Angst überwinden: Mit diesen Strategien schaffen Sie es

Angst überwinden: Mit diesen Strategien schaffen Sie es

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Angst haben, das passiert jedem Menschen, dafür gibt es viele Gründe und Angst gehört zum Leben. Angst haben wir vor Krankheiten, um unsere Kinder, um unseren Job, das wir Opfer eines Verbrechens werden, das wir im Job versagen, das wir einen geliebten Menschen verlieren. Jeder einzelne dieser Gründe genügt, um Angst zu haben. Das ist normal. Schlimm wird es, wenn Sie immer Angst haben, vor allem was passiert oder was passieren könnte - in jeder Situation, bei jedem Schritt. 

Diesen Zustand nennen die Mediziner eine „Generalisierte Angststörung (GAS). Diese Angst kann Ihr Leben zerstören, Sie ziehen sich von anderen Menschen zurück, sehen überall nur Katastrophen und leben in einer endlosen Spirale aus Ängsten und Sorgen. Und das zu jeder Zeit. Die Folgen für Seele und Körper sind katastrophal und machen Ihr Leben zur Hölle. Es kommt zu schweren Schlafstörungen, Ihr Herz-Kreislauf wird überfordert, Ihr Blutdruck schießt vor lauter Panik nach oben. Und die Angstzustände werden Schritt für Schritt immer schlimmer, Ihr Körper reagiert mit Alarmsignalen. Sie müssen die Angst überwinden. Bei einer Generalisierten Angststörung kann es in gewissen Situationen zur Panik kommen und diese Ängste und Gedanken bedürfen einer Behandlung. Aber sehr viele Betroffenen scheuen sich, ihre Ängste beim Arzt offen anzusprechen, sie versuchen, die Angst zu unterdrücken, verbergen ihre Gedanken. Das geht meistens schief, die Angst wird mit der Zeit immer stärker, Sie können sie nicht mehr überwinden. Das Thema „Angst überwinden: Mit diesen Strategien schaffen Sie es“ ist sehr wichtig, denn von solchen Angststörungen sind sehr viele Menschen betroffen. Deshalb meine Ratschläge, wie Sie sich bei solchen Panikattacken selbst helfen können. Denn jeder Betroffene kann gegen seine Angst eigene Strategien entwickeln. Und wieder ein normales Leben führen.

Die Angst vor Entscheidungen überwinden

Sie haben Sorgen. Die hat jeder und sie sind meistens kein Grund um sich vor lauter Angst sofort in die Behandlung eines Arztes zu begeben. Im Grunde genommen wissen Sie das auch. Das hilft Ihnen aber nicht weiter, wenn sich die Sorgen bei Ihnen zur Angst auswachsen. Und irgendwann haben sie dann nur noch Angst vor diesen Sorgen – statt die Sorgen zu beseitigen. Sie steigern sich mit der Zeit in Angstzustände hinein, wälzen sich schlaflos im Bett, scheuen aus Angst vor Entscheidungen zurück, denn diese Entscheidungen können ja falsch sein. Kurz: Sie sind der Situation nicht mehr gewachsen. Ihre Angststörungen werden immer schlimmer und enden irgendwann in einer Panik. Und dann lautet die Diagnose für die Ursachen Ihrer Panikattacken: Generalisierte Angststörung. Wenn es soweit gekommen ist, dann ist es höchste Zeit, die Ursachen für Ihre Angstzustände mit der richtigen Strategie zu bekämpfen – und so die Angst vor Entscheidungen überwinden. Denn diese Situation schadet sowohl Ihrem Körper, wie auch Ihrer Seele.

Mit Medikamenten gegen die Generalisierte Angststörung

Es gibt viele Strategien, die Panikattacken bei einer Generalisierten Angststörung mit Medikamenten zu bezwingen . Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité’ in Berlin zur Behandlung mit Antidepressiva: „Antidepressiva machen nicht abhängig und verändern nicht die Persönlichkeit. Nebenwirkungen sind in der Regel leichtgradig ausgeprägt, vorübergehend und treten meist ausschließlich bei Beginn der Therapie auf.“ Ganz wichtig: Wenn Sie Ihre Angstzustände mit Antidepressiva behandeln, dann müssen Sie diese regelmäßig einnehmen, und nicht erst dann, wenn die Panikattacke da ist.
Sehr oft werden sogenannte „Selektive Wiederaufnahmehemmer“ (SSR) eingesetzt. Sie können bei Menschen Angstsymptome bezwingen und helfen gegen Depressionen. Allerdings dauert es zwischen zwei bis sechs Wochen bevor nach dieser Zeit eine angstlösende Wirkung zu bemerken ist. Gut untersucht und in Deutschland zugelassen sind Escitalopram und Paroxetin. Noch ein Tipp: Selbst wenn es gelungen ist, die Ängste zu überwinden, die Strategie also richtig war, dann ist es angebracht, die Medikamente noch ein halbes bis ein ganzes Jahr weiter einzunehmen. Dann ist das Risiko für einen Rückfall geringer. Auf keinen Fall dürfen Sie die Therapie abbrechen, selbst wenn die Impulse für eine solche eigenmächtige Entscheidung groß sind – da es Ihnen ja besser geht.

Medikamente gegen die Angst helfen – aber sie haben Nebenwirkungen

Wenn Sie Ihre Gedanken voller Angst (Höhenangst, Platzangst, Versagensangst, Existenzangst, Verlustangst) mit Medikamenten überwinden wollen, müssen Sie mit Nebenwirkungen rechnen. Dennoch sollten Sie Ihre Therapie ganz bewusst nicht abbrechen. Die Nebenwirkungen bei einer Behandlung von Angstzuständen sind: Übelkeit, Schlaflosigkeit und sexuelle Probleme. Aber die haben Sie auch, wenn Sie an Angstzuständen und Ängstlichkeit leiden. Ihr Arzt wird Ihnen Tipps geben, wie Sie diese Probleme bei der Behandlung Ihrer Ängste überwinden. Die Nebenwirkungen treten bei den meisten Menschen oft nur in den ersten Wochen der Behandlung Ihrer Angst auf. Also brechen Sie die Therapie nicht gleich ab, wenn erst einmal die Ängste kaum abgeschwächt werden, dafür aber die Nebenwirkungen einsetzen. Sondern machen Sie ganz bewusst weiter.

Selbst die Angst überwinden

Es gibt viele Ratschläge und Tipps wie Menschen ihre Angst selbst überwinden können. Die meisten Patienten, die an Versagensangst, Höhenangst oder anderen Ängsten leiden, gehen erst einmal nicht zum Arzt, um ihre Ängstlichkeit zu überwinden. Der erste Impuls ist meist: „Das schaffe ich selbst. Ich werde meine Angst bezwingen“. Und von Bekannten, Freunden und vom Partner bekommen Sie dann einen guten Tipp. Wie:

  • Lerne eine Entspannungstechnik wie die progressive Muskelanspannung.
  • Mache autogenes Training.
  • Besuche einen Yoga-Kurs.
  • Stelle Dich der Angst die Dich verfolgt und bezwinge sie im Kopf.

Das alles ist sicherlich nichts verkehrt. Aber hilft es auch wirklich Ängste zu überwinden? Ist der spontane Impuls: „Ich gehe jetzt auf meine Angst los und jage sie zum Teufel“, der richtige Schritt? Die Ergebnisse solcher Strategien seine Angst selbst zu überwinden sind medizinisch nicht sehr gut untersucht. Entspannungstechniken gegen immer wieder aufflammende Ängste werden zwar oft bei Psychotherapien gegen Ängste angewendet – ob sie aber wirklich nützliche Tipps sind, das ist noch ungeklärt. Auf jeden Fall aber dienen sie der Beruhigung. Wenn Sie also Ihre Ängste, wie zum Beispiel die Versagensangst, selbst überwinden wollen, dann können Sie solche Tipps begleitend zu einer ärztlich verordneten Therapie gut anwenden.

Die kognitive Verhaltenstherapie als Strategie gegen die Angst und Depressionen

Mit einer Angststörung gehen sehr oft Depressionen und dunkle Gedanken einher. Dagegen wird in Deutschland die Kognitive Verhaltens Therapie (KVT) zur Überwindung von Angst und Ängstlichkeit angeboten. Sie können also Ihre Ängste auf Kosten der Kassen loswerden, dürfen aber dann eine Behandlung nicht abbrechen. Diese Therapie gegen die Angst besteht meist in wöchentlichen Sitzungen beim Psychotherapeuten über mehrere Wochen und oft sogar über Monate. Denn in kurzer Zeit lassen sich Ängste nicht besiegen. In dieser Therapie lernen Sie, Gedankenmuster die bei Ihnen die Ängste auslösen zu verändern:

  • Sie lernen unrealistische Ängste und selbst erfundene gefährliche Situationen zu erkennen und zu überprüfen.
  • Angst macht unsicher und wankelmütig. Damit lernen Sie bewusst umzugehen.
  • Ein weiterer Schritt: Sie analysieren mit dem Therapeuten Ihre Angstauslöser und er gibt Ihnen Tipps, wie Sie die tatsächliche Wahrscheinlichkeit und Folgen dieser Ängste einschätzen können.

Wenn Ihr erste Impuls bei einer schwierigen Situation immer erst Angst ist, wenn Sie sich dann sofort schwarze Gedanken machen, wenn Sie generell immer nur „schwarz“ sehen und ein hoffnungsloser Pessimist sind – dann müssen Sie zusammen mit dem Therapeuten diese selbst geschaffene Angst erkennen, sie abbauen oder lernen besser mit ihr umzugehen. Das klassische Beispiel für solch überflüssige Ängste ist die ewig besorgte berufstätige Mutter, die alle halbe Stunde im Kindergarten anruft, um anzufragen, ob auch alles in Ordnung sei. Die muss lernen die Zahl ihrer Anrufe nach und nach zu reduzieren und nicht jedes mal dem Impuls zu folgen: „Mein Gott, da ist doch bestimmt irgendwas passiert, ich muss mal anrufen.“ Wenn Sie diese Art von Angst haben, dann helfen Atemübungen und Entspannungstechniken mit Sicherheit. Quellen: Bandelow B, Boerner RJ, Kasper S, Linden M, Wittchen HU, Möller HJ. Generalisierte Angststörung: Diagnostik und Therapie. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(17): 300-310.

Hausmittel, die helfen Ihre Ängste zu überwinden

Angst gehört zu unserem Leben und ist natürlich. Sehr oft ist des richtig, dem Impuls Angst bewusst zu folgen – er kann uns vor Schaden bewahren. Das gilt auch für unsere Gesundheit, den Körper und die Seele. Es gab vor langer Zeit einmal einen Film mit dem Titel „Angst essen Seele auf“. Das ist auf den Punkt gebracht. Nun gibt es natürlich in der Apotheke der Natur auch bewährte Hausmittel gegen Ängstlichkeit. Hier einige Tipps, die Ihnen helfen Angst zu bezwingen:

  • Angstzustände kommen sehr oft in der Nacht. Dieser Tee wird Ihnen helfen. Mischen Sie 20 g Baldrianwurzel, 5 g Pommeranzenschale und jeweils 10 g Hopfenzapfen, Melissenblätter und Pfefferminzblätter. Drei Teelöffel der Mischung mit heißem Wasser übergießen, acht Minuten ziehen lassen, abseihen und zwei Tassen vor dem Schlafengehen trinken.
  • Geben Sie diese Kräuter zu gleichen Teilen in ein Leinensäckchen und legen Sie es neben Ihr Kopfkissen: Rosmarin, Salbe, Hopfen, Thymianen und Baldrian.
  • Wenn Sie an Angstzuständen leiden, dann riechen Sie einfach immer mal wieder an Rosen- oder Lavendel.
  • Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Partner oder Freunde über Ihre Probleme mit der Angst. Vielleicht bekommen Sie den einen oder anderen wertvollen Tipp. Die Kommunikation ist ein wichtiger Schritt, Ihre Gedanken von Ihren Ängsten abzulenken.
  • Laufen Sie der Angst davon. Sport baut Glückshormone auf und Ängste in jeder Situation ab.
  • Johannistropfen sind Stimmungsaufheller und helfen gegen Ängste. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob dieses alte Hausmittel gegen Angstzustände bei Ihnen Sinn macht.
  • Machen Sie sich selbst stark und mutig. Sie haben Erfolge vorzuweisen, Sie haben Probleme beseitigt, Sie sind aus völlig verfahrenen und hoffnungslosen Situationen gut herausgekommen – Sie haben auch schon andere Ängste besiegt. Das wird Ihnen helfen.