Wintergmüse Kohl - Die Super-Medizin

Wintergmüse Kohl - Die Super-Medizin

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Eines unserer simpelsten Gemüse ist ist von großer gesundheitlicher Wirkung: Der Kohl. Er ist sehr vitaminreich, stärkt die Seh- und Immunkraft, hilft gegen das Altern, stärkt die Knochen. Und. Seine Vitamine sind kochfest, werden durch Hitze nicht zerstört. Warum Kohl vor allem für den Darm so wichtig ist.

Kohl ist eine Vitamin-Sensation

Jetzt wird in Supermärkten, in Gärtnereien, auf den Märkten und in Gemüseläden ein klassisches Wintergemüse angeboten: der Kohl. Wir sollten Kohlgemüse für unsere Gesundheit viel öfter in unseren Speiseplan einbauen.

Der Kohl ist eine sehr egoistische Pflanze. Er saugt aus dem Erdreich rund um sich alles auf, was an Biostoffen für ihn verwertbar ist. Deshalb hat er von mehr Vitalstoffe, als alle anderen Gemüsesorten. So hat der Kohl 6 mal mehr Vitamin A und Betacarotin als Erbsen, 40 mal mehr als Sellerie. Das Vitamin und sein Pro-Vitamin sind wichtig für die Sehkraft und für die Immunkraft, auch für unsere Vitalität. Kohl enthält alle B-Vitamine, wichtig für die Nerven, für Haut, Haare und Nägel. Kohl ist das Gemüse, das von allen anderen Sorten das meiste Vitamin E enthält. Ein wichtiger Schutz gegen Umweltschadstoffe, aber auch gegen frühzeitiges Altern.

Die absolute Sensation im Kohl ist aber das Vitamin C. Mit 100 Gramm Kohl deckt man den Tagesbedarf an Vitamin C. Jetzt in der Erkältungszeit brauchen wir mehr. Da wir aber mit einer Portion etwa 250 Gramm Kohl essen, wird dieses Gemüse zu einem interessanten Vitamin-C-Lieferanten. Jetzt wird mancher sagen: Der Kohl wird ja gekocht. Und zwar mitunter sehr lange. Vitamin C geht doch in der Hitze verloren! Das stimmt grundsätzlich. Aber nicht beim Kohl. Durch die Zusammensetzung von ganz speziellen Co-Enzymen entsteht eine biochemische Verbindung, welche das Vitamin C konstant hält. Es bleibt auch erhalten, wenn man den Kohl einige Zeit kocht. Man kann also in dieser Jahreszeit mit dem regelmäßigen Essen von Kohl die Abwehrhräfte gegen Erkältungen stärken. Durch diese hohe Vitamin-C-Gaben macht Kohl auch stark gegen Streß. Kohl enthält auch viel Magnesium, Eisen, Chrom und Mangan.

Kohl senkt Cholesterinwerte im Blut

Was wenige wissen: Kohl stärkt auch unsere Knochen. Mit einer Portion Kohl - das sind etwa 250 Gramm - hat man ebensoviel vom Mineralstoff Calcium, wie man in 2 Gläsern Milch findet. Damit wird der Kohl zu einem interessanten Calcium-Lieferanten, wie wir ihn sonst bei Gemüse nicht finden. Man kann somit mit einer Portion Kohl fast den ganzen Tagesbedarf an Calcium decken, um die Knochen stark zu halten und der Osteoporose vorzubeugen.

Man weiß aus einer Reihe von Studien: Kohl baut unsere Darmschleimhäute auf. Kohl kann Verstopfung bekämpfen. Kohl kann zu hohe Cholesterinwerte im Blut senken. Das ist zum Teil auch auf die Ballasstoffe zurückzuführen, die der Kohl liefert. Während Fastfood den Darm im Eiltempo passiert, haftet der Speisebrei vom Kohlgemüse lange an den Darmwänden. Das stärkt die Darmflora. Und während die Ballaststoffe langsam durch den Darm ziehen, nehmen Sie Schadstoffe und Gifte mit. Sie nehmen aber auch Gallensäure auf und transportieren sie über den Darm aus dem Körper. Das wieder zwingt die Leber, neue Gallensäure zu produzieren. Und dafür benötigt die Leber körpereigenes Cholesterin. Auf diese Weise wird das LDL-Cholesterin gesenkt.

Kohl schützt vor Magengeschwüren

Kohl schützt uns vor Magen- und Darmgeschwüren. 1950 entdeckte der US-Forscher Dr. G. Cheney im Kohl einen Stoff, den er Anti-Ulcus-Faktor nannte. Bald stellte sich heraus,daß es sich um einen Eiweißkörper - und zwar um Methyl-Methionin-Sulfonium-Bromid - handelte. Und der schützt den Darm massiv vor Krankheiten. An der medizinischen Klinik an der Universität Bern in der Schweiz zeigte sich im Rahmen einer Studie: Mit regelmäßigem Essen von Kohl und Trinken von Kohlsaft konnten Zwölffingerdarmgeschwüre innerhalb mehrere Wochen erstaunlich zurückgebildet werden. An der Universität Essen hat man nachgewiesen: Der regelmäßige Verzehr von Kohlgemüse kann das Risiko für Magen- und Darmkrebs erheblich senken.

Um diese Wirkung nicht zu stören, sollte man ein Kohlgericht vom Tag zuvor nicht mehr aufwärmen und essen. Das ist wie beim Spinat. Kohl enthält aus dem Boden auch Nitrate. Sie können beim Aufwärmen zu krebserregenden Stoffen werden: zu Nitrosaminen.

So gibt es vom Kohl keine Blähungen

Viele essen keinen Kohl, weil sie danach immer von Blähungen geplagt werden. Das gibt es einen Trick. Nachdem man die Kohlblätter gewaschen hat , legt man sie für einen Tag oder für zwei Tage in die Tiefkühltruhe oder ins Tiefkühlfach. Die Kälte knackt die festen Blätter, macht sie nach dem Kochen leichter verdaulich.

Und so konsumiert man Kohl am besten, wenn man seine Bedeutung für die Gesundheit nützen möchte:

  • Machen Sie für Magen und Darm eine Kur: Trinken Sie 2 Wochen lang jeden Tag 1 Glas Kohlsaft aus dem Reformhaus in kleinen Schlucken.
  • Kohlblätter waschen, in kleine Stücke hacken. Mit etwas Öl andünsten, Salzwasser dazugießen, 40 Minuten dünsten lassen. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken, etwas Sauerrahm darunterrühren. Gesünder ist es, anstelle einer traditionellen fetten Wurst ein Stück geräucherte Truthahnbrust dazu zu essen.
  • Eine besondere Variante im Herbst und Winter, Weißkohl für die Gesundheit zu nutzen, ist - Sauerkraut zu genießen. Es versorgt uns mit reichlich Vitamin C gegen Erkältungen, mit Milchsäurebakterien für die Darmflora und mit Isothiocyanaten, die ebenfalls das Krebsrisiko senken.

In früheren Zeiten hat man die Kohlblätter auch äußerlich angewendet. Das wird in ländlichen Gebieten auch heute noch mit Erfolg gemacht. Und zwar bei Gelenkschmerzen. Man legt ein frisches Kohlblatt auf ein Brett, rollt einigemale mit einem Nudelholz darüber, daß der Saft aus dem Blattrippen austritt und legt dann das Blatt um ein schmerzende Gelenk, läßt den Kohlsaft 20 Minuten einwirken. Das lindert die Schmerzen.