Coronavirus in Deutschland: Sind wir gerüstet?

China meldet schon weit über 100 000 Erkrankungen, die Zahl der Todesopfer steigt und steigt. Immer mehr Länder müssen ebenfalls gegen die Epidemie kämpfen. Ob in Brasilien, in Asien, in unseren Nachbarländern wie Österreich, Frankreich, im Lieblingsurlaubsland Italien – das Virus hat Deutschland eingekreist, hat sich weltweit ausgebreitet. Und auch bei uns mehren sich die Fälle von Menschen, die am Coronavirus erkrankt sind. Und weder die Ärzte noch die Regierungen noch die Gesundheitsbehörden wissen offenbar: "Wir können wir den Virus stoppen."

Und immer häufiger stellt sich die Frage: Ist Deutschland gegen den Coronavirus gerüstet? Was sind für Maßnahmen ergriffen worden, sind überhaupt welche ergriffen worden – oder taumeln wir wehrlos in eine Epidemie von ungeahntem Ausmaß? Fragen, die immer dringender beantwortet werden müssen - denn mit Mundschutz allein können sich die Menschen in Deutschland auf Dauer nicht schützen - und die Nachrichten werden immer schlechter und bedrohlicher Es muss gehandelt werden, um die Gefahr von Deutschland abzuwenden. Aber wie? Das wollen wir hier klären. Deshalb fassen wir Nachrichten und Fakten zusammen, was es zum gefährlichen Virus mit dem Namen Corona gibt.

Die Gefahr in Deutschland

Das für Epidemien zuständige Robert-Koch-Institut sagte dazu: "Mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland muss gerechnet werden. Auch weitere Übertragungen, Infektionsketten und lokale Infektionsgeschehen sind in Deutschland möglich." Die Wissenschaftler erläutern die zurzeit für Deutschland geltende Strategie im Kampf gegen das Virus: Einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dazu gehört eine umfassende Erfassung von Erkrankten und Verdächtigen. Bisher haben wir in Deutschland 18 Fälle die einwandfrei als Angesteckte bekannt: Ein Deutscher, der sich bei einer Chinesin angesteckt hat, einige seiner Arbeitskollegen, Deutsche, die aus Wuhan in China ausgeflogen wurden. Es war also immer ein Kontakt mit einer bereits angesteckten Person. Diese Erkenntnis genügt jedoch nicht für eine umfassende Übersicht die Ausbreitung des Virus betreffend. Schwierig wird es, wenn nun neue Fälle dazu kommen, bei denen nicht klar ist wie sich die Betroffenen am Virus angesteckt haben. Um sich gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus rüsten zu können müssen unbedingt alle Kontaktpersonen des Coronavirus-Patienten ermittel und getestet werden. Eine sehr schwierige und aufwendige Aufgabe. Bisher schätzt das Robert-Koch-Institut die Gefahr für die Bevölkerung in Deutschland noch als gering ein. Das kann sich aber sehr schnell ändern.

Was geschieht, wenn Deutsche am Coronavirus erkranken?

Wird ein Patient positiv auf das Virus getestet, dann wird er umgehend isoliert und die Infektion den Behörden gemeldet. Prof. Lars Schaade, Leiter des Zentrums für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene am Robert-Koch-Institut erklärt, wie es dann weitergeht: “Das Gesundheitsamt ermittelt alle engen Kontaktpersonen und wird eine häusliche Quarantäne veranlassen, die bis zum Ablauf des 14. Tages nach dem letzten Kontakt mit dem Patienten dauern wird. In dieser Zeit kontrollieren die Kontaktpersonen mithilfe eines Tagebuchs ihre Gesundheit, das Gesundheitsamt erfasst die Daten täglich. Ist irgendetwas auffällig, wird die Person ebenfalls getestet und isoliert.” Das oberste Ziel muss sein, die Infektionskette zu unterbrechen. Menschen, die sich angesteckt haben, dürfen die Viren nicht weiter verbreiten, deshalb die Isolation. Die geschieht professionell in den Isolationsstationen der Krankenhäuser, auch dann, wenn die Patienten vielleicht nur leicht erkrankt sind.

Haben wir schon eine Therapie um die Krankheit zu bekämpfen?

Diese wichtige Frage muss leider mit einem klaren "Nein" beantwortet werden. Es gibt noch keine Medikamente, um das in Wuhan ausgebrochenen Coronavirus effektiv zu bekämpfen. Zu Zeit wird in einer Studie getestet, ob eine Kombination aus Mitteln, die beim gefährlichen SARS-Virus nützlich waren, gegen das Coronavirus eingesetzt werden kann. Leider gibt es noch keine positiven Nachrichten über Ergebnisse. Auch an einem Impfstoff forschen Mediziner mit Hochdruck. Eine Übersicht über die bisherigen Forschungen ergibt jedoch: Voraussichtlich wird es noch ein Jahr dauern, bis ein Impfstoff gegen das neue Virus gefunden und entwickelt wurde. Das bedeutet: Weder Deutschland noch Europa noch China sind gegen die Epidemie gerüstet. Der Kampf gegen das Coronavirus ist ein Kampf gegen die Uhr, die Zeit läuft der Welt davon. Positiv ist allerdings: Sehr schnell, schon 16 Tage nach der ersten offiziellen Meldung im Jahr 2020, wurde ein Test entwickelt, der verlässlich Auskunft gibt, ob ein Patient infiziert ist – oder nicht.

Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus

Da eine weitere Ausbreitung der Epidemie nicht nur Mensch tötet, sondern auch weltweit der Wirtschaft schadet, müssen Maßnahmen gegen eine Ausbreitung der Krankheit sowohl in China wie auch in Europa und weltweit getroffen werden:

  • Die drastischste Maßnahme: Ganze Städte, Provinzen und Dörfer werden abgeriegelt, keiner darf mehr raus, keiner darf mehr rein. Das ist in China so, Italien hat auch schon zu solchen Mitteln gegriffen. In China dürfen inzwischen Millionen Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen, um nicht in Kontakt mit angesteckten Menschen zu kommen.
  • In Italien wollen die Behörden so verhinder, dass sich das Coronavirus über die lokalen Infektionsherde hinaus weiter ausbreitet.
  • In Deutschland führt das Robert-Koch-Institut jetzt Stichproben in Arztpraxen durch – zusätzlich zu den gezielten Tests bei Verdachtsfällen werden Menschen mit Atemwegserkrankungen jetzt stichprobenartig auf das neue Coronavirus getestet.
  • So will man eine Übersucht über die Ausbreitung des Coronavirus gewinnen, um die Infektionskette zu unterbrechen und weitere Ansteckungen zu vermeiden.
  • Wenn es nicht gelingt die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wenn die Infektionswege nicht mehr überschaubar werden, dann bekommen wir eine Situation wie in Italien.

Die unkontrollierte globale Ausbreitung muss verhindert werden

Seit Beginn des Jahres 2020 gibt es bereits Maßnahmen die eine weitere weltweite Ausbreitung des Corona-Ausbruchs verhindern sollen. Fluglinien wie Lufthansa und British Airways flieg China nicht mehr an. Auf vielen Flughäfen sind "Entry-Screenings" installiert. Dort werden mit Wärmebildkameras ankommende Reisende darauf untersucht, ob sie Fieber haben könnten. Diese Maßnahme wird jedoch als nicht sehr effektiv eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt diese Kontrollen bei der Ausreise aus allen Ländern, in denen 2020 das Coronavirus aufgetreten ist. Darüber hinaus hat die WHO für das Coronavirus den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das heißt: Die Mitgliedsländer müssen ihre Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus untereinander koordinieren.

Was kann ich selbst tun, um mich vor dem Coronavirus zu schützen?

Hier eine Übersicht von ganz einfachen Maßnahmen und Tipps:

  • Die Knöpfe in Fahrstühlen nicht mit dem Finger drücken, lieber die Knöchel benutzen oder Handschuhe tragen.
  • Mindestens achtmal am Tag die Hände waschen. Und zwar mindestens 30 Sekunden mit Seife. Zum Abtrocknen Einmalpapiertücher benutzen.
  • Fassen Sie sich wenig wie möglich ins Gesicht. Die Schleimhäute von Nase, Mund, Augen und Gesicht nicht mit den Fingern berühren.
  • Verzichten Sie auf das übliche Händeschütteln.
  • Wohn- und Schlafräume gut lüften.
  • Das Tragen von Schutzmasken ist für gesunde Menschen kein besonders guter Schutz. Sie werden durch die Atemluft feucht, das hebt den Barriere Schutz gegen Keime und Viren schon nach etwa 20 Minuten Benutzung auf. Einen besseren Schutz bieten FFP3-Masken.
  • Die Benutzung von Masken im Kampf gegen das Coronavirus bringt ein weiteres Problem mit sich: Sie vermitteln ein falsches Sicherheitsgefühl "Mit der Maske kann mir nichts passieren". Dann vernachlässigen Sie weitere Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus.

Was passiert in der Wirtschaft

Wenn Corona sich weiter ausbreitet, dann kann das Jahr 2020 für die Wirtschaft katastrophale werden. Der Präsident der Europäischen Handelskammer in China, Jörg Wuttke, hält die wirtschaftlichen Folgen durch den neuartigen Coronavirus für "weit krasser als die meisten vermuten". "Mich erreichen Hilfeschreie aus allen Ecken", sagte Wuttke der Zeitung "Die Welt". Viele in China tätige mittelständische Unternehmen trieben 2020 auf den Bankrott zu. Nicht nur die Wirtschaft, auch die Versorgung der Bevölkerung ist durch Corona gefährdet. Große Containerschiffe dürfen China nicht mehr verlassen. Das dürfte in etwa sechs Wochen vor allem die Versorgung mit Arzneimitteln gefährden.