Winterdepression - die Kraft der Sonne hilft

Winterdepression - die Kraft der Sonne hilft

© Bernd S. - Fotolia.com

Es schlägt sich bei vielen Menschen enorm aufs Gemüt und auf die gute Laune, wenn im Herbst die Tage allzu kurz sind, wenn oft von morgens bis abends keine Sonne scheint, wenn rund um uns alles in dicken, kalten Nebel oder in Nieselregen gehüllt ist. Millionen Deutsche leiden an der Herbst- und Winterdepressionen. Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Die typischen Symptome: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verzagtheit, Ängstlichkeit, Traurigkeit. Allerdings: Die Winterdepression muss nicht sein. Es gibt eine Reihe von natürlichen Maßnahmen, die man erfolgreich dagegen einsetzen kann.

Wieso kommt es eigentlich zur Winterdepression?

Die Hauptursache ist der Mangel an natürlichem Tages- und Sonnenlicht. In der Medizin spricht man von der Lichtmangel-Depression. Betroffen sind besonders jene Menschen, die morgens bei Dunkelheit die Wohnung verlassen, abends bei Dunkelheit nach Hause kommen und tagsüber bei künstlichem Licht arbeiten. Wenn es dann wieder Frühling wird und die Sonne wieder hell vom Himmel lacht, ist das Leiden wie weggezaubert.

Was geht denn im Organismus vor, wenn wir zuwenig natürliches Licht bekommen?

Das natürliche Licht steuert unsere innere Uhr, den Schlaf- und Wach-Rhythmus. Normales elektrisches Kunstlicht bedeutet für den Organismus Dunkelheit. Empfängt unser Körper zu wenig Naturlicht, erzeugt die nachtaktive Zirbeldrüse im Kopf bereits tagsüber das Ruhe-Hormon Melatonin und schüttet es ins Blut aus. Müdigkeit und Depression beginnen.

Was ist der Unterschied zwischen der Winterdepression und der echten, schweren Depression, die vom Psychiater oder vom Psycho-Therapeuten behandelt werden muss?

Bei der Winterdepression will man viel schlafen, ist allerdings danach wie gerädert. Man will immerfort essen und hat vor allem einen Heißhunger auf Schokolade und Teigwaren. Viele Frauen nehmen dadurch in kürzester Zeit 8 Kilo und mehr zu. Damit beginnt ein Teufelskreis. Sie werden dadurch noch mehr depressiv. Viele sind im Zuge der Winterdepression auch gereizt, angespannt und nervös. Sie wollen sich zurückziehen, wollen einsam sein.

Bei der klassischen Depression will man nichts essen, nimmt ständig ab. Man hat Schlafstörungen, ist oft selbstmordgefährdet.

Was geschieht,wenn man nichts gegen die Herbstdepression tut?

Die Lebensqualität wird enorm verschlechtert. Es können sich mit der Zeit aus dieser Depression heraus organische Leiden entwickeln: Es kann zu Störungen des vegetativen Nervensystems kommen, zu Haarausfall, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, zu Verdauungsproblemen und vielem anderem mehr.

Wie kann ich im Herbst das wenige natürliche Licht optimal nützen?

In leichten Fällen genügt es schon, wenn man jeden Tag - etwa in der Mittagspause - ins Freie geht und zu Fuß einige Runden dreht. Wir sollten auch jedes Wochenende nützen, um Tageslicht und zumindest ein wenig Sonne zu tanken. Wenn Sonne scheint, ist es sinnvoll, 10 Minuten lang im Freien der Sonne das Gesicht zuzuwenden. Wichtig ist es, dass man dabei den Mund öffnet und der Sonne die Zähne zeigt. Die Zähne nehmen wie Diamanten die Sonnenstrahlen auf und leiten sie gebündelt als verstärkte Wärme-Energie in den Körper weiter.

Macht es Sinn, gegen die Winter-Depression ins Solarium zu gehen?

Manche Menschen finden Hilfe, wenn sie sich einmal die Woche unter die Solar-Sonne legen. Doch man muss mit den Besuchen auf der Sonnenbank vorsichtig sein. Dehnen Sie die Besuche nicht zu sehr aus, versichern Sie sich, das die verwendeten Geräte zertifiziert und geprüft sind.

Wie kann man in schweren Fällen Ersatz für das Sonnenlicht schaffen?

Mit der sogenannten Vollspektrum-Lampe. Sie ist in den letzten Jahren gegen die Winter-Depression entwickelt worden. Die Lampe liefert ein Licht, das der Natur nachempfunden ist. Die Helligkeit der Lampe beträgt 2.500 Lux und entspricht der Kraft von 30 Glühbirnen zu je 60 Watt. Das ist die Helligkeit eines sonnigen, strahlenden Frühlings-Morgens. Wer sich damit jeden Tag 1 bis 2 Stunden bestrahlt, kann damit die Winterdepression stoppen.

Wie komme ich an eine Vollspektrum-Lampe?

Man kann sich bei vielen Hausärzten oder in Krankenhaus-Ambulatorien bestrahlen lassen. Man kann in manchen Kliniken die Lampe ausleihen. Man kann sie auch im Elektrohandel kaufen. 150 bis 200 Euro.

Muss ich mich beim Bestrahlen mit einer Vollspektrum-Lampe ausziehen?

Nein. Man bleibt angekleidet und kann während einer Bestrahlung sogar weiterarbeiten.

Kann ich die Depression auch mit der Ernährung bekämpfen?

Das funktioniert in vielen Fällen hervorragend. Essen Sie täglich 2 reife Bananen. Sie liefern die Hormonstoffe Serotonin und Norepinnephrin. Beide sind für positives Denken und gute Laune verantwortlich. Essen Sie Hirse-Gerichte: Hirseflocken in der Suppe, Hirseauflauf, Hirsebrei, Hirse-Frikadellen. Schon im Mittelalter hat man die Hirse das „fröhliche Getreide“ genannt, weil man nach der Mahlzeit in bessere Stimmung kommt. Auch Anis-Plätzchen können helfen.

Gibt es auch einen Kräuter-Tee gegen die Winterdepression?

Ja. Mischen Sie zu gleichen Teilen Anis, Kümmel und Fenchel. 1 Teelöffel davon wird mit 1 Tasse kochendem Wasser übergossen. 8 Minuten zugedeckt ziehen lassen, durchseihen. In kleinen Schlucken trinken.

Wie wichtig ist das Trinken bei einer beginnenden Winterdepression?

Sehr wichtig. Täglich 1 1/2 bis 2 Liter Mineralwasser oder ungesüßte

Kräutertees sind ideal. Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme verstärkt die Depression: Der Harn wird eingedickt. Giftstoffe können nicht abtransportiert werden. Sie wandern zum Gehirn und stören das positive Denken.

Kann man seine Stimmung auch mit bestimmten Farben beeinflussen?

Studien haben ergeben: Die Farbe Orange wirkt stimmungsaufhellend. Tragen Sie orangefarbene Kleidung. Legen Sie überall in der Wohnung Orangen und Mandarinen auf. Lassen Sie die Farbe auf sich wirken, ehe Sie sie essen.