Wurzel-Gemüse schützt Herz und Kreislauf

Wurzel-Gemüse schützt Herz und Kreislauf

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Der Winter ist die richtige Zeit, um im Rahmen einer ausgewogenen, gesunden Ernährung wertvolle Nährstoffe aus Wurzel-Gemüse zu nutzen. Es gibt Wurzeln, die haben weit über die Ernährung hinaus Bedeutung für unser Wohlbefinden, für Fitness, Vitalität und langes Leben. Da sind zum Beispiel zwei hochinteressante Wurzeln aus dem Angebot von heimischen Gemüse: die Rote Bete und die Schwarzwurzel.

 

Rote Bete hilft gegen Cholesterin

Der Farbstoff der Roten Bete, das Betanin, gehört zur Gruppe der Anthocyane . Das Betanin kann Krankheitserreger, die mit einer Erkältung einhergehen, bekämpfen. Das Betanin macht Viren und Bakterien inaktiv und fördert ihren Abtransport aus dem Körper. Dadurch können die natürlichen Abwehrkräfte wieder Oberhand gewinnen. Der Eiweißbaustein Betain hingegen stärkt die Leber und fördert den Fettabbau.

Außerdem stecken in der Roten Bete noch viele Bioaktivstoffe, die Spurenelemente Kupfer für bessere Konzentration und gesunde Gelenke, Eisen fürs Blut, Chrom gegen Übergewicht, Mangan zur Vorbeugung von Rheuma, Zink und Selen für die Immunkraft. Einsame Spitze ist sie, was die Vitamine B 12 und Folsäure betrifft. Daher schützt die Rote Bete vor zu hohen Homocystein-Werten und damit vor frühzeitiger Arteriosklerose und damit auch vor Herz- und Kreislauf-Erkrankungen.

Man sollte vorwiegend nitratarme Rote Bete aus biologischem Anbau kaufen, weil die Rübe aus dem Boden wie ein Schwamm nicht nur die wertvollen, sondern auch alle schädlichen Substanzen aufsaugt.

Die beliebteste Form, die Vorteile der Roten Bete zu genießen, ist der Saft. Wer sich vor einer Erkältung schützen will, der sollte einige Zeit jeden Tag 1/4 Liter Rote Bete Saft trinken oder jeden Tag 1 Dessertschale mit Rote Bete Salat konsumieren. Was man noch im Interesse der Gesundheit beachten sollte: Man muss kleine Rüben kaufen. Sie sind zarter und haben weniger Nitratgehalt. Wie rasch die Rote Bete wirkt, beweist, wie schnell sich nach dem Essen der Urin rot färbt. Keine Angst. Das ist ein positives Zeichen.

Schwarzwurzel stärkt die Leber und das Gehirn

Ein anderes typisches Wintergemüse sind die Schwarzwurzeln. Die schmalen, schwarzen, langen Schwarzwurzel- Stangen, die jetzt überall auf Märkten und in Supermärkten angeboten werden, sind nicht allzu beliebt. Doch sie sind sehr wertvoll für unsere Gesundheit. Sie sind ein wahres Lebenselixier und außerdem preisgünstig.

Die Schwarzwurzel ist kalorienarm. Wer sie isst, bleibt schlank. Sie liefert große Mengen an Ballaststoffen, fördert somit die Verdauung. Sie enthält reichlich Vitamin B 1, das unsere Nerven stärkt und stressfest macht. Die Schwarzwurzel versorgt uns mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen: mit Magnesium für Herz und Kreislauf, Kalium für die Verdauung und für die Muskeln, Eisen fürs Blut und für Vitalität, Kupfer für die Gehirnarbeit, Mangan für die Leber.

Wer in der kalten Jahreszeit regelmäßig Schwarzwurzeln in den Speiseplan ein baut, der kann damit eine Menge für die Gesundheit tun: Die Entgiftung der Leber wird gefördert. Die Bildung von roten Blutkörperchen wird aktiviert. Schwarzwurzeln bremsen das Eindringen von Umweltgiften in den Organismus. Vor allem kann die Aufnahme von Blei verhindert werden. Und: Wer Innereien isst, der sollte dazu Schwarzwurzeln geniessen, damit die Harnsäure schnell ausgeschieden wird. Außerdem bekämpfen Schwarzwurzeln Müdigkeit, geben neue Kraft.

Am interessantesten aber ist die Wirkung der Schwarzwurzel auf unser Gehirn. Sie macht uns fit im Kopf. Der Nachteil: Man hat viel Arbeit damit. Schwarzwurzeln sind außen schwarz und voll Erde. Man muss die Wurzel sauber bürsten und muss sie dann mit einem Kartoffelmesser schälen. Man sollte dabei Gummi-Handschuhe tragen, Der weiße Saft verfärbt die Hände. Eine gute Lösung: Nehmen Sie kochfertige Schwarzwurzeln aus der Tiefkühltruhe.

Topanimbur macht schnell satt

Auch Topinambur sind Wurzeln, die in Mitteleuropa angebaut werden. Man kann sie in der kalten Jahreszeit gegen verschiedene Gesundheits-Probleme einsetzen: gegen Übergewicht und Diabetes. Die Topinambur hat einen lang anhaltenden Sättigungs-Effekt, verhindert dadurch die gefährlichen Heißhunger-Attacken und ist obendrein kalorienarm. Man weiß heute auch, warum das so ist.

Topinambur liefert nur eine geringe Menge an verdaulichen Kohlenhydraten. Sie melden schon nach kurzer Zeit an die Sättigungs-Nervenzentren: Ich habe genug. Dabei bleibt der Blutzucker-Spiegel unverändert. Genau das verhindert das starke Hungergefühl. Das wird ja durch Blutzucker-Schwankungen ausgelöst.

Das Haupt-Kohlenhydrat in der Topinambur-Knolle ist das Inulin, ein Ballaststoff, der nicht verdaut werden kann. Nicht zu verwechseln mit dem Insulin. Die großen Mengen, die sich in der Knolle befinden, quellen im Magen- und Darm-Trakt auf . Dabei entsteht ein zufriedenstellendes Sättigungsgefühl.

Das Inulin bringt zusätzlich prebiotische Eigenschaften mit. Das heißt: Es fördert und stärkt die gesunde Darmflora, die Welt der positiven Darmbakterien, die für uns lebenswichtig ist. Damit wird ein wertvoller und wesentlicher Beitrag zur Stärkung der Immunkraft geleistet. Von diesen positiven Darmbakterien wird das Inulin dann zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Das wieder fördert den Stuhlgang.

Wer abnehmen will , wer seinen Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen und wer seine Darmflora verbessern möchte, der sollte eine Kur mit Topinambur durchführen. Man bekommt im Reformhaus übrigens auch Topinambur-Sirup.

Zwei heimische Wurzeln müssen unbedingt erwähnt werden: die Möhren, die unsere Immunkraft, die Atemwege und die Sehkraft stärken, und dann die wieder entdeckte Pasternaken-Wurzel, die uns mit ihrem reichen Gehalten an Vitamin B 12 mit Energie und Vitalität versorgt.

Ingwer für das Immunsystem

Es wird speziell in der kalten Jahreszeit bei uns aber auch eine sehr beliebte und bekannte Wurzeln aus Asien genutzt: die Ingwer-Wurzel. Sie versorgt uns von innen her mit Wärme und Energie, stärkt die Immunkraft.

Und das sind Ingwer- Rezepte , die dem Körper und dem Geist schnell mit Wärme versorgen:

  • Man legt 3 bis 4 dünne Ingwer-Scheiben in eine Teetasse, übergießt mit kochendem Wasser, läßt das Ganze zugedeckt 10 Minuten ziehen, durchseihen, etwas Zitronensaft einrühren und in kleinen Schlucken langsam konsumieren.
  • Man kann auch rasch neue Kräfte tanken, wenn man ein Stück einer geschälten Ingwer-Wurzel in etwas frisch gepreßten Zitronensaft und etwas Honig taucht und dann einfach kaut.

Die Ingwer-Wurzel verfügt über 22 ätherische Öle : Sie wirken antibakteriell, beruhigend, harntreibend, antiviral, entzündungshemmend, antirheumatisch und schleimlösend. Die Ingwer-Wurzel enthält aber auch pflanzliche Hormonstoffe, die unsere Zellen jung erhalten. Diese Phyto-Hormone kurbeln die Produktion unserer körpereigenen Hormone an, die uns vor frühzeitigem Altern schützen. Ingwer ist daher ein Jungmacher. Bluthochdruck-Patienten sollten allerdings sparsam mit der Ingwer-Wurzel umgehen.