Aneurysma: Entstehung und Hilfen

Aneurysma - der schleichende Tod in unserem Körper. Durch den Fall der Fernsehmoderatorin Monica Lierhaus ist diese oft schwere Erkrankung unserer großen Blutgefäß plötzlich ins Bewusstsein gerückt. Ein Aneurysma endet entweder tödlich oder mit einer schweren geistigen und körperlichen Behinderung. Oft fallen Aneurysma-Opfer ins Koma, manchmal für immer. Was ein Aneurysma ist, wie man es erkennen kann, ob es einen Schutz gibt.

 

Es besteht unmittelbare Lebensgefahr

Aneurysma kommt aus dem Griechischen und heisst "Ausstülpen, Ausweitung". Genau das passiert im Körper eines Betroffenen: Eine wichtige Arterie hat eine Schwachstelle, die Gefässwände stülpen sich nach außen, die Arterie erweitert sich - bis sie reißt. Betroffen ist meist die Aorta, unsere Bauchschlagader oder eine große Arterie im Gehirn. Wenn es zum Reißen einer solchen Arterie kommt besteht unmittelbar Lebensgefahr. Wenn die Aorta reißt endet es fast immer tödlich. Bei Schädigungen kommt es zu schweren Behinderungen, meist im Sprach- oder Bewegungszentrum - oder eben zum Tod.

Eine solche Schwachstelle ist wie eine tickende Zeitbombe im Körper. Sie ist so gefährlich, weil sie sehr oft unentdeckt bleibt. Treffen kann es jeden: Junge Menschen wie den Handball-Nationalspieler Sebastian Faißt, der mit einer Hirnblutung im Turnier zusammenbrach und starb,wie die Schauspielerin Cleo Kretschmer, die 1998 eine plötzliche Hirnblutung erlitt und sechs Jahre brauchte, um wieder sprechen und gehen zu lernen, wie die Fernsehmoderatorin Monica Lierhaus, die vor zwei Jahren wegen eines Aneurysmas im Kopf operiert wurde. Dabei kam es zu einer Hirnblutung, sie lernt gerade wieder mühsam Sprechen und Laufen.

Das Bauch- und das Hirnaneurysma

Bedroht von dieser heimtückischen Erkrankung sind rund zwei bis vier Prozent unserer Bevölkerung, also etwa zwei Millionen Menschen. Zum Reißen eines großen Blutgefäßes kommt es bei etwa zehn Menschen je 100 000 Einwohnern. Nur die Hälfte aller Betroffenen überlebt eine solche Blutung. Und das auch nur dann, wenn die Ärzte sofort handeln können.

Es gibt zwei Sorten von Aneurysmen: Das Bauchaneurysma und das Hirnaneurysma. Ein Aneurysma ist allgemein,ein eine sack- oder spindelförmige Erweiterung der Arterienwände. Sie entsteht an einer Schwachstelle, betroffen sind meist ältere Menschen. Am häufigsten ist ein Aneurysma im Bereich der Bauchaorta unterhalb des Abgangs der Nierengefäße zu finden (Bauchaortenaneurysma). Nur selten ist die Hauptschlagader im Brustbereich betroffen. Bei einem Bauchaneurysma sind Männer fünfmal öfter betroffen als Frauen. Ist das Bauchaneurysma an der Aorta und platzt plötzlich, ist die Gefahr sehr groß, dass der Betroffenen ganz schnell innerlich verblutet.

Kommt es zur Katastrophe im Gehirn, dann übt das austretende Blut einen Druck auf die Nervenzentren aus. Zu 90 Protzen kommen Hirn-Aneurysmen im Bereich der Hirn-Basis-Gefäße vor. Sehr oft betroffen sind Sehnerven, Augenbewegungen, Sprach- und Bewegungskoordination, die Brücke zwischen Groß- und Kleinhirn.

Die Auslöser des Aneurysma

Eine solche Gefässerkrankung hat sehr oft genetische Ursachen. In vielen Fällen führt sie nicht zu einem Reissen und damit zur Todesgefahr. Oft bleibt sie auch unerkannt. Die Auslöser sind:

  • Arteriosklerose
  • Infektionen ( zum Beispiel Syphilis)
  • Bluthochdruck
  • Parasiten (Chagas-Krankheit)
  • Verletzungen der Gefässwände (kann zum Beispiel bei einer Herzuntersuchung per Katheder passieren)
  • Schädigungen der Gefässwände. Dabei ist die mittlere Schicht der Arterienwand aufgespalten, es entsteht ein Hohlraum. Kommt nun noch Bluthochdruck und eine angeborene Bindegewebsschwäche dazu, dann reissen die Blutwirbel den Hohlraum immer weiter auf - bis es zur Katastrophe kommt.

Die Symptome des Aneurysma

Die große Gefahr eines Aneurysma ist: Es verursacht erst einmal kaum Symptome. Erst wenn das Gefäß erheblich ausgeweitet ist, entsteht Druck, es kommt zu diesen Symptomen:

  • Schluckbeschwerden
  • Atembeschwerden
  • Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen oder im Gehirn
  • Husten und Heiserkeit
  • In die Beine ausstrahlender Schmerz
  • Grosser Harndrang
  • Wechsel von Durchfall und Verstopfung
  • Rückenschmerzen
  • Manchmal entsteht auch eine pulsierende Geschwulst
  • Bei Hirn-Aneurysmen treten häufig durch den Druck, den ein Aneurysma auf einen Nerv ausübt, Lähmungserscheinungen im Gesicht als Symptome auf.

Das Aneurysma entdecken

Das ein Aneurysma vorliegt wird oft nur zufällig entdeckt, da eben sehr oft keine Beschwerden bemerkt werden. Anzeichen sind unterschiedlicher Blutdruck im rechten und im linken Arm, schnell wechselnder Puls, schnell fortschreitender Ausfall von Nervenfunktionen. So kann es bei ärztlichen Untersuchungen entdeckt werden:

  • Abhören der Arterien im Brust- und Bauchraum
  • Aneurysmen an den Gefäßen der Arme und Beine erkennt der Arzt oft ohne Schwierigkeiten durch Betrachten und Abtasten der Arme oder Beine.
  • Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader und der Beckenarterien
  • Eine Computertomographie
  • Eine Röntgendarstellung der Blutgefäße.

Dem Blitztod vorbeugen

Die gezielte Vorbeugung ist schwierig. Wichtig und vorbeugend sind:

  • Ein gesunder Lebensstil und ausreichend Bewegung
  • Verzicht auf Nikotin (hoher Risikofaktor)
  • Nur mäßiger Alkoholgenuss
  • Behandlung von Bluthochdruck
  • Übergewicht senken
  • Hohe Blutfettwerte senken