gesundheit. Also nehmen wir Medikamente gegen Schlafstörungen, Inkontinenz und Depressionen. Davor warnen Forscher: Denn diese Medikamente scheinen in höherer Dosis und bei längerer Anwendung zu den Risikofaktoren für die Anfälligkeit für Demenz zu gehören. Steigen Sie um auf anticholinerge Medikamente, beobachten Sie genau, ob die Therapie einen Erfolg zeigt. Bleibt der auf Dauer aus, dann ist es Zeit, die Behandlung mit diesen Medikamenten abzubrechen und mit dem Arzt neue Möglichkeiten zu überprüfen.

Säureblocker nur dann einnehmen, wenn es unbedingt nötig ist

Sie haben gut gegessen und getrunken, zum Abschluss gab es noch einem Espresso, ein Schnäpschen oder eine Süßspeise. Nach drei bis vier Stunden meldet das Gehirn ein Brennen in der Speiseröhre. Sie haben Sodbrennen, der Schlaf ist beim Teufel. Also greifen Sie zu Säureblockern. Im Rahmen einer medizinischen Studie nahmen ältere Menschen über einen längeren Zeitraum Säureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ein. Die Teilnehmer dieser Studie hatten eine um 41 % höhere Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken als Probanden, die keine Säurehemmer genommen hatten. Ob diese Medikamente oder ein anderer und unbekannter Risikofaktor die Gefahr einer Demenzerkrankung oder von Alzheimer erhöht hatte, blieb ungeklärt. Auf jeden Fall gilt: Säurehemmer nur dann nehmen, wenn es unbedingt nötig ist und die Einnahme nicht zur Gewohnheit werden lassen.

Gut hören ist ganz wichtig, wenn Sie Demenz und Alzheimer verhindern wollen

Kommunikation, das Hören und Verstehen der Mitmenschen. Wird immer wichtiger. Gleichzeitig aber wächst in Deutschland mit zunehmendem Alter bei vielen Menschen die Schwerhörigkeit. Das ist nicht nur störend, das ist auch gefährlich für die Gesundheit, denn Schwerhörigkeit ist ein Risikofaktor bei der Entstehung von Demenz und Alzheimer. Warum? Das Sozialleben der Betroffenen leidet, das Gehirn wird geschädigt. Denn bei Schwerhörigen verringern sich die geistigen Fähigkeiten sehr viel schneller als bei Menschen, die gut mitkriegen was um sie herum geredet wird und was geschieht. Der Unterschied zu normal hörenden Altersgenossen beträgt bis zu 24 %. Deshalb: Wenn Sie merken, das Sie Worte und ganze Sätze nicht mehr verstehen – greifen Sie unbedingt zum Hörgerät. Wenn die Erkrankung aber fortschreitet, dann werden Betroffene immer vergesslicher, können sich Daten oder Namen nicht mehr merken, vergessen die Bedeutung von Worten. Lange und komplizierte Sätze können nicht mehr formuliert werden, es wird herumgestottert und nach Worten gesucht. Diese Menschen brauchen außer einer körperlichen auch eine geistige Pflege.

Vitamin D-Mangel ist ein großer Risikofaktor

Sie fühlen sich mies, sind abgespannt, können Gesprächen nicht mehr folgen, es dauert lange bis Ihnen die richtigen Antworten einfallen, Ihr Kurzzeitgedächtnis lässt Sie ständig im Stich. Lassen Sie Ihren Vitaminstatus feststellen. Wenn ein Mangel an Vitamin D festgestellt wird, dann gehört der mit großer Sicherheit zu den Ursachen für Ihre herannahende Demenz. Nach einer Studie haben Menschen mit einem dauerhaften Mangel an Vitamin D ein um über 50 % höheres Risiko an Demenz zu erkranken. Ist der Mangel sehr groß, dann steigt die Wahrscheinlichkeit sogar auf 125 %. Das Vitamin D kann über die Ernährung kaum aufgenommen (außer Fisch). Aber bei Sonnenbestrahlung der Haut bildet sich Vitamin D im Körper. Die Angehörigen sollten also bei der Pflege darauf achten, dass der Patient so oft wie möglich an die Sonne kommt. Mit regelmäßigem kurzem Sonnenbaden sollten Sie schon etwa ab dem 50. Lebensjahr beginnen. Wobei Sie aber unbedingt auf den Sonnenschutz achten müssen. Denn ein Sonnenbrand schützt weder vor Demenz noch vor Alzheimer.

Luftverschmutzung ist eine große Gefahr für das Gehirn

Wenn die Gefahr einer Erkrankung an Alzheimer oder Demenz heranrückt, dann haben Sie schon viele Jahre in einer immer ungesunder werdenden Umwelt gelebt. Dann wissen Sie aber auch um die Gefahr der Luftverschmutzung. Diese mit Schadstoffen verseuchte Luft steht nun ebenfalls im Verdacht das Risiko für diese Krankheiten zu erhöhen. In einer Studie mit Frauen über 60 wurde festgestellt, dass Frauen die in Stadtviertel mit einer deutlich erhöhten Belastung der Luft durch Schadstoffe ein um 92 % höheres Risiko haben an eine Erkrankung des Gehirns zu bekommen als Frauen, die in einer ländlichen Gegend mit einer niedrigeren Feinstaubbelastung leben.

Rauchen stört die Versorgung des Gehirns

Die Diagnose „Sie leiden an Demenz“ wird überproportional häufig dann gestellt, wenn der Patient/in über Jahre hinweg geraucht hat. Die Mediziner wissen, das Rauchen nicht nur häufig Lungenkrebs verursacht, sondern das es auch die Versorgung des Gehirns gefährdet. Nikotin und die bei der Verbrennung des Tabaks und des Zigarettenpapiers eingeatmeten Feinstoffe verengen die Gefäße. Wer viele Jahre lang geraucht hat, der hat eine problematische Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das kann zu Einbußen an Gehirnleistung und letzten Endes auch zur Diagnose:“Sie leiden an Demenz“ führen.

Bluthochdruck und Zucker fördern die Demenz

Zwei der größten Gefahren für die menschliche Gesundheit sind Bluthochdruck und Diabetes. Beide Krankheiten schädigen – neben vielen anderen Problem – vor allem die Gefäße, verhindern so eine ordnungsgemäße Versorgung der Organe und vor allem des Gehirns. Das aber fördert die Entstehung von Demenz in sehr starkem Ausmaß. Diabetiker zum Beispiel erkranken im Durchschnitt zwei Jahre früher an Demenz als Menschen mit einem normalen Blutzuckerspiegel. In beiden Fällen kommt es zu Durchblutungsstörungen im Gehirn. In diesem Fall kommt es zur vaskulären Demenz, weil im Gehirn Nervenzellen absterben. Die Gefahr für diese Form der Demenz steigt gewaltig (um bis zu 60 %), wen der Bluthochdruck schon im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auftritt. Tritt er aber erstmals ab etwa 80 Jahren auf, dann schützt er sogar. Falls Sie also an Diabetes oder Bluthochdruck leiden, dann müssen Sie so schnell wie möglich dagegen angehen. Entweder mit einer medikamentösen Behandlung oder mit ein möglichst fett- und zuckerfreien Nahrung und einem Bewegungsprogramm.

Einsamkeit macht dement

Der Partner ist gestorben, die Kinder leben weit weg, die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt, der Freundeskreis wird immer kleiner – es ist einsam geworden um den alten Menschen. Einsamkeit ist eine der größten Gefahren, wenn es um die Problematik Demenz geht. Die sozialen Kontakte schwinden, Verbindungen brechen weg, die Betroffenen fühlen sich ausgegrenzt. Sie fühlen sich einsam. In einer Studie mit 2000 Teilnehmern wurde festgestellt: Menschen, die mit dem Gefühl der Einsamkeit lebten, hatten eine zweieinhalbfach höhere Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken als Menschen, die in einem guten Umfeld mit sozialen Bindungen lebten. Steuern Sie da rechtzeitig gegen, bauen Sie sich ein soziales Netz auf. Suchen Sie sich Freund für gemeinsame Unternehmungen. Und die Angehörigen dürfen Ihr gefährdeten Väter oder Mütter nicht allein lassen. Feiern Sie Weihnachten Ostern, Geburtstage mit Großvater oder -mutter gemeinsam. Auch, wenn es manchmal mühsam ist.

Beherrschen Sie Ihre Emotionen

Sie reagieren sehr emotional, sind nervös, aufbrausend, oder aber ängstliche und launisch, in Entscheidungssituationen unsicher und haben Probleme bei Stress Entscheidungen zu treffen. Mit diesen Wesenszügen haben Sie ein höheres Risiko an Alzheimer zu erkranken als gefestigte Personen, die mit beiden Beinen fest und sicher auf dem Boden stehen. Gehen Sie diese Persönlichkeitszüge an. Machen Sie ein Antistressprogramm mit, kriegen Sie sich selbst in den Griff. In der Psychologie wird ein solches Personenbild als Neurotizismus bezeichnet. Wenn es Ihnen nicht gelingt, diese Wesenszüge in den Griff zu bekommen, dann haben Sie Probleme langdauernde zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Das ist dann im Alter der Weg in die Einsamkeit – und damit in die Demenz. Sie werden der oder die „schrullige Alte“ mit der niemand etwas zu tun haben will.

Fünf Lebensregeln gegen die Demenz

Im Grund genommen ist es einfach der Krankheit Demenz einen Riegel vorzuschieben. Sie müssen sich an fünf wichtige Regeln halten, dann werden Sie die düstere Welt der Demenz nie betreten.

  1. Sie müssen kein Antialkoholiker werden, aber Sie müssen Ihre Trinkgewohnheiten und sich selbst im Griff haben. Wenn bei Familienfesten, bei Treffen mit Freunden, bei Einweihungen Alkohol – egal in welcher Form – gereicht wird, dann müssen Sie nicht abseitsstehen. Aber halten Sie sich eisern an die Regel: Nie mehr als ein Liter Bier, ein Drittelliter Wein oder 4 cl Schnaps im täglichen Durchschnitt. Mehr hat auf Dauer eine verheerende Wirkung auf Ihr Gehirn und Ihre Leber.
  2. Teufel Nummer zwei ist das Nikotin. Da herrscht Nulltoleranz. Denn das Nikotin und die mikroskopisch winzigen Feinstaubpartikel die sie mit dem Rauch aus verbranntem Tabak und Zigarettenpapier einatmen haben einen verheerenden Einfluss auf Blutgefäße, Lunge und Gehirn.
  3. Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung können Sie der Krankheit schon früh entgegenwirken. Ist eigentlich ganz einfach: Wenig Fleisch, wenig tierisches Fett und wenig Kohlenhydrate. Dafür Eiweiß, Fisch, Gemüse, Beeren und Obst. Und natürlich ausreichend Ballaststoffe. Denn ein gesunder Darm ist wichtig für ein gesundes Hirn.
  4. Halten Sie im Alter Ihr Normalgewicht. Wenn Sie ab 60 ein paar Kilo mehr haben, dann ist das nicht schlimm. Aber mehr als zehn Prozent Übergewicht fördert die Demenz.
  5. Wer sich ausreichend körperlich bewegt, der bleibt auch geistig beweglich. Rekorde brauchen Sie keine mehr aufstellen, aber 10 000 Schritte am Tag sollten es doch sein. Diese Messung können Sie sich als App auf Ihr Handy laden. Außerdem: Gymnastik, Wandern, Yoga sind Gesellschaftssportarten, da sind Sie nicht einsam, schließen neue Bekanntschaften – das alles wirkt der Demenz entgegen.