Augenkrankheiten: Die gibt es, so werden sie behandelt

Augenkrankheiten: Die gibt es, so werden sie behandelt

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Nicht mehr richtig sehen können, auch die Brille hilft nicht mehr: ein Alptraum für Millionen Menschen in Deutschland. Wenn es langsam dunkel wird, wenn die Farben verblassen, das Licht verschwindet, wenn man nur noch Umrisse sieht und das Lesen zur Qual wird - dann erleiden Sie einen großen Verlust an Lebensqualität. Das Schlimme ist: Augenkrankheiten können alle Bereiche des Auges betreffen. Sie kommen meistens langsam und treten sehr oft erst im höheren Alter auf.

Wer als junger Mensch oder meist bis zum 40sten Lebensjahr gesehen hat wie ein Adler, der muss nun erleben, dass seine Sehkraft ständig schwächer wird. Aber es gibt für fast alle Patienten, die an einer Augenkrankheit leiden Hoffnung: Die meisten Augenerkrankungen können heute gut behandelt werden. Wichtig ist die Früherkennung, und wie man die Krankheit dann behandelt. Dafür hier gute Tipps, damit Ihre Augen gesund bleiben.

Der Graue Star (Katarakt)

1. Die Symptome:

Diese Krankheit kann bei vielen Menschen bis zur Erblindung führen. Die klassischen Symptome beim Grauen Star: Der Blick trübt sich ein, man sieht die Umgebung wie verschleiert. Wenn die Krankheit fortschreitet färbt sich die Linse im Auge grau ein. Am Anfang der Erkrankung verschlechtert sich das sehen, die Patienten werden immer stärker blendempfindlich. In der Mitte des Gesichtsfeldes entsteht eine Art Nebel, Farben, Konturen und Kontraste verblassen. Die räumliche Wahrnehmung nimmt ab, der Erkrankte verliert die Orientierungsfähigkeit. Fernsehen oder Lesen wird zur Anstrengung. Im Endstadium ist ein normales Leben für den Patienten fast nicht mehr möglich.

2. Die Ursachen und Risiken beim Grauen Star

In selten Fällen ist der Graue Star angeboren und entwickelt sich im ersten Lebensjahr. Häufiges Anzeichen: Die Kinder fangen an zu schielen. Stellen Sie das fest, müssen Sie sofort einen Augenarzt einschalten. Wird Grauer Star beim Baby nicht erkannt und es kommt zu keiner Behandlung, kann sich daraus die Schwachsichtigkeit entwickeln. Diese lässt sich mit Erreichen der Pubertät nicht mehr behandeln. Meistens ist die Erkrankung am Grauen Star aber altersbedingt. Der Grund: Je älter die Menschen werden, desto mehr wird die Augenlinse unflexibel. Das trübt die Linse im Auge ein und ist eine der Ursachen für die Erkrankung. Fast jeder Mensch über 65 hat eine Trübung der Augenlinsen.
Auch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann das Auge beschädigen. Die überschüssige Glukose lagert sich in die Linse vom Auge ein, dadurch quillt diese auf und trübt sich. Auch andere Stoffwechselprobleme können zur Ursache eines Grauen Stars werden. Dazu gehören: Calciummangel, eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, ein Überschuss an Ferritin im Blut (Ferritin ist ein Eisenspeicher-Protein).

3. So wird der Graue Star behandelt

Gegen den Grauen Star hilft nur eine Operation durch den Augenarzt. Die wird in Deutschland etwa 700 000 Mal durchgeführt und ist sicher und problemlos. Dabei wird die trüb gewordene Linse vom Augenarzt in einer mikrochirurgischen Operation entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Dabei werden weder die Netzhaut noch andere Teile des Auges verletzt.

Der Grüne Star

Auch der Grüne Star, auch Glaukom genannt, gehört zu den häufigsten Augenkrankheiten in Deutschland und ist ein Sammelbegriff für verschiedene Augenkrankheiten, die den Sehnerv und die Netzhaut schädigen. Er befällt die Menschen meist ab dem 40. Lebensjahr, er kann aber auch angeboren sein. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Netzhaut und der Sehnerv beschädigt. Bei fortgeschrittener Erkrankung schimmert die Netzhaut grünlich, daher der Name Grüner Star.

1. Symptome beim Glaukom

Bei der Augenkrankheit Glaukom verengt sich das Gesichtsfeld von außen nach innen. Und zwar von jenem Bereich der Netzhaut an dem der Sehnerv abgeht. Dadurch entwickelt sich ein sogenannter "Tunnelblick". Menschen, die an einem Glaukom leiden sehen nur das gut, was gerade direkt vor ihnen steht. Alles andere, ob oder unten, rechts oder links, wird schlecht oder gar nicht wahrgenommen. Andere Symptome für ein Glaukom sind Kopf- und Augenschmerzen oder eine Augenrötung. Wenn der Augeninnendruck stark ansteigt kommt es zu diesen Beschwerden:

  • Reduzierte Sehschärfe
  • Starke Rötung der Augen
  • Der Augapfel wird hart
  • Übelkeit und Erbrechen

Bei einem Glaukomanfall muss sofort der Augenarzt her, denn es besteht die Gefahr, dass der Betroffene erblindet. Der Druck im Augapfel muss schnell gesenkt werden.

2. Ursachen und Behandlung

Wenn Verdacht auf ein Glaukom besteht, muss der Augenarzt die Augen gründlich untersuchen. Der Augenarzt untersucht die Lider, die Netzhaut, die Linse und die Tränendrüsen. Er misst den Augeninnendruck und die Dicke der Hornhaut im Auge. Vor allem aber macht er eine Augenspiegelung. Dabei setzt er Augentropfen ein, welche die Pupillen erweitern. Ohne eine Behandlung der Augen führt Grüner Star unweigerlich zur Erblindung, weil er die Sehzellen der Netzhaut und den Sehnerv immer weiter schädigt. Solche Schäden der Augen lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Grüner Star ist eine der schwersten Augenerkrankungen die wir kennen.

Makuladegeneration: Das Erblinden vermeiden?

Wenn Sie an dieser Augenerkrankung leiden, dann kann das bis zur Erblindung führen. Im Laufe der Zeit nimmt Ihr Sehvermögen immer mehr ab. Wir unterscheiden bei der Makuladegeneration zwischen trockener und feuchter. Sollten Sie an einer dieser beiden Formen leiden, dann müssen Sie sich sofort in die Behandlung durch einen Augenarzt begeben. Diese Augenkrankheit gehört zu den häufigsten Krankheiten des Auges: Rund sieben Millionen Deutsche sind davon betroffen. Nach und nach büßen die Sinneszellen an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) ihre Funktion ein, sodass die Betroffenen gerade das, was sie direkt anschauen, nicht mehr erkennen.

1. Feuchte Makuladegenration

Eine feuchte Makuladegeneration macht sich durch eine zunehmende Verschattung im zentralen Bereich des Auges bemerkbar. Das Sehen verzerrt sich, gerade Linien erscheinen krumme, beim Lesen verschwimmen die Buchstaben, dem Gehirn wird ein falsches Bild übermittelt. Bei der feuchten Makuladegeneration bilden sich unter der Netzhaut kranke Blutgefäße, die Feuchtigkeit absondern. Dadurch entstehen unter der Netzhaut Wassereinlagerungen und Eínblutungen. Bei dieser Krankheit des Auges spritzt der Arzt regelmäßig ein Medikament in den Glaskörper des Auges. Der Wirkstoff VEGF-Antagonist hält das Fortschreiten der Krankheit auf, es kann sich sogar das Sehverhalten verbessern.

2. Trockene Makuladegeneration

Die trockene Makuladegeneration ist die häufigste Form unter den Augenkrankheiten. Sie ist besser zu behandeln und verläuft langsamer als die feuchte Variante. Es geht darum, die Schädigung des retinalen Pigmentepithels in der Makula zu verhindern oder zu verlangsamen. Hilfreich sind Zink- und Kupferoxid und Antioxidantien wie Vitamin C und E sowie Beta-Carotin. Auch die Vitamine wie B6, B12 und Folsäure wirken positiv. Auch Lutein schützt die Fotorezeptoren auf der Netzhaut vor Schäden UV-Strahlung oder aggressive Sauerstoffverbindungen .