Corona: Das Virus kann jeden treffen und töten

Als Covid-19 anfing, sich als Pandemie weltweit zu verbreiten, wusste man so gut wie gar nichts über das Virus. Vor allem nicht: Für wen ist Corona gefährlich und kann töten: Die ersten tödlichen Opfer des Coronavirus waren sehr oft in einem fortgeschrittenen Alter – über 75 Jahre alt – oder sie hatten bereits schwere Vorerkrankungen als sie an Corona erkrankten und starben. Nun sind Alter, Gebrechlichkeit und Vorerkrankungen immer noch Risikofaktoren für eine schwere und lebensbedrohende Infektion an Corona. Aber inzwischen weiß die Medizinforschung, dass die Krankheit Covid-19 auch junge und gesunde Menschen befallen kann.

Das bedeutet: Sie kann auch junge Erwachsene, Teenager und sogar Kinder töten. Das beschreibt Laura Helmuth, Chefredakteurin des angesehenen "Scientific American." Sie hat wichtige Fakten und Erkenntnisse aus den vergangenen sieben Monaten des Jahres 2020 gesammelt und zusammengefasst.

Corona kann überall in der Welt ausbrechen

Als die Pandemie Anfang 2020 anfing sich weltweit zu verbreiten, gab es jede Menge Vorurteile und noch mehr Vermutungen. So hieß es: Die Chinesen wurden Opfer, weil sie Lebensmittel auf unkontrollierten Wildtiermärkten kauften. Die Italiener und Spanier, weil sie sich ständig umarmen und küssen. Auf den Kreuzfahrtschiffen breitete es sich aus, weil die Menschen an den Buffets drängelten. In den Pflegeheimen kam es zu Masseninfektionen weil die Menschlich alt, gebrechlich und immunschwach sind. Und in New York konnte es wüten, weil die Stadt überfüllt ist. Jetzt, ein Vierteljahr später wissen wir, das es Ausbrüche in städtischen Gebieten, auf dem Land, in den Vorstädten und in jeder Kultur auf der ganzen Welt geben kann. Einfach überall auf der Welt wo Menschen Kontakt zu anderen Menschen haben.

Verseuchte Oberflächen sind nicht die Hauptgefahr für eine Ansteckung mit dem Coronavirus

Eine der ersten Schutzmaßnahmen zu der Experten in Deutschland – und auch weltweit – rieten war: So oft wie möglich am Tag die Hände waschen und desinfizieren und mit den Fingern nicht das Gesicht berühren. Und alle Oberfläche mit denen man in Berührung gekommen war zu desinfizieren. Diese Erkenntnisse basierten auf Studien über die Ausbreitung von Krankheiten wie Noroviren und Erkältungsviren. Das ist immer noch gut und wichtig um sich vor einer Ansteckung zu schützen – aber Oberflächen sind nicht die Hauptüberträger von Sars-CoV-2.

Corona wird hauptsächlich durch die Luft übertragen

Am Anfang der Pandemie dachte die Experten, das Virus würde vor allem durch Schleimklümpchen und Speichel verbreitet, die Menschen beim Husten oder Niesen ausstoßen. Und man nahm an, diese Tröpfchen seien schwer genug um ziemlich schnell aus der Luft zu verschwinden und auf den Boden zu fallen. Dort wäre das Virus dann ungefährlich gewesen. Heute wissen wir, Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind stoßen das Virus mit jedem Atemzug aus. Dabei gelangen winzige Tröpfchen ins Freie, die noch lange in der Luft schweben. Die in den Tröpfchen enthaltenen Corona – Viren leben noch lange und sich hoch ansteckend. Besonders in schlecht gelüfteten Räumen besteht deshalb eine große Gefahr, sich an Corona anzustecken.

Das warme Sommerwetter hat das Coronavirus in Deutschland nicht aufgehalten

Corona wird oft mit dem Grippevirus verglichen. Diese Atemwegserkrankung erreicht wetterbedingt in Deutschland im Winter ihren Höhepunkt. Nun hatten Experten gehofft, das die Ausbreitung von CoV auf der nördlichen Erdhalbkugel sich im Frühling und Sommer verlangsamen würde. Das war nicht der Fall, denn der stärkste Indikator für eine Ausbreitung des Coronavirus ist das Verhalten der Menschen. Die Jahreszeit spielt eine untergeordnete Rolle.

Masken machen großen Sinn

Immer wieder hört man, das Masken als Schutz gegen das Coronavirus problematisch sind. Masken würden die Menschen in Bezug auf soziale Distanzierung nachlässig werden lassen, und dass Stoff- oder Papiermasken – im Gegensatz zu N95-Operationsmasken – nicht die kleinsten aerosolierten Viruspartikel aufhalten können. Nach vielen Monaten Corona wissen wir, dass Masken die Menge des Virus, die Menschen beim Sprechen in die Luft ausstoßen, stark reduzieren können und dass Masken Menschen schützen, die sie tragen – nicht perfekt, aber ausreichend, um die Übertragung der Krankheit zu reduzieren. Wobei der beste Schutz noch immer ist, den Kontakt zu anderen Menschen zu reduzieren.

Das Coronavirus kennt keine Rasse

Sehr oft hört man, das Angehörige anderer Rassen als der weißen anfälliger für das Coronavirus seien und ein Kontakt mit ihnen Leben gefährden könnte. Als Beispiel werden dafür die USA angeführt, wo verhältnismäßig mehr Farbige am Coronavirus erkranken als Weiße. Das gilt auch für Brasilien und viele Länder Südamerikas. Das ist jedoch nicht auf genetische Unterschiede zurück zu führen, sondern auf die schlechteren Lebensbedingungen von Schwarzen und Latinos.

Was Ihnen generell in der Zeit von Corona hilft

Die wichtigste Maßnahme im Bereich der öffentlichen Gesundheit während einer Pandemie, einer Krankheit ohne Heilung oder Impfung, besteht darin, Experten dabei zu unterstützen, klare, vertrauenswürdige, genaue und umsetzbare Informationen auf der Grundlage der besten Beweise auszutauschen. Das ist schwierig, weil das Coronavirus sehr flexibel ist und sich schnell verändern kann. Aber das ist immer noch besser, als auf die vielen Verschwörungstheorien hereinzufallen, die zurzeit kursieren.