Corona: Was mache ich mit den Kindern

Corona: Was mache ich mit den Kindern

©Torsten Schröder / pixelio.de

Wir leben in den Zeiten von Corona und das Coronavirus hat unser Leben fest im Griff. Das bedeutet: Die Kinder sind fast 24 Stunden zu Hause, keine Schule, keine Spiele, keine Treffen mit Freunden, wenig Möglichkeiten frische Luft zu schnappen. Sie sind isoliert, das gewohnte Leben ist nicht mehr möglich. Wo man so eng aufeinander hockt, da gibt es Probleme, da kommt es zu Konflikten, da beginnt nach spätestens zwei Tagen das Quengeln: "Mit ist so langweilig. Was soll ich denn mal machen?"

Und dann sind die Eltern gefragt. Denn sonst ist ja niemand mehr da, den die Kinder fragen könnten. Und irgendwann ist "Mensch ärgere Dich nicht" oder "Monopoly" auch kein Ausweg mehr. Deshalb wollen wir Ihnen hier Tipps und Ratschläge geben, was Sie mit den Kindern machen können, wie sie die Langeweile vertreiben können. Auch wenn uns das Coronavirus in die Isolation zwingt – wir wollen das Beste daraus machen. Damit Sie und die Kinder die Krise bewältigen können.

Tipps, was Sie mit Ihren Kindern während der Zeit von Corona machen können

Das wahrscheinlich größte Problem für die Kinder ist der Verlust des normalen Tagesablaufs. Der Ausbruch der Epidemie in den ersten Monaten des Jahres 2020 und die um sich greifenden Erkrankungen durch das Coronavirus haben zu einer Krise geführt, die jetzt schon jede Familie ergriffen hat. Die Kinder müssen wegen Corona nicht mehr zur Schule gehen, Millionen Menschen machen Homeoffice oder wurden in die Kurzarbeit geschickt. Das bedeutet: Viele Familien müssen auf engem Raum miteinander auskommen, jeden Tag eine lange Zeit zusammen sein, eigentlich rund um die Uhr. Da können Tipps gut helfen die Zeit von Corona ohne tief greifenden und anhaltenden Streit zu überstehen.

Tipp 1. Konflikte vermeiden und über das Coronavirus aufklären

Es wird sich nicht vermeiden lassen, das es zwischen Geschwistern und Eltern und Kindern nach einiger Zeit zum Streit kommt. Unter wegen Corona isoliert lebenden Menschen wird es zum "Lagerkoller" kommen. Da gibt es nur ein Mittel, das gut hilft: Gehen Sie aus der Streitsituation raus und trennen Sie die Streithähne. Wenn Sie nicht unter Quarantäne stehen, dann dürfen Sie alleine raus. Jagen Sie die Kinder an die frische Luft. Eine lange Runde mit dem Rad um den Block fahren, alleine spazieren gehen, einfach raus aus den vier Wänden – das hilft schon.  Natürlich wird das Kind Sie über Corona ausfragen: „Was ist Corona? Warum dürfen wir bei schönem Wetter nicht auf den Spielplatz?. Dürfen wir nicht zur Oma/Opa gehen? Wann geht die Schule wieder los? Können wir denn im Sommer überhaupt in den Urlaub fahren?“ Gehen Sie auf diese Fragen ein und machen Sie auf gar keinen Fall falsche Hoffnungen wie "Das ist bald wieder vorbei. Dann wird es wieder früher." Seien Sie ehrlich. Sagen Sie auch, das sie Angst haben, das es für Sie auch schwierig. Betonen Sie immer wieder das man diese schlimme Zeit gemeinsam überstehen muss. Und das die aktuellen Nachrichten es einfach nicht zulassen, das man so tut, als ob nichts geschehen sei. Aufrichtige Gespräche helfen den Kindern, mit der Situation fertig zu werden. Informieren Sie sich über das Coronavirus und geben Sie Ihr Wissen an die Kinder weiter.

Tipp 2: Es gibt keinen direkten Kontakt mehr mit Freunden

Die Kinder haben so gut wie keinen Kontakt mehr zu ihren Freunden. Auch, wenn das Wetter gut ist dürfen sie die ja nicht treffen. Sie befinden sich in einer Isolation. Das macht sie traurig und sehr oft wütend. Vor allem, wenn das Wetter schön ist und Sie nicht sagen können: "Es dauert nicht mehr lange, dann könnt ihr wieder raus und alles ist vorbei." Also nützen Sie die Zeit, um Ihrem Kind den fehlenden Kontakt zu Freunden und anderen Kindern zu ersetzen. Da gibt es viele Möglichkeiten: Spielsachen aussortieren, gemeinsam Fotos ansehen, Fotobücher gestalten, Altes ausmisten, gemeinsam aufräumen usw. Da die Nachrichten über das Coronavirus kein schnelles Ende der Ausgangssperren erwarten lassen, der Kontakt mit der Umwelt also weiterhin eingeschränkt bleibt, sollten Sie für die Kinder und für sich einen festen Plan erdenken und dem Tagesablauf eine Struktur geben die eingehalten werden muss:

  • Eine festgelegte Zeit, zu der aufgestanden wird.
  • Ein gemeinsames Frühstück an dem man über gemeinsame Aktivitäten sprechen kann.
  • Schulkinder bekommen über die digitalen Möglichkeiten Aufgaben und Lernvorschläge vor der Schule. Legen Sie fest: Um 10.00 Uhr beginnt unsere "Home Schule" bis etwa 13.00 Uhr.
  • Danach essen wir gemeinsam Mittag.
  • Legen Sie mit den Kindern einen Zeitraum fest, an dem sie mit ihren Freunden über das Internet kommunizieren können. Nicht länger als anderthalb bis zwei Stunden.
  • Viele Kinder haben verlernt selbst zu lesen. Versuchen Sie, mit den Kindern zu lesen. Suchen Sie sich einspannendes, dem Alter Ihrer Kinder angemessenes Buch, und lesen Sie vor. Nach einiger Zeit müssen die Kinder dann selbstständig weiterlesen.
  • Setzen Sie sich mit den Kindern zusammen und erzählen Sie von Ihrer Jugend, Ihrer Kindheit, von den Großeltern.
  • Viele Kinder wissen über die Familiengeschichte nicht sehr viel. Das können Sie jetzt ändern.
  • Da die Kinder nur beschränkt rausgehen können, sollten Sie mit ihnen gemeinsam mindesten eine bis zwei Stunden raus an die frische Luft.
  • Veranstalten Sie gelegentlich am Abend einen Kino-Event: Mit Filmen aus dem Netz, mit Chips und Leckereien.
  • Für alle Beteiligten immer wieder ein großer Spaß – und außerdem lehrreich: Das gute alte „Stadt, Name, Land, Fluss“. Mit einem kleinen Preis für den Sieger.

Eltern müssen Ihre Kinder über das Coronavirus informieren

Um den Kindern die Angst zu nehmen, muss im Kreis der Familie unbedingt über das Coronavirus gesprochen werden. Reden Sie über aktuelle Nachrichten. Wir leben im Jahr 2020, die Kinder können mit Handy und PC umgehen, die Schulen sind geschlossen – also informieren sie sich dort. Dabei müssen die Eltern helfen, damit die Kinder nicht auf Fakenews oder Gerüchte hereinfallen. Denn nicht jeder im Netz angebotene Service ist sinnvoll. Die Schulen haben geschlossen, Sie müssen jetzt deren Rolle übernehmen. Wir alle, auch die Kinder, müssen mit dieser Krise des Jahres 2020 fertig werden, denn sie betrifft ja alle Menschen. Weisen Sie innerhalb der Familie auf die Gefahren der Ansteckung hin – und wie man diese vermeidet. Die aktuelle Lage in Sachen Coronavirus ändert sich ja von Tag zu Tag. Sehen Sie zu, das Sie immer auf dem Laufenden sind. Und denken Sie daran: Gerade Eltern haben in Zeiten wie diesen eine Vorbildfunktion. Das Coronavirus wird uns 2020 noch lange Zeit beschäftigen. Sie müssen den Kindern quasi einen Service bieten, damit sie diese Zeit möglichst unbeschädigt überstehen.