ADHS: Nachhaltige Hilfe für Ihr Kind

ADHS: Nachhaltige Hilfe für Ihr Kind

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Die Schule geht für Millionen Kinder wieder los, für viele beginnt die Schulzeit. Und für ganz viele Eltern wird es in einigen Wochen oder Monaten Monaten eine böse Überraschung geben: Ihr Kind ist auffällig, es stört es passt nicht ins Bild des braven und lernfreudigen Schülers. In vielen Fällen lautet dann die Diagnose: "Ihr Kind leidet an ADHS." 

Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der Begriff:"Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom." Dieses Wortungetüm steht für eine Verhaltensstörung, die bei unseren Kindern immer mehr um sich greift und den betroffenen Kinder, deren Eltern und auch den Lehrern das Leben schwer macht. Die Kinder sind aggressiv,  fordern erhöhte Aufmerksamkeit ein, sie haben nur ein geringes Durchhaltevermögen, sind hyperaktiv und von einer ständigen Unruhe geprägt und können ihre Impulse nur schwer kontrollieren. Da sie auch von einem Bewegungsdrang ergriffen sind, den sie selbst weder kontrollieren noch bremsen können hat der Volksmund den Begriff vom "Zappelphilipkind" geprägt. Treten alle diese Symptome bei ihrem Kind auf, dann muss ihm geholfen werden. Denn vor allem in der Schule fallen diese Kinder auf. ADHS führt zu langsamem Arbeiten, bei Ermahnungen ist das Kind schjnell gekränkt, weint oder wird bockig. Und es sind die ADHS-Kinder die ihren Mitteilungsdrang nicht bremsen können und immer dazwischenreden und so den Unterricht stören. Wie aber können betroffene Eltern nmit so einem Kind umgehen, wie können sie ihm nachhaltig helfen? Gibt es Medikamente oder natürliche und ganz einfach Hilfen um Ihren kleinen "Zappelphilip" zu bändigen? Welche Hilfe kann ihm gegeben werden? Mit diesen Themen wollen wir uns in diesem Ratgeber beschäftigen.

Wie kommt es zu ADHS?

Bevor wir uns dem Thema der nachhaltigen Hilfe zuwenden ist es wichtig zu wissen: Wie kommt es zu ADHS? Das ist nicht einfach zu beantworten, weil die Forschung noch in den Kinderschuhen steckt. Aber es sind mehrere Faktoren bekannt, die bei der Frage nach der Entstehung von ADHS eine Rolle spielen. Da wäre eine genetische Vorbestimmung zu nennen, die zu von der Normalität abweichendem  Verhalten führen kann. Experten sind auch der Meinung, dass es sich bei der Erkrankung um eine neurobiologische Störung im Bereich der Stammganglien und des Frontalhirns handelt. Diese Gehirnabschnitte sind für Aufmerksamkeit, Ausführung und Planung, Konzentration und  Wahrnehmung verantwortlich. Liegt dort eine Störung vor, kann das Hirn innere und auch äußere Reize nicht mehr gut verarbeiten, das erkrankte Kind kann dann Wichtiges von Unwichtigem nicht mehr unterscheiden, es kommt zu einer Reizüberflutung, die betroffenen Kinder springen von einem Thema zu anderen und werden unkonzentriert. Eine weitere vermutete Ursache kann eine verminderte Durchblutung des Gehirns sein. Früher gab man häufig den Eltern die Schuld, durch eine falsche Erziehung ADHS ausgelöst zu haben. Heute weiß man, das ADHS nicht durch Fehler in der Erziehung oder ein niedriges Intelligenzniveau hervorgerufen wird. Die Diagnose der Krankheit ist schwierig, die Symptome wie überstarke Impulsivität, Hyperaktivität und gestörte Aufmerksamkeit müssen mindestens sechs Monate auftreten und beobachtet worden sein, ehe man sagen kann: „Das Kind leidet unter ADHS“. Ganz wichtig ist, vom Arzt abklären zu lassen, ob ob Schilddrüsen- oder Lungenerkrankungen, Hirntumore, Hirnhautentzündungen, Kopfverletzungen, Durchblutungsstörungen oder Multiple Sklerose ausgeschlossen werden können.

Nachhaltige Ernährung hilft im Kampf gegen ADHS

Natürlich spielt die richtige Ernährung im Kampf gegen ADHS eine Rolle. Früher nahm man an, dass eine minderwertige Ernährung mit viel Zucker, Fett und Konservierungsstoffen, ein Vitaminmangel durch Fast Food oder ein Mangel an frischen Nahrungsmitteln ADHS fördern könne oder bereits bestehende Symptome der Krankheit vergrößern würde. Inzwischen wird da eher einem Mangel an Mikronährstoffen die Schuld gegeben. Das sind Stoffe, die keine Energie für unseren Körper liefern. aber für die Aufrechterhaltung von Stoffwechselfunktionen sehr wichtig sind: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie z.B. Eisen oder Selen. Diese wichtigen Mikronährstoffe können zu einer Verringerung der Hyperaktivität oder zu einer Leistungssteigerung in der Schule beitragen. Dazu gehören Eisen, Zink, Selen oder Aminosäuren, die als Nahrungsergänzung zugeführt werden können. Sie sollten also sicherstellen, das Ihr ADHS-Kind eine nachhaltige Ernährung mit einem hohen Anteil dieser Mikronährstoffe erhält.

ADHS: Behandlung durch Medikamente

Eine Behandlung von Kindern die an ADHS leiden kann nicht nur durch Medikamente erfolgen. Prof.Dr. Gerhard Lehmkuhl, Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uni Köln: «Grundsätzlich sollten Kinder, die ein (ADHS-)Medikament erhalten, zusätzlich eine Therapie bekommen.» Das ist auch dann nötig, wen Ihr Kind durch die Pillen ruhiger geworden ist. ADHS-Medikamente werden eingesetzt, um die typischen Symptome der Erkrankung zu behandeln. Diese Behandlung wurde bisher nur bei Patienten mit schweren ADHS-Symptomen empfohlen. Jetzt geht man immer mehr dazu über, die medizinische Behandlung nur in Kombination mit einer Verhaltensthgerapie durchzuführen. Generell aber werden Medikamente nur ab einem Alter von sechs Jahren empfohlen. Um die Behandlung dem Alter, der Körpergröße und dem Gewicht anzupassen sind immer wieder Kontrolluntersuchungen nötig. Dabei können auch eventuelle negative Nebenwirkungen erkannt und behandelt werden.

Die typischen Symptome bei ADHS

Es gibt drei untrügliche Hinweise auf die ADHS Ihres Kindes, die Sein unbedingt beachten müssen. Hier eine kurze Übersicht:

  • Achten Sie unbedingt auf Aufmerksamkeitsstörungen. Die Kranken haben große Schwierigkeiten, sich über einen längeren Zeitraum auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Die Kinder sind leicht ablenkbar, hören nicht richtig zu und machen deshalb Flüchtigkeitsfehler. Wenn Sie sich aber für eine Tätigkeit besonders stark interessieren (PC oder Handy), dann tritt meist genau das Gegenteil ein: Sie vergessen alles um sich herum und sind nicht mehr ansprechbar.
  • Ein Kind das an ADHS leidet kann nicht abwarten und handelt oft sehr unüberlegt. Sie mischen sich ungefragt in Gespräche ein, fallen anderen ins Wort, stören den Unterricht und brausen sehr schnell auf.
  • Ein ganz großes Problem ist die Hyperaktivität. Die Kinder können nicht still sitzen, sie springen unvermittelt auf und rennen herum. Tritt die Krankheit ohne die Komponente Hyperaktivität auf, dann spricht man von ADS (Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom).

Tipps für den Umgang mit ADHS-Kindern

Sehr häufig stellen die Eltern von ADHS-Kindern diese Frage: „Was kann ich denn tun. Um meinem Kind das Leben zu erleichtern?“ Wie kann ich ihm einen besseren Kontakt zu anderen Kindern und seiner Umwelt vermitteln? Wie schaffe ich es, das mein Kin d ganz normal lernen kann? Da gibt es hilfreiche Ratschläge. Hier die wichtigsten:

  • Stellen Sie klare Regeln für das Zusammenleben in der Familie auf: Wann wird gemeinsam gegessen, wann wird ins Bett gegangen, wann wird aufgestanden, welche möglicherweise gefährlichen Haushaltsgeräte sind tabu. Sorgen Sie unbedingt dafür, das diese Grenzen auch eingehalten werden.
  • Ihr Kind hat es nicht leicht, da es wenig Erfolgserlebnisse hat. Loben Sie es, so oft es dafür einen Anlass gibt. Das hilft ihm, problematische Phasen zu überstehen und macht ihm klar, das Sie es lieben. Bereits seine Bemühungen sollten von Ihnen mit Worten und Gesten unterstützt werden.
  • Sprechen Sie Ihr Kind klar und deutlich an. Ihre Ansagen müssen eindeutig sein. Zum Beispiel: „Räume Deine Sachen in den Kleiderschrank.“ Kontrollieren Sie, ob das auch richtig klappt. Falsch sind allgemeine Anweisungen wie: „Räume endlich mal Dein Zimmer auf.“
  • Geben Sie dem Tagesablauf Ihres Kindes eine klare Struktur, führen Sie Rituale ein: Hände waschen vor dem Essen, Zähneputzen vor dem ins Bett gehen, Schuhe nach Betreten der Wohnung ausziehen, das gebrauchte Geschirr selbst abräumen usw.
  • Erstellen Sie ein Punkteprogramm mit der Aussicht auf Belohnung. Vereinbaren Sie mit dem Kind Regeln für die Hausarbeiten oder einen Besuch. Wird das Programm eingehalten, dann gibt es eine Belohnung.
  • Werden Regeln nicht eingehalten, sofort reagieren mit angemessenen Sanktionen. Diese Sie aber bitte erklären müssen. Das Kind soll erfahren, was falsch war und warum es eine „Strafe“ bekommt.
  • Auch wenn es lästig ist, immer wieder auf die Einhaltung der Regeln zu bestehen, verlieren Sie nicht die Geduld.
  • Auch wenn es sehr oft schwierig ist nicht die Geduld zu verlieren - erzwingen sie nichts. Auch dann, wenn die Emotionen hochkochen. Vermeiden Sie kraftraubende Diskussionen, geben Sie sich und dem Kind eine Auszeit, gehen Sie ruhig mal aus dem Zimmer um dann später das Problem in Ruhe zu lösen.
  • Vermitteln Sie dem Kind den Kontakt zu anderen Kindern. Kinder können sich ganz gut gegenseitig selbst erziehen. So kann es auch lernen, mit anderen Kindern auszukommen und zu kommunizieren. Es ist ganz wichtig, das Sie Ihr Kind so annehmen wie es ist. Wenn Sie die oben angeführten Tipps beherzigen, dann ist das schon eine sanfte und wirkungsvolle Therapie für Ihren kleinen ADHS-Patienten. Eine Therapie, die sowohl Ihnen wie auch dem Kind das Leben erleichtern kann.