Wintergemüse: Schwarzwurzel hilft der Leber

Wintergemüse: Schwarzwurzel hilft der Leber

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Sie sind pechschwarz, machen in der Küche viel Arbeit und schmutzige Hände. Es sind die Schwarzwurzeln, von vielen ungeliebt. Daher ist das ein Gemüse, das nicht übermäßig gekauft wird. Das ist schlecht. Ich möchte Sie davon überzeugen, dass wir mehr Schwarzwurzeln essen sollten. Warum aber findet dieses typische Wintergemüse in unseren Küchen so wenig Beachtung?

Das ist ähnlich wie bei der Hirse. Die Schwarzwurzel ist ein Gemüse, das aus unserer Gegend - aus Mitteleuropa - stammt. Sie war schon bei den Germanen bestens bekannt. Unter Kaiser Karl, dem Großen, war die Schwarzwurzel das Lieblingsgemüse der feinen Leute. Karl, der Große, hat sie selbst gern gegessen, um lange jung und gesund zu bleiben. Außerdem hat man damals die Schwarzwurzel als Medizin bei Schlangenbissen und als Schutz vor der Pest eingesetzt. Und man hat Alkoholikern mit Leberproblemen Schwarzwurzeln vorgesetzt. Zur Stärkung der Leber.

Dann aber ist im Laufe der Zeit die Schwarzwurzel eher zu einem Arme-Leute-Essen geworden. Man nannte sie auch den „Spargel der Armen“. Und vermutlich haben sich deshalb viele von diesem wertvollen Gemüse distanziert. Doch die Schwarzwurzel ist ein wertvoller Bestandteil der Ernährung.

Es handelt sich dabei um ein sehr kalorienarmes Gemüse. Ideal fürs Schlankbleiben und Schlankwerden. 100 Gramm haben nur 16 Kalorien.
Die Schwarzwurzel liefert viele Ballaststoffe, ist also gut für eine gesunde, aktive Verdauung.
Sie enthält wenig Vitamine, einzig und allein das Vitamin B 1, das unsere Nerven stärkt.
Die Schwarzwurzel enthält dafür aber viele Mineralstoffe und Spurenelemente: Magnesium für Herz und Kreislauf , Kalium für die Nerven, Verdauung und die Muskeln, Eisen fürs Blut , Kupfer für die Gehirnarbeit sowie Mangan für die Leber.
Man kann mit dem regelmäßigen Konsum von Schwarzwurzeln bestimmten Alltagsbeschwerden vorbeugen, kann aber auch bereits vorhandene gesundheitliche Störungen positiv beeinflussen. Da gibt es viele Möglichkeiten:

Wer zum Beispiel hin und wieder Innereien in den Speiseplan einbaut, die bekanntlich viele Purine enthalten, welche im menschlichen Organismus zu Harnsäure abgebaut werden, der tut gut daran, dazu Schwarzwurzeln zu essen, weil das Spurenelement Mangan in dem Gemüse den raschen Abbau der Purine fördert.
Die Entgiftungsarbeit der Leber wird gefördert.
Die Bildung der roten Blutkörperchen wird angeregt. Wenn man Schwarzwurzeln mit Tomaten kombiniert, die viel Folsäure enthalten, kann man diese Wirkung noch verstärken.
Schwarzwurzeln enthalten viel Kupfer und wirken damit der Osteoporose - der gefürchteten Knochenentkalkung - entgegen. Wichtig: Wenn jemand regelmäßig Medikamente einnehmen muss, so kann dadurch ein Kupfermangel im Körper entstehen. Dem kann man durch regelmäßiges Essen von Schwarzwurzeln entgegenwirken. Frauen in den Wechseljahren, die fast immer mit Osteoporose-Problemen konfrontiert sind, sollten regelmäßig Schwarzwurzeln in ihren Speiseplan einbauen.
Wer reichlich Schwarzwurzeln isst, der kann damit bis zu einem gewissen Grad verhindern, dass Umweltgifte wie zum Beispiel Blei vom Körper aufgenommen werden. Das ist wichtig für Menschen, die viel dem Straßenverkehr ausgesetzt sind.
Schwarzwurzeln vertreiben Müdigkeit, vermitteln Vitalität.
Der weiße, milchige Saft in den Schwarzwurzeln wirkt sehr beruhigend. Daher ist die Schwarzwurzel auch ein Anti-Stress-Gemüse. Vor allem als Abendessen bringen die Schwarzwurzeln Beruhigung und Entspannung sowie einen guten Schlaf.
Schwarzwurzeln fördern die Wundheilung. Das ist auf den Wirkstoff Allantoin zurückzuführen, der in der Naturmedizin heute auch in vielem Salben mit verarbeitet wird.
Sehr interessant ist auch, dass Schwarzwurzeln unsere Gehirnarbeit aktivieren, die Konzentration steigern. Ideal für Kinder, wenn sie besonders viel zu lernen haben, aber auch für ältere Menschen, die vergesslich werden. Daher hat man die Schwarzwurzel schon im Mittelalter als Jungbrunnen für reifere Jahrgänge angesehen.
Vor 18 Jahren haben Ärzte an der Universität Paris in 20 Altenheimen Studien durchgeführt und jene Senioren beobachtet, die regelmäßig Schwarzwurzeln gegessen haben. Sie waren nach einem Jahr jenen, die auf dieses Gemüse verzichtet haben, geistig und körperlich in ihrer Fitness weit voraus. Seither werden in vielen Seniorenheimen im Winter ein bis zwei Mal Schwarzwurzeln serviert. Und das sollte man beim Kaufen von Schwarzwurzeln beachten? Ganz einfach: Die Wurzeln sollten gleichmäßig dick sein. Dadurch vermeidet man einen unterschiedlichen Biss.

Die Wurzeln sind außen schwarz und voll mit Erde. Aber, wenn man sie gesäubert, geschält und zum Kochen hergerichtet hat, dann sehen sie sehr appetitlich weiß aus. Die Verarbeitung ist etwas mühsam. Zuerst bürstet man die Wurzeln sauber. Dann werden die Blatt- und Wurzelansätze abgeschnitten und die Wurzeln mit einem Kartoffelmesser geschält. Man sollte unbedingt dabei Gummi-Handschuhe überziehen, weil die weiße, milchähnliche Substanz, welche die Wurzeln absondern, die Hände dunkel verfärbt.

Apropos dunkel verfärben: Die geschälten Schwarzwurzeln bleiben nur weiß, wenn man sie in Essig- oder Zitronenwasser legt. Man kann die Schwarzwurzeln auch mit der Schale 25 bis 30 Minuten kochen. Dann lassen sie sich besonders gut schälen. In den meisten Fällen aber werden Schwarzwurzeln bereits geschält gekocht, gedünstet oder dampfgegart. Meisten gibt man sie in kochendes Wasser. Dann sind sie etwa in 20 Minuten gegart. Man kann sie dann mit verschiedenen anderen gedünsteten Gemüsesorten mischen. Oder man kann sie zu einem Schwarzwurzel-Salat verarbeiten.

Schwarzwurzel sind übrigens das ideale Gemüse für Diabetiker. Sie sind reich am Kohlenhydrat Inulin, welches nicht verdaubar ist und daher den Blutzuckerspiegel nicht verändert und schnell satt macht. Gleichzeitig wird die Bauchspeicheldrüse nicht überfordert.

Schwarzwurzeln sind somit eine köstliche Speise und obendrein ein wertvoller Beitrag für die Gesundheit. Wir sollten überlegen, ob wir dieses Gemüse nicht doch öfter geniessen. Auch wenn man viel Arbeit damit hat. Es gibt ja noch eine einfache Lösung: Das sind bereits kochfertige Schwarzwurzeln aus dem Tiefkühlfach. Und der Schwarzwurzelsalat aus dem Glas.