Alzheimer: Das Risiko verringern

Alzheimer: Das Risiko verringern

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Alzheimer ist immer noch ein Schreckgespenst, da die Krankheit nach ihrem Ausbruch als unheilbar gilt. Deshalb leben Millionen in der mit zunehmendem Alter immer grösser werdenden Angst: "Möge mir das Schicksal eine Alzheimer-Erkrankung ersparen." Inzwischen kennt die Medizinforschung die wichtigsten Alzheimerfaktoren die man selbst beeinflussen kann. Mediziner schätzen, dass jeder zweite Alzheimerfall vermeidbar wäre. Sie selbst können das Risiko an Alzheimer zu erkranken erheblich reduzieren. Was alles gefährlich ist.

Dicker Bauch bringt hohes Alzeimer-Risiko

Für den Ausbruch von Alzheimer ist Übergewicht ein ganz grosser Risikofaktor. Vor allem, wenn sich das Übergewicht vor allem in der Fettansammlung am Bauch einstellt. Eine amerikanische Langzeitstudie mit 6 500 Teilnehmern brachte folgende Ergebnisse:

Übergewicht Menschen die aber keinen Riesenbauch vor sich her tragen, haben ein um 80 Prozent höheres Alzheimerrisiko als schlanke Menschen. Wenn sich das Üb erweicht aber vor allem am Bauch sammelt, dann steigt das Risiko schon auf 230 Prozent. Wer extrem dickbäuchig ist, an Armen und Beinen aber dünn bleibt, der muss mit einem um etwa 360 Prozent höheren Risiko rechnen, an  Alzheimer zu erkranken.

Koma-Saufen fördert Alzheimer

Saufen macht blöd - keine unbedingt neue Erkenntnis. Wenn es aber um den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Alzheimer geht, muss man schon differenzieren. Wer nur mässig Alkohol trinkt, der schützt sein Gehirn. Mässig sind: Ein Viertelliter Wein, ein halber Liter Bier oder 4cl hochprozentigen Schnaps pro Tag (für Frauen etwa ein Drittel weniger). Wird aber mehr getrunken - und das regelmässig - dann steigt das Risiko auf das 1,4fache. Am schlimmsten aber sind gelegentliche Trinkexzesse. Einer finnischen Studie zufolge steigt das Alzheimerrisiko bei Menschen, die hin und wieder unmässig trinken bis hin zum Koma-Saufen, auf mehr als das Doppelte. Tröstend ist: Wer sich an die Regel vom mässigen Trinken hält, dessen Risiko ist genau so gross wie das eines Abstinenzlers.

Einsamkeit macht anfällig für Alzheimer

Wir Menschen sind es seit urdenklichen Zeiten gewohnt, in Gemeinschaften zu leben. Bei vielen Stämmen in der Dritten Welt ist auch heute noch das Ausstossen aus der Gemeinschaft die Höchststrafe. Wir müssen uns in der Gemeinschaft geistigen Herausforderungen stellen. Tun wir das nicht, dann sinken unsere geistigen Fähigkeiten - und das kann das Risiko von Alzheimer enorm erhöhen. Es wurde festgestellt: Für Alleinlebende ist die Gefahr an Alzheimer zu erkranken doppelt so gross wie für Menschen, die in einer Partnerschaft und mit einem grossen Freundeskreis leben. Es ist deshalb wichtig, auch im Alter nicht allein zu sein, sonder sich ein soziales Umfeld zu schaffen in dem man täglich mit anderen Menschen kommuniziert und zusammen lebt.

Gehirntraining gegen Alzheimer

Einer der wichtigsten Faktoren im Kampf gegen Alzheimer ist die geistige Beweglichkeit. Sie dürfen sich nicht vom Lauf der Welt abhängen lassen. Lesen Sie Zeitungen, nehmen Sie an öffentlichen Diskussionen teil, lernen Sie immer wieder neue Menschen kennen.  Musizieren, spielen, sich mit Kindern und Enkeln beschäftigen - das schiebt den Ausbruch einer Alzheimer-Erkrankung um etwa fünf Jahre hinaus. Fazit: Wer geistig rege ist, der wird nicht schon jung zum Alzheimer-Patienten.  Die Medizinforschung kennt auch das Geheimnis dieser Verzögerung des Alzheimer-Ausbruchs: Je mehr ein Gehirn gefordert wird, desto mehr Synopsen bilden sich aus - und zwar je früher, desto besser. Diese Vernetzung bremst die Krankheit. Vor allem das Beherrschen von fremden Sprachen ist enorm wichtig. Das geistige Wechseln zwischen verschiedenen Sprachen ist eine besondere Herausforderung, die das Gehirn frisch und leistungsfähig erhält.

Mit der richtigen Ernährung gegen Alzheimer kämpfen

Zwischen der Ernährung und der Krankheit Alzheimer besteht ein nachgewiesener Zusammenhang. Und da schneidet unsere althergebracht und gewohnte deutsche Ernährung nicht besonders gut ab. Basiert sie doch auf einem hohn Anteil an tierischen Fetten (Butter, Schmalz, fettes Fleisch) und Kohlehydraten, während Obst, Gemüse, Fisch und pflanzliche Fett eine eher untergeordnete Roll spielen. Und da kommt die so genannte mediterrane Kost ins Spiel: Viel Obst, viel Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte und ausschliesslich Olivenöl statt tierischer Fette. Dazu Fischgerichte und Milchprodukte in der Magerstufe. In einer amerikanischen Langzeitstudie wurde nachgewiesen, dass diese konsequente Ernährung das Alzheimer-Risiko senkt. Allerdings müssen alle Komponenten der mediterranen Ernährung in der Ernährung eingesetzt werden. Eine grosse Rolle spielen auch der Verzehr von Nüssen und fetten Meeresfischen.

Bewegung fördert das Gehirn

In vielen Studien wurde festgestellt, dass Menschen die auch im Alter beweglich und sportlich sind,  für Alzheimer weniger anfällig sind, als Menschen die sich kaum noch bewegen und körperlich sehr träge sind. Körperliche Aktivitäten senken das Risiko um die Hälfte. Um diesen Effekt zu erzielen, brauchen Sie gar nicht täglich schwitzend und hechelnd ihre Runden zu drehen. Betätigen Sie sich ein fach körperlich: Hausarbeit, werkeln im Garten, laufen statt Farn - das ist schon sehr hilfreich. Die Medizinforscher haben für dessen Erfolg im Kampf gegen Alzheimer folgende Erklärung: Durch die körperliche Betätigung wird die Durchblutung des Gehirns - und damit seine Versorgung mit Nährstoffen - gefördert. Das hält den geistigen Abbau im  Gehirn auf.

Bluthochdruck erhöht das Alzheimer-Risiko

Bluthochdruck wird auch der schleichende Tod genannt, weil er zum tödlichen Infarkt führen kann. Aber auch das Gehirn wird durch Bluthochdruck geschädigt, er führt zu einer verminderten Denkleistung. Das kommt durch Schäden an den kleinsten Gehirnarterien und durch eine Häufung von kleinen - meist unbemerkten - Hirninfarkten. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass eine konsequente Therapie zu Senkung von Bluthochdruck das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung bis zur Hälfte vermindern kann.