Corona-Mutationen: So groß ist die Gefahr

Das ganze Jahr 2020 haben wir gegen die Epidemie durch gegen das Coronavirus gekämpft. Millionen Menschen sind an Covid-19 erkrankt, hunderttausende sind gestorben, unendliche viele Patienten haben zwar Corona überstanden, leiden aber immer noch an den Spätfolgen der Erkrankung an Covid-19. Endlich kommen Impfstoffe auf den Markt, endlich beginnen Massenimpfungen gegen die Pandemie.

Doch schon drohen 2021 neue Gefahren: Das Virus ist mutiert, hat sich verändert, europaweit treten die ersten Fälle auf. Und das wirft für die Medizinwissenschaft und die Forscher Fragen auf: Sind die Mutationen genauso gefährlich wie die bisher bekannten Coronaviren, sind sie ansteckender, helfen die Impfstoffe auch gegen ein neues, verändertes Virus? Lesen Sie, was Sie über die neue Gefahr wissen müssen. Ist sie wirklich so groß, oder kriegen wir das Virus in den Griff? Was wissen wir über die Mutation des Coronavirus?

Sind neue Varianten des Coronavirus ansteckender oder gefährlicher?

Die in Großbritannien zuerst entdeckte neue Variante des Coronavirus ( B.1.1.7.)ist nach bisherigen Erkenntnissen wesentlich ansteckender als andere Varianten des Coronavirus. Mit der neuen Coronavariante infizierte Patienten steckten Kontaktpersonen häufiger an. Ein Forscherteam des Imperial College London fand heraus, das die Variante des Coronavirus eine bis zu 70 Prozent höhere Ansteckungsgefahr aufwies. Deshalb rechnet die Europäische Seuchenschutzbehörde auch mit einer weiteren Ausbreitung der Erkrankung durch Mutationen. Ob die Mutation zu einer schwereren Erkrankung als durch das bisher bekannte Coronavirus führt, ist noch unbekannt. Dafür gibt es noch keine Hinweise. Aber eine weitere Gefahr droht: Menschen, die sich schon einmal mit Sars-Cov-2 angesteckt haben, sind nicht sicher vor einer Neuansteckung durch die Variante des Virus. Diese Menschen können dann das Virus weitergeben und so die Verbreitung verstärken.

Helfen die Impfungen auch gegen die neuen Viren

Kaum hat die Wissenschaft gegen Corona Impfstoffe entwickelt tauchen nun neue Viren auf, die wieder zu einer Pandemie führen können. Oder helfen die Impfstoffe auch gegen die mutierten Viren? Diese Frage kann nicht so einfach beantwortet werden. Bisher in nur bekannt, das die Impfstoffe auch gegen die Virusvariante B.1.1.7. wirken. Auch gegen andere Mutationen haben sie sich bereits als wirksam erwiesen. Ob andere Virusmutationen von den bisher zugelassenen Impfstoffen neutralisiert werden ist aber noch nicht ausreichend erforscht. Es kann durchaus sein, dass andere Mutationen nicht nur der Immunantwort entwischt sind, die Genesene nach einer Sars-CoV-2-Infektion entwickeln, sondern auch der Immunantwort nach einer Impfung. Der Virologe Friedemann Weber von der Justus-Liebig-Universität Giessen glaubt, die momentan zugelassenen Impfstoffe seine stark genug, dass sie auch bei mutierten Virusvarianten wirken können. Außerdem, erklärt der Geschäftsführer von BioNTech Ugur Sahin, hätten die bisherigen Impfstoffe den Vorteil, dass man sie schnell an die Mutationen anpassen könne: "Wir könnten die Sequenz der Impfung austauschen und eine neue Impfung innerhalb von sechs Wochen bereitstellen", sagte Şahin gegenüber dem Sender CNBC.

Wie sehr sind die neuen Mutationen von Corona in Deutschland schon verbreitet?

Im Gegensatz zu Großbritannien sind die Mutationen in Deutschland in 2021 noch kaum aufgetreten. Bisher sind nur etwa 20 Fälle bekannt, deren Zahl aber schnell steigen kann. Die aus Großbritannien "importierten" Viren sind bisher vorzugsweise in Norddeutschland und Berlin nachgewiesen worden. Die aus Südafrika stammende Variante B.1.351 wurde auch inzwischen auch in Baden-Württemberg entdeckt. Es kann also nicht von einer schnellen Ausbreitung in Deutschland gesprochen werden. Dafür sind zu wenig Menschen an einer Mutation erkrankt. Der beste Schutz gegen die Mutationen der Viren sind wie bei Corona: Abstand halten, Masken tragen und beim Sport allein bleiben.