Corona plus Grippewelle: So gefährlich ist das für dich

Nach wie vor kämpfen wir weltweit gegen das Coronavirus. Die Zahl der Infektionen mit dem Virus nimmt zu. Das gilt auch für Deutschland: Die Zahl der Neuinfektionen geht im Herbst 2020 wieder nach oben. Die Maßnahmen werden verschärft, die Zeit der Lockerungen scheint vorbei zu sein. Und nun droht eine neue Gefahr: Wie jedes Jahr kommt mit dem Wechsel zur kalten Jahreszeit eine Grippewelle auf uns zu. Die "ganz normale Influenza", die wir jedes Jahr erleben und überstehen müssen. Was passiert, wenn wir zusätzlich zu den Erkrankungen an Covid auch noch Hunderttausende oder gar Millionen Grippekranke verkraften müssen. Wenn Corona- auf die Grippewelle stößt, bekommen wir dann eine Monsterwelle, die unser Gesundheitssystem nicht mehr verkraften kann?

Corona und Grippe zur gleichen Zeit, wie gefährlich ist das für jeden Menschen? Kann man an Grippe erkranken, wenn man sich schon am Grippevirus angesteckt hat – oder ist man dann immun. Oder kann man nicht an covid erkranken, wenn man eine Grippe hat oder hatte? Fest steht bisher nur: Sowohl Corona als auch eine Influenza sind für den menschlichen Organismus und das Immunsystem sehr gefährlich, beide Erkrankungen können – jede für sich – zum Tode führen. Wir gefährlich aber ist es, wenn die "normale" Grippe auf eine Erkrankung durch das Coronavirus stößt? Probleme, über die Sie Bescheid wissen müssen. Wir versuchen eine Erklärung.

Was ist gefährlicher: Grippe oder Corona?

Corona (COVID-19 oder cov) hat sehr viele Ähnlichkeiten mit einer durch einen Virus ausgelösten Grippe. Das Coronavirus ist ebenfalls sehr ansteckend, für Menschen in Risikogruppen ungefähr auch genau so tödlich und gefährlich. Es gibt aber einen großen Unterschied: Eine Grippe ist für den Organismus des Menschen nicht neu, die Erkrankung und Ansteckung durch das Coronavirus kennen wir aber erst seit dem Jahr 2020. Auch an der Grippe sterben jedes Jahr in Deutschland sehr viele Menschen, aber die Sterblichkeit ist mit wenigen Zehntelprozenten an der Gesamtsterblichkeit relativ gering. Das alles wissen wir und können jedes Jahr mit einem neu entwickelten Impfstoff auf die Grippe reagieren. Wie gefährlich die Covid – Erkrankung, also die Infektion mit SARS-CoV-2 tatsächlich ist, wissen wir eben noch nicht genau, dazu ist Corona noch zu neu. Nach Auswertung der bisher vorliegenden Daten von infizierten Personen lässt sich jedoch sagen: Corona ist ungefähr gleich gefährlich wie eine Grippe, aber nur wenn man die Infizierten gut behandeln und versorgen kann.

Es fehlt die Grundimmunität

Die Erkrankung COVID-19 ist 2020 neu aufgetaucht und hat neue, bisher unbekannte Oberflächenmerkmale. Es fehlt also in der Bevölkerung eine über viele Jahrhunderte entwickelte Grundimmunität gegen das Virus. Das ist der große Unterschied zu einer Influenza. Ohne diese Grundimmunität ist es für das Virus leicht, sich schon beim geringsten Kontakt sehr schnell zu verbreiten. Die Wissenschaft geht zurzeit davon aus, dass eine gewisse Kreuzreaktion zu den Corona-Erkältungsviren besteht und deswegen bei einem Teil der Bevölkerung eine bedingte Immunität vorliegt. Bis zum Ausbruch der Epidemie durch das Virus Sars-CoV-2 war niemand damit infiziert. Wer sich 2020 damit ansteckt oder angesteckt hat, der kann bei einem schweren Verlauf oder Vorerkrankungen sogar sterben. Dafür gibt es viele Beispiele. Wie viel Prozent der Infizierten eine Ansteckung aber völlig symptomlos überstehen – das wissen wir nicht, denn das kann erste im Nachhinein festgestellt werden.

Die Risikogruppen

Die Unterschiede zwischen Influenza und einer Erkrankung an Corona können von Laien kaum erkannt werden. Wenn der Verdacht auf eine Erkrankung durch sars besteht, ist es daher entscheidend, ob es mögliche Kontakte zu Coronakranken gab oder gibt. Aktuell gehen die Mediziner davon aus, dass ein Infizierter im Durchschnitt zwei bis drei weitere Personen ansteckt: Immer durch eine Tröpfcheninfektion, also durch Husten oder Niesen. Zu den Risikogruppen zählen generell ältere Menschen und Raucher. Oder Personen mit diesen Vorerkrankungen:
+ Asthmakranke oder Menschen mit Lungenproblemen (Raucher)
+ Krebserkrankungen
+ Schwaches oder geschädigtes Immunsystem
+ Diabetes
+ Chronische Erkrankungen der Leber

Das Coronavirus greift die unteren Atemwege an

Im Gegensatz zur Erkältung oder der viralen Grippe greift das Coronavirus vor allem die unteren Atemwege und die Lunge an. Die Hauptsymptome sind: Fieber, trockener Husten ohne Auswurf und starke Atemnot. Die Atemprobleme können bis zu einer lebensgefährlichen Lungenentzündung führen. Die typischen Symptome einer viralen Erkältung wie Schnupfen oder Niesen treten nicht auf. Der größte Unterschied zur Grippe ist die Inkubationszeit. Die liegt bei einem Grippekranken bei ein bis zwei Tagen, bei einem vom Coronavirus befallenen Patienten aber bei bis zu 14 Tagen. Das bedeutet: Infizierte Menschen können durch Kontakt das Virus zwei Wochen lang übertragen ohne zu wissen, dass sie schon Corona haben.

Die unterschiedlichen Symptome bei Grippe oder Corona

Da sich die Krankheiten in vielen Auswirkungen sehr ähneln ist es wichtig die Unterschiede zwischen den Symptomen zu erkennen. Hier eine Auflistung.

Symptome                                               Covid-19                                 Grippe
Fieber                                                      häufig                                     sehr oft
Halsschmerzen                                        manchmal                               manchmal
Müdigkeit, Antriebslosigkeit                      manchmal                               häufig
Husten                                                      fast immer (trocken)                häufig
Gliederschmerzen                                     hin und wieder                        fast immer
Geschmacks- und Geruchverlust              sehr häufig                              nein
Kopfweh                                                    manchmal                                sehr oft

Schnupfen                                                 selten                                      häufig

Kurzatmigkeit                                           manchmal                                nein
Durchfall                                                   selten                                      manchmal

Erst wenn die Grippewelle in Deutschland in den nächsten Wochen anrollt, wird sich entscheiden wie viele Prozent der Erkrankten an einer Grippe leiden oder an Corona. Wie es sich auf den Verlauf der Krankheit auswirkt, wenn Grippe- und Coronavirus zusammen auftreten und ob die Grippeimpfung sich auch bei Corona positiv auswirken kann.

Studie: Grippe erhöht die Übertragungsrate von Corona

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin und des Institut Pasteur in Paris haben festgestellt, dass Grippeerkrankungen die Übertragungsrate des Coronavirus im Durchschnitt um das 2,5fache erhöhen. Als Grund wird vermutet, dass Personen mit einer Doppelinfektionen von Grippe und Ovid-19 das Coronavirus besonders leicht weitergeben. Wahrscheinlich ist auch, das Grippeviren die Anfälligkeit für eine Infektion mit Coronaviren erhöhen.