Corona und Heuschnupfen: So groß ist die Gefahr

Hunderttausende sind in Deutschland im Jahr 2020 bisher infiziert worden und über 4000 sind bereits an Corona gestorben. Ein besonderer Risikofaktor nach einer Ansteckung mit Covid sind Vorerkrankungen der Lunge, des Kreislauf, des Herzens. Was aber ist, wenn ich Allergiker bin, wenn zu einer Ansteckung durch das Coronavirus auch noch ein ausgewachsener Heuschnupfen kommt?

Denn gegen die jetzt zu Milliarden herumschwirrenden Pollen kann ich mich ja nicht absolut schützen. Wächst für Allergiker die Gefahr einer Erkrankung an Corona, wenn jetzt noch ein Heuschnupfen ausbricht? Die Antwort ist eine schlechte Nachricht: Bei wem die Heuschnupfenbeschwerden vom der Nase und dem oberen Rachenraum in die Lunge hinab wandern, sich der Heuschnupfen zu Asthma entwickelt – der gehört zur Risikogruppe, wenn auch noch eine Infektion durch Corona dazu kommt.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Covid-19 und einer Pollenallergie

  1. Bei Heuschnupfen und einer Pollenallergie haben die Symptome einen wellenförmigen Verlauf. Sie treten meist überfallartig zu ganz bestimmten Zeiten oder nach den immer gleichen Auslösern auf. Sie beginnen sehr stark und lassen oft schlagartig nach wenn kein Pollandkontakt mehr besteht. Das beste Beispiel sind überfallartige Niesattacken. Wenn Sie sich aber am Coronavirus infiziert haben, dann entwickeln sich die Symptome langsam und nehmen dann ständig zu.
  2. Typische Pollenallergiker haben fast nie Fieber, manchmal eine leicht erhöhte Temperatur. Bei einer Covid-19 Erkrankung stellt sich bei den betroffenen Menschen jedoch fast immer Fieber mit über 38,2 Grad ein.
  3. Bei einer Allergie durch Pollen tritt sehr häufig ein Fließschnupfen, verbunden mit Gießattacken auf. Wenn Sie aber einen durch einen Kontakt hervorgerufenen Coronavirus haben, dann ist der Schnupfen zwar möglich, das Niesen aber so gut wie nie.

Darf ich meine gewohnten Allergie-Medikamente bei Corona weiter nehmen?

Wenn zu Ihrem Heuschnupfen eine Infektion durch das Coronavirus dazu kommt, dann stellt sich die Frage: Darf ich meine Allergie-Medikamente weiter nehmen – oder soll ich sie absetzen. Nach den bisher im Jahr 2020 über Corona gewonnenen Erkenntnissen sollten Sie Ihre Therapie unbedingt weitermachen und die Medikamente weiterhin einnehmen. Denn diese Medikamente wirken entzündungshemmend und abschwellend. Das schützt Sie vor Komplikationen wie einer bakteriellen Infektion der Nasennebenhöhlen oder – bei Corona noch schlimmer – einer Schädigung des Lungengewebes. Wenn die Barrierefunktion Ihrer Schleimhäute trotz Heuschnupfens erhalten bleibt, dann ist das ein guter Schutz gegen das Coronavirus und verringert das Risiko einer Ansteckung. Wenn Sie gegen Ihre Pollenallergie kortisonhaltige Medikamente benutzen (Nasensprays oder Dosieraerosole) einsetzen, dann rät die Deutsche Atemwegsliga dies auch weiterhin zu tun.

Allergisches Asthma ist bei Covid eine große Gefahr

Wenn bei Ihnen die Pollenallergie bereits zu einem allergischen Asthma geführt hat, dann bedeutet das große Gefahr bei einer Ansteckung durch  das Virus. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist darauf hin, dass Menschen mit allergischem Asthma ein höheres Risiko haben, an einer Coronavirus-Infektion schwer zu erkranken, als Gesunde. Es wird auch empfohlen, Mittel gegen Ihre Allergien frühzeitig zu besorgen und diese strikt anzuwenden. In 2020 wurden im Verlauf der Corona-Epidemie bisher keine Hinweise gefunden, das zum Beispiel Kortisondosen gegen Allergien das Risiko für einen besonders schweren Verlauf einer Erkrankung durch das Virus erhöhen. Viel schlimmer ist es, wenn Sie als Allergiker Ihre Arznei plötzlich absetzen und ein schwerer Asthmaanfall die Folge ist. Denn dann kann das Virus fast problemlos eindringen.