Coronaimpfung: Bin ich danach wirklich sicher

Coronaimpfung: Bin ich danach wirklich sicher

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Die Impfstoffe gegen Corona sind zugelassen, es wird weltweit gegen die Erkrankung Covid-19 geimpft. Auch in Deutschland ist seit 2020 die Impfung angelaufen. Die ersten Impfungen bekommen besonders gefährdetet Bevölkerungsgruppen: Ärzte, Pflegepersonal in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen und Menschen die über 80 Jahre alt sind. Es wird noch viele Wochen dauern, bis Deutschland "durchgeimpft" ist.

Viele Menschen sind Impfgegner, haben Angst vor den möglichen negativen Folgen einer Impfung, vor eventuellen Nebenwirkungen. Noch viel mehr Menschen wollen sich zwar impfen lassen, aber sie stellen die Frage: Hält der Schutz durch den Impfstoff überhaupt, wie lange hält er und bin ich wirklich sicher, wenn ich mich gegen Corona habe impfen lassen. Diese Fragen wollen wir nach dem jetzigen Wissen beantworten.

Ist die Impfung gegen das Coronavirus überhaupt zuverlässig?

Jede Impfung trainiert die Abwehr unseres Immunsystems, ein bestimmtes eindringendes Virus. Zum Beispiel gegen das Coronavirus Sars-CoV-2, das Corona auslöst. Das Virus wurde erst vor gut einem Jahr entdeckt, geimpft wird erst seit einigen Wochen. Es lässt sich daher noch nicht Sicherheit sagen, wie lange vormals Erkrankte oder neu geimpfte gegen eine Neuansteckung durch Covid geschützt sind. Was wir wissen: Hunderte von Millionen Menschen haben sich am Coronavirus infiziert und wurden krank. Was wir noch wissen: Eine erneute Erkrankung durch das Virus ist bisher nur in wenig Einzelfällen bekannt geworden. Es ist auch nicht bekannt was besser schützt: Eine durchgestandene Erkrankung an Corona – oder eine Coronaimpfung mit den endlich verfügbaren Impfstoffen. Möglicherweise schützt der Impfstoff länger und besser als eine überstandene Ansteckung. Das könnte bei den Impfungen mit einem neu entwickelten Impfstoff gegen Covid der Fall sein.

Muss ich mich nun jedes Jahr neu impfen lassen?

Möglicherweise ist es nötig die Impfung gegen das Coronavirus – ähnlich wie zum Beispiel bei der Grippe – jedes Jahr zu wiederholen. Aber auch nur ein einziger Impfzyklus könnte bereits ausreichend sein. Denn dann ist dem Immunsystem das erneut eindringende Coronavirus bereits bekannt und es kann schneller und stärker gegen dagegen vorgehen. Das funktioniert auch dann, wenn das Coronavirus mutiert. Aber in diesem Fall kann auch der Impfstoff gegen Covid relativ leicht angepasst werden. Allerdings müssten dann besonders gefährdete Gruppe erneut geimpft werden.

Ich bin geimpft, kann ich trotzdem das Virus weiter verbreiten

Für die Zulassung als Impfstoff ist Voraussetzung, das Geimpfte nicht an Corona erkranken. Da heben die seit 2020 verfügbaren Impfstoffe einen hohen Wirkungsgrad zwischen 70 % (Astra Zeneca) und 95 % (BioNTech/Pfizer und Moderna) erreicht. Um aber die Pandemie in den Griff zu bekommen ist es ganz wichtig, das die Impfstoffe verhindern, dass bereits Geimpfte weiterhin andere Menschen anstecken können. Die Wissenschaft nennt das "sterile Immunität. Über dieses Problem liegen noch keine konkreten Erkenntnisse vor. Deshalb müssen auch Menschen die geimpft worden sind weiter eine Maske tragen. Die Forscher von BioNTech/Pfizer erwarten aussagefähige Erkenntnisse über dieses Problem bis Ende Januar. In einem Interview mit dem SPIEGEL erklärte die medizinische Leiterin von BioTech, die bisherigen Erkenntnisse seien ermutigend.

Kann das Immunsystem die Erinnerung an die Impfung gegen Corona speichern?

Entscheidend für einen langfristigen Schutz gegen Corona ist es entscheidend, ob sich das Immunsystem nach der Impfung bei einem erneuten Kontakt mit Coronaviren noch erinnern kann und Antikörper bildet. Dazu liefert eine Studie von Forschern der Monash-Universität in Melbourne positiver Erkenntnisse: Sie beweist, dass das Immunsystem nach einer durchgemachten Sars-CoV-2-Infektion tatsächlich ein Immungedächtnis ausbildet. Das ist ein hoch komplizierter Vorgang im Immunsystem. Bei einer Infektion mit Corona werden Antikörper gebildet. Klingt die Infektion ab, werden einige von ihnen zu B-Gedächtniszellen, die Informationen über das bekämpfte Virus speichern. Kommt es nach einer Impfung oder einer überstandenen Infektion zu einem erneuten Kontakt mit bestimmten Antigenen des Coronavirus werden sehr schnell Antikörper gebildet. So kann verhindert werden, dass die Krankheit neu ausbricht. Deshalb sind die Impfungen ein wirksames Mittel im Kampf gegen Corona.

Impfen gegen Corona: Gibt es Nebenwirkungen

Wie bei jeder Impfung kann auch das Impfen gegen Corona zu Nebenwirkungen führen. Das Robert-Koch-Institut hat sich seit Impfbeginn 2020 mit diesem Thema beschäftigt. Dabei berichteten in der geprüften Altersgruppe 16 bis 55 Jahre 83 % der Geimpften über kurzfristige lokale Schmerzen an der Einstichstelle nach dem Impfen. Sechs Prozent berichteten über eine Rötung, sechs Prozent über eine Schwellung. 47 % klagten über Abgeschlagenheit, 42 % über Kopfschmerzen, 21 % über Muskelschmerzen. Es traten keine Todesfälle auf, die auf die Injektion mit einem Impfstoff zurückzuführen seien. Das ist ein sachlicher und wertungsfreier Bericht des Robert-Koch-Instituts über Nebenwirkungen nach impfen mit verfügbaren Impfstoffen gegen Corona.