Coronavirus: Hilft mir eine Grippeimpfung

Der Herbst kommt und mit ihm wie jedes Jahr die Grippe: Spätestens im November 2020 müssen wir mit ständig steigenden Zahlen rechnen, Hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen werden sich in Deutschland mit das Grippevirus infizieren. Und das zu einer Zeit in der die Experten auch mit einer ständig ansteigenden Zahl von Erkrankungen durch das Coronavirus rechnen. Grippe und Corona zur gleichen Zeit – können wir das aushalten?

Hilft zum Beispiel die herkömmliche Grippeimpfung gegen das neue Coronavirus, gegen das es noch keinen Impfstoff gibt? Ist eine Grippe genauso gefährlich wie eine Ansteckung durch das Coronavirus? Die Antworten auf diese Fragen sind unterschiedlich. Wir versuchen zu klären: Coronavirus: Hilft mir eine Grippeschutzimpfung? Oder vergrößert sie das Risiko einer Ansteckung durch Corona?

Schützt die Impfung gegen Grippe auch vor Corona?

Beide Viren sind unterschiedlich. Eine Grippeerkrankung ist nicht mit einer Infektion durch das Coronavirus zu vergleichen. Impfen gegen die Grippe hilft nicht gegen Corona. Aber sie kann dennoch nützlich sein und verhinder, das Sie an Covid erkranken – oder eine Erkrankung besser überstehen. Denn wenn beide Ansteckungen zusammen kommen, dann stößt unser Immunsystem an seine Grenzen, und Covid kann sehr schwer ausfallen. Bleibt es aber nach einer Grippeimpfung stark, weil es zur Bekämpfung der Grippe nicht überfordert wird, dann kann es die eingesparten Ressourcen sehr gut gegen eine Corona-Infektion einsetzen. Das ist besonders wichtig für Menschen die zu den Risikogruppen zählen. Das sind Menschen mit schweren Vorerkrankungen oder im Alter ab 70. Kinder sind davon kaum betroffen. Eine Impfung gegen Grippe bewirkt also, dass die anstehende Grippesaison gemäßigt ausfällt und sich mit dem Corona-Pandemiegeschehen in der Grippesaison 2020 möglichst wenig überlagert.

Wer sollte sich 2020 gegen die Grippe impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in diesem Herbst diesen Schutz generell allen Menschen ab 60. Auch wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, sollten Sie sich nach Rücksprache mit Ihrem Arzt impfen lassen. Die STIKO hat aufgelistet, wer ein höheres Risiko hat, an einer Grippe zu erkranken:

  • Dazu zählen vor allem Menschen, die an einer chronischen Erkrankung leiden. Das sind vor allem Atemwegserkrankungen wie Asthma oder die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD). Auch Krankheiten von Herz-, Kreislauf-, Leber- oder Nieren können chronisch verlaufen. Weiterhin zählen auch Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten zu den chronischen Krankheiten.
  • Auch Personen die an Multipler Sklerose erkrankt sind oder die an einer schubweise verlaufenden Krankheit der Atemwege leiden sind betroffen. Sie sollten sich zum Schutz gegen eine Grippe und auch gegen Covid impfen lassen. Denn das Coronavirus schädigt ja vor allem das Lungensystem und damit die Sauerstoffversorgung aller Organe.
  • Sie kommen von Berufs wegen sehr oft mit anderen Menschen zusammen. Dabei können Sie sich schützen, wenn Sie sich impfen lassen.
  • Sie schützen ältere Familienmitglieder, denn der Körper von älteren oder immunschwache Menschen reagiert auf eine Impfung oft nicht genügend und bildet zu wenig Abwehrstoffe. Die Impfung der Familienangehörigen bietet dann einen gewissen Schutz.
  • Kinder sind sowohl durch Grippe wie auch durch Coronaviren weniger gefährdet. Dennoch sollten Kinder mit chronischen Erkrankungen geimpft werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine jährliche Impfung zum Schutz gegen Grippe für alle Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren.

Darf man sich während der Corona-Pandemie zum Schutz vor der Grippe impfen lassen?

Das sollten Sie unbedingt tun, darüber sind sich die Experten fast alle einig. Es sollte sich möglichst jeder impfen lassen. Und Sie sollten sich möglichst etwa zwei Wochen vor dem Beginn der anrollenden Grippewelle tun – als etwa Ende Oktober. Der Grund: Es dauert etwa zwei Wochen bis der Körper nach der Grippeschutzimpfung einen Impfschutz aufgebaut hat. Danach hält der Schutz sechs bis höchsten zwölf Monate an, wird aber im Lauf der Zeit immer geringer. Das gilt auch für Kinder. Um bei wieder ansteigenden Zahlen von Erkrankungen das Gesundheitssystem zu entlasten ist der Schutz gegen die Grippe besonders wichtig. Auch für Schulen und Kitas ist es wichtig, dass nicht zur Corona-Pandemie auch noch eine große Grippewelle auf uns zurollt.