Corona: Brauche ich eine dritte Impfung?

Corona: Brauche ich eine dritte Impfung

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Immer mehr Menschen wurden 2021 in Deutschland schon gegen Corona geimpft. Millionen haben auch schon die zweite Impfung erhalten, an Impfstoff ist kein Mangel mehr. Nun aber mehren sich die Meldungen, das innerhalb mehrerer Monate nach der Erstimpfung die Wirkung des Impfstoffs nachlassen kann, das dann eben bei diesen Menschen eine dritte Impfung nötig wird. Der Grund; nach einiger Zeit lässt wohl die Zahl der durch die erste und zweite Impfung gebildeten Antikörper nach. Bei der Frage "Brauche ich eine dritte Impfung?" gibt es für und wider. Ist eine dritte Impfung gegen das Coronavirus nötig, wer braucht sie und ist dann der vollständige Impfschutz gegen Corona sicher?

Bisher galt: Zweimal Impfung mit Biontech oder Moderna, Astrazeneca. Bei Johnson & Johnson genügte eine. Inzwischen mehren sich jedoch Studien, die darauf hindeuten, dass der verwendete Immunschutz mit der Zeit nachlassen könnte. Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern haben deshalb beschlossen, dass Corona-Risikopatientinnen und -patienten ab September die Möglichkeit erhalten sollen, sich ein drittes Mal impfen zu lassen. Diese Frage wollen wir beantworten.

Ist der Impfschutz jetzt sicher, und wie lange?

Inzwischen sind in Deutschland viele Menschen schon zum zweiten mal geimpft. Aber nun taucht die Frage auf: Wie lange hält denn dieser Impfschutz. Vor allem, wenn neue Varianten des Coronavirus auftauchen, so wie jetzt die Delta-Variante. Bisher gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse, welche Komponenten des Immunsystems tatsächlich dafür verantwortlich sind, dass Geimpfte vor eine Ansteckung bzw. einer Erkrankung geschützt sind. Der Bluttest auf gebildete Antikörper sagt nichts über den Immunschutz aus. Erste Studien sagen jedoch aus, dass auch nach längerer Zeit weiterhin die schützenden Antikörper gebildet werden, und der Immunschutz vor allem bei Jüngeren länger anhält - ohne das eine Auffrischungsimpfung nötig wird. Allerdings heißt es jetzt, das von einem Rückgang der Schutzimpfung nach einem halben Jahr auszugehen ist. Das bedeutet: Wer im Frühjahr 2021 geimpft wurde, sollte im Herbst/ Winter an eine neue Impfung denken.

Sind Genesene noch geschützt?

Viele Menschen haben in den Jahren 2020 und 2021 eine Ansteckung durch Corona überstanden. Bei der Mehrzahl von Ihnen war auch noch nach einem halben Jahr ein ausreichender Schutz vorhanden, eine Auffrischung also nicht nötig. Aber bei Personen, die einen milden Verlauf von Corona hatten, waren deutlich weniger Antikörper vorhanden als bei einer Coronaerkrankung mit einem schweren Verlauf. Eine Auffrischung der Impfung wird deshalb Genesenen angeboten, um eine neue Infektion zu vermeiden. Um einen länger anhaltenden Schutz vor dem Coronavirus auch bei Genesenen sicherzustellen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Auffrischung der Impfung durch eine dritte Dosis gegen Corona nach sechs Monaten. Das wird auch von Biontech empfohlen.

Ist die dritte Dosis denn nötig?

Dazu äußerte sich die Europäische Arzneimittelagentur so: Es sei zu früh, um festzustellen, ob mehr als die zwei Impfungen gegen Covid-19 erforderlich seien. Bisher genüge wohl der Schutz nach der zweiten Impfung. Ob aber eine dritte Dosis ab September nötig sei, das hänge auch weitgehend davon ab, wie sich die Coronavarianten weiterentwickelten und sich durchsetzen können. Auch wenn der Impfschutz noch ausreichend ist, dann halten es die Mediziner für sicherer, den Impfstoff noch einmal anzuwenden. Vor allem dann, wenn bei bereits Genesenen oder Geimpften sinkende Antikörperspiegel festgestellt werden.

Wer braucht denn eine dritte Impfung?

Für junge und gesunde Menschen ist nicht nötig, zum dritten Mal den Impfstoff von Biontech oder einen anderen einzusetzen. Aber für über 70-jährige oder für Menschen mit einem schwachen Immunsystem könnte im Herbst eine dritte Impfdosis nötig sein. Das ist kein Problem, denn inzwischen ist ja ausreichend Impfstoff vorhanden. Auch Geimpfte, die auf die erste und zweite Impfung kaum reagiert haben ist eine Auffrischimpfung empfehlenswert.

Ist die dritte Impfung denn nicht zu viel?

Viele Menschen befürchten, dass die Auffrischung zu viel ist, dass der Körper mit Abwehrstoffen sozusagen "Überschwemmt" wird und es zu gesundheitlichen Schäden kommen könnte. Dazu sagt das Robert Koch-Institut: „Aus immunologischer Sicht spricht – nach aktuellem Kenntnisstand – nichts dagegen, zu einem späteren Zeitpunkt mit einem anderen Covid-19-Impfstoff geimpft zu werden, sei es, um einen mit der Zeit nachlassenden Impfschutz aufzufrischen oder um einen bestehenden, eventuell aber begrenzten Impfschutz (zum Beispiel aufgrund neuer Virusvarianten) noch zu verbessern.“ Wenn verschieden Impfstoffe verimpft werden, dann ist das nach bisherigen Erkenntnissen unbedenklich. Da aber Hochbetagte und Menschen mit geschwächtem Immunsystem in Deutschland vorwiegend mit Impfstoff von Biontech geimpft wurden, rät die Virologin Prof. Dr. Falk eine dritte Impfung auch mit diesem oder einem ähnlichen Impfstoff durchzuführen.