Alkoholkonsum: Was gegen Kater hilft

Die Zahlen beweisen es: Wir trinken generell zu viel Alkohol. Und das kann gefährlich werden. Daher wäre es gut, wenn wir alle viel besser Bescheid wissen, was denn der Alkohol in unserem Körper alles verändert. Es gibt da ein paar Fragen, auf die jeder von uns die Antwort wissen sollte: Was ist eigentlich ein Alkohol-Kater? Was bewirkt der Alkohol in unserem Organismus ? Und: Wie kann man den Alkohol-Kater rasch wieder aus der Welt schaffen?

Warmer Alkohol geht schnell ins Blut

Sobald man größere Mengen Alkohol getrunken hat, geht sofort ein Teil ins Blut: über die Mundschleimhaut sowie über die Schleimhaut der Speiseröhre. 25 Prozent des getrunkenen Alkohols wird über die Magenschleimhaut aufgenommen. Der Rest gelangt über den Darm – überwiegend über den oberen Dünndarm – ins Blut.

Dazu muss man natürlich sagen: Alkohol wird verschieden schnell oder langsam ins Blut abgegeben. Es gibt bestimmte Faktoren, welche die Geschwindigkeit der Aufnahme fördern: Das sind warme alkoholische Getränke wie etwa Punsch, alkoholische Getränke mit viel Kohlensäure wie Sekt oder Champagner, Getränke mit viel Zucker. Der Alkohol gelangt aber auch schneller ins Blut, wenn man schnell trinkt, wenn man zuvor nichts gegessen hat oder wenn man erkältet ist.

Nach einer Stunde beginnt der Alkohol-Abbau

Je schneller der Alkohol ins Blut gelangt, desto rascher steigt dort die Alkohol-Konzentration und man ist schneller betrunken. Das kann verzögert werden, wenn man zuvor etwas gegessen hat. Da bleibt der Alkohol länger im Magen, gelangt später in den Darm und weiter ins Blut. Wenn jemand zu einem ausgedehnten Essen Alkohol trinkt, steigt die Konzentration vom Alkohol im Blut nicht so rasch an und es wird auch schon wieder ein Teil abgebaut.

Sobald nun der Hauptanteil vom Alkohol ins Blut gelangt ist, wird er schnell und gleichmäßig im ganzen Körper verteilt. Die maximale Blut-Konzentration ist etwa nach 60 Minuten erreicht. Von jetzt an beginnt der Abbau des Alkohols: Etwa 10 Prozent werden über Lungen, Nieren und über die Haut ausgeschieden. Der größte Teil wird über unsere Entgiftungszentrale- die Leber – abgebaut. Daher wird sie vom Alkohol am meisten strapaziert.

Der Abbau vom Alkohol in der Leber geschieht mit Hilfe von Enzymen in zwei Phasen:

In der ersten Phase wird der Alkohol für den Abtransport aus dem Körper durch das Enzym Dehydrogenase in Azetaldeyd umgewandelt. Dieses Azetaldehyd ist hochgiftig und ist auch vorrangig für die Alkoholschäden im Körper verantwortlich. Es greift die Zellwände an und stört die Arbeit zahllose Enzyme. Da Frauen nicht so sehr wie die Männer mit dem Enzym Dehydrogenase ausgestattet sind, vertragen sie auch weniger Alkohol, weil er länger im Blut bleibt.

In der zweiten Phase wird nun das giftige Azetaldehyd in Azetat, also in Essigsäure, umgewandelt. In dieser Phase wird auch der Grundstein für eine Fettleber geschaffen.

Jugendliche vertragen weniger Alkohol

So wie Frauen auf Alkohol anders als Männer reagieren, weil die Östrogen-Hormone und ein Zuwenig am Enzym Dehydrogenase den Abbau bremsen, so vertragen auch Jugendliche den Alkohol weniger gut als Erwachsene. Die Enzyme, die den Alkohol in der Leber abbauen, sind bei Jugendlichen in geringerer Menge vorhanden. Zuviel Alkohol kann bei jungen Menschen den Knochen, den Muskeln, der Leber, den Nieren und dem Gehirn schaden. Daher stört der Alkohol das Reaktionsvermögen, die Atmung, die Sehleistung, den tiefen, erholsamen Schlaf, das Gleichgewicht.

Jugendliche sind auch anfälliger für eine Alkohol-Vergiftung als Erwachsene. Die typischen Symptome sind Erbrechen durch eine Reizung der Magenschleimhaut, weiters Atembeschwerden bis zu einer Atemlähmung, an der man sterben kann. Da der Körper viel Wärme verliert, sinkt die Körpertemperatur stark. Man kann bei einer Alkohol-Vergiftung ins Koma fallen.

Eine wesentliche Frage zum Thema Alkohol: Was ist eigentlich ein Kater? Ganz einfach: Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Der Wasserhaushalt wird gestört. Es wird zuviel Wasser ausgeschieden. Wenn man viel Alkohol und wenig Wasser trinkt, kommt es zu einer Austrocknung des Körpers. Dadurch entstehen die typischen Symptome vom Kater: Müdigkeit, Kopf-, Rücken- und Nacken- Schmerzen, Herzrasen, Übelkeit. Ausgelöst wir der Kater in erster Linie von den Fuselölen, den Begleitstoffen des Alkohols, und dem giftigen Azetaldehyd.

Was Sie gegen einen Kater tun können

Und so kann man gegen den Kater vorgehen, wenn man nach durchzechten Nächten mit einem dicken Kopf aufwacht und sich elend fühlt. Es gibt da eine Reihe von natürlichen Rezepten:

  • Wenn die Alkoholfolgen nicht allzu groß sind: Pressen Sie 1/4 Liter Orangensaft, rühren Sie 2 Esslöffel Honig und 4 Esslöffel Artischockensaft (Reformladen) ein. Die Wirkstoffe Cynarin und Cynaridin können sogar leicht lädierte Leberzellen regenerieren. Das hat 1958 der bulgarische Arzt Dr. Maros nachgewiesen.
  • Ebenfalls gegen den Kater: Kauen Sie intensiv zwei Rollmöpse und eine Salzgurke. Auch ein halber Salzhering leistet mitunter gute Dienste. Sie alle liefern Mineralstoffe, die der Körper dringend braucht.
  • Fällt der Kater etwas stärker aus, dann mixen Sie folgendes Rezept: In 1/4 Liter Tomatensaft werden 1 rohes Bio-Eigelb und 1 Teelöffel Worchestersoße eingerührt. Mit Pfeffer und Kräutersalz würzen. Zügig trinken.
  • Es gibt auch einen sehr einfachen, aber wirkungsvollen Akupressur-Griff gegen den Kater: Setzen Sie den Zeigefinger der rechten Hand genau im Nacken an und massieren Sie entlang der Mitte der Schädeldecke bis zur Stirn nach vorne. Wiederholen Sie die Massage immer wieder.
  • Und hier die Superwaffe gegen den grossen Kater: die "Suppe des Grauens". Bereiten Sie einen Teller Haferflockensuppe, am besten aus Vollkornhaferflocken. Gießen Sie nun 1 Tasse Bohnenkaffee und den Saft von 1/2 Zitrone dazu. Umrühren. Mit Todesverachtung essen. Sieht scheußlich aus, schmeckt scheußlich, ist aber sehr wirksam!

Parallel zu all den Rezepten gilt für die Kater-Stimmung: reichlich Wasser trinken, viel an die frische Luft gehen, Bewegung machen, damit der Kreislauf nicht schlapp macht, Rote Bete Saft trinken.

Das alles sparen Sie sich, wenn Sie grundsätzlich Alkohol gar nicht oder nur in kleinsten Mengen konsumieren.