Coronavirus: Was Sie nicht glauben dürfen

Das Virus marschiert und ist dabei die Welt zu erobern, auch in Deutschland ist er angekommen, in Bayern wurden schon an die zehn Menschen mit den Symptomen des Coronavirus behandelt . Die Zahl der durch das Virus angesteckten Menschen wächst unaufhörlich und in rasantem Tempo. In China – wo das Virus im Januar 2020 ausgebrochen ist, sind es inzwischen an die 100 000 Menschen, die mit den Symptomen einer Ansteckung durch den Coronavirus isoliert wurden, die Zahl der Toten wächst unaufhörlich. Kein Wunder, dass sich weltweit Angst ausbreitet und in China selbst, vor allem im Gebiet von Wuhan, inzwischen Panik ausgebrochen ist.

International wurden bereits viele Grenzen zu China geschlossen, viele Länder lassen Chinesen nicht mehr einreisen oder stellen keine Visa mehr aus. Wie immer, wenn eine unbekannte und nicht fassbare Krankheit droht, entstehen Mythen. So auch beim 2019-nCoronavirus (so lautet die offizielle Bezeichnung). Diese Mythen sind falsch und sie sind gefährlich. Denn einerseits stellen sie die Situation schlimmer dar als sie in Wirklichkeit ist. Andererseits werden Mittel und Möglichkeiten der Prävention und Heilung genannt, die einfach Unsinn sind. Aber leider ein manchmal tödlicher Unsinn. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jetzt einen Katalog der Mythen über das Coronavirus zusammengestellt. Lesen Sie, was Sie nicht glauben dürfen, wenn es um das Coronavirus geht.

Die Liste der zehn häufigsten Mythen um den Coronavirus

  1. Vorsicht vor Briefen und Paketen aus China, der Kontakt könnte gefährlich sein.
    Das ist nicht wahr. Menschen die Pakete oder Post aus China erhalten sind dadurch nicht gefährdet.
  2. Können Haustiere das Virus 2019-nCoV aus Wuhan verbreiten?
    Es gibt bisher keinerlei Hinweise darauf, dass Haustiere mit 2019-n CoV infiziert werden können. Trotzdem ist es gut, wenn Sie sich nach dem Kontakt mit Haustieren die Hände gründlich mit Seife und Wasser waschen.
  3. Schützen Impfstoffe gegen Lungenentzündung gegen den Coronavirus?
    Nein. Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie Pneumokokken-Impfstoff und Haemophilus-Influenza-Typ-B-(Hib)-Impfstoff bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Derzeit wird an einem Impfstoff gegen 2019-nCoV geforscht. Zum Schutz der Gesundheit empfiehlt die WHO aber bedrohten Menschen die Grippeschutzimpfung.
  4. Schützt das Gurgeln mit Mundwasser vor den Infektionen?
    Dafür gibt es keine positiven Beweise. Das Virus wird durch Kontakt übertragen. Einige Mundspülungen können bestimmte Mikroben für einige Minuten im Speichel eliminieren. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch vor einer Infektion mit 2019-nCov aus Wuhan schützen.
  5. Helfen Nasenspülungen gegen das Virus aus China?
    Nein, auch dafür gibt es keine Hinweise. Selbst gegen eine normale Erkältung sind Nasenspülungen mit Kochsalz kaum eine Hilfe, kann die Symptome höchstens lindern.
  6. Kann man mit Knoblauch vorbeugen und heilen?
    Für viele Menschen in China ist Knoblauch ein Allheilmittel. Sie bekämpfen damit alle möglichen Infektionen. Knoblauch ist nachgewiesen gesund, da er antimikrobielle Eigenschaften hat. Da aber in China ein Virus ausgebrochen ist, das von den Behörden lange verschwiegen wurde, hilft er gegen die Symptome eine Infektion mit dem Coronavirus nicht.
  7. Sesamöl soll das Eindringen des Coronavirus in den Körper verhindern?
    Das stimmt nicht. Sesamöl kann das Coronavirus nicht stoppen. Viele Menschen in China haben dieses Märchen geglaubt und sind trotzdem am Virus erkrankt oder sogar gestorben. Es gibt jedoch einige chemische Desinfektionsmittel, die das Virus auf Oberflächen gut abtöten können. Zum Beispiel Bleichmittel, Chlor-basierte Desinfektionsmittel, 74%iges Ethanol, Peressigsäure und Chloroform. Chinesische Ärzte verwenden teilweise Mittel dieser Arzt zur Desinfektion erkrankter Menschen oder von Übertragungsträgern. Das macht aber erst dann Sinn, wenn die Symptome des Coronavirus aufgetreten sind.
  8. Ältere Menschen werden vom Coronavirus leichter angesteckt.
    Das Virus greift in China und da vor allem in Wuhan Menschen jeden Alters an. Aber die Behörden haben bekannt gegeben, dass nach ihren Erkenntnissen Fälle von erkrankten älteren Mensch schwerer verlaufen und eher tödlich enden als bei jungen Patienten. Fälle, in denen eine schwere Vorerkrankung vorlag (Asthma, Diabetes, Herzerkrankungen), scheinen nach den Erfahrungen aus China schwerer zu verlaufen.
  9. Helfen Antibiotika bei Prävention und Behandlung des Coronavirus?
    Nach den in Deutschland vorliegenden Erkenntnissen macht es keinen Sinn das Virus mit Antibiotika zu behandeln. Auch chinesische Ärzte setzen es nicht ein. Es gibt aber Fälle, bei denen zusätzlich zur Infektion mit dem Virus bakterielle Koinfektionen kommen. Solche Fälle werden dann mit Antibiotika behandelt, um weitere Infektionen zu verhindern.
  10. Gibt es bereits Medikamente zur Bekämpfung des neuen Coronavirus?
    Weder in China noch in Deutschland oder sonst wo auf der Welt gibt es bisher ein spezifisches Medikament, das von den Behörden zur Bekämpfung der Symptome von 2019-nCoV empfohlen wird. Einige spezielle Behandlungen werden derzeit untersucht und sowohl in China wie auch in anderen Ländern in klinischen Studien getestet. Aber weder den chinesischen Ärzten noch Forschern in anderen Ländern ist da bisher ein Durchbruch gelungen. Alle diese Forschungen werden von der WHO gefördert und beschleunigt.

Generell lässt sich sagen, das bisher noch kein Mittel gefunden wurde, die Ausbreitung des Virus von Wuhan über China in die ganze Welt verhindern kann. Chinesische Behörden geben inzwischen ihr Versagen zum Beginn der Erkrankungen am Coronavirus zu. Ende Januar 2020 wurden in Wuhan innerhalb weniger Tage zwei riesige Krankenhäuser mit einmal 1000 Betten und einmal mit 1 600 Betten errichtet. Trotzdem müssen Menschen bereits zurückgewiesen werden – keine Kapazitäten mehr. Diese Gefahr besteht in Deutschland nicht. Bei uns werden Erkrankte auf Isolierstationen behandelt, bisher ist noch kein Mensch in Lebensgefahr.