Warum Pilates für jeden so wertvoll ist, was Sie dazu brauchen

Pilates

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Verspannungen, Blockaden, ständige Rückenschmerzen - das ist der schmerzende und ungesunde Tribut, den wir für unsere moderne Lebensart bezahlen müssen. Millionen sind betroffen. Der Grund für diese Beschwerden: Wir bewegen uns zu wenig, wir sitzen falsch, wir benutzen bestimmte Muskelgruppen überhaupt nicht mehr. Gegen diese Alltagsübel setzen jetzt schon viele Betroffene auf das Ganzkörpertraining Pilates.

 Sie treffen sich mindestens einmal in der Woche zu gemeinsamen Kraft-, Dehnungs- und Koordinationsübungen. Ein weitere wichtiger Punkt bei Pilates ist die richtige Atmung. Denn mit der richtigen Atmung können viele Umwelts- und Alltagsbeschwerden in Schach gehalten werden. Pilates ist ein schonendes, sehr sanftes Ganzkörpertraining aus harmonischen Bewegungen, die langsam ineinander übergehen. Es ist eine Verbindung von klassischer Gymnastik und Bodybuilding-Elementen mit den fernöstlichen geistigen Formen der Zen-Meditation und des Yoga. Pilates wurde zuerst von Sportlern und Tänzern angewendet, inzwischen wird es von allen Alters- und Berufsgruppen betrieben. Denn das ist einer der grossen Vorteile von Pilates: Auch ältere Menschen können es ohne Probleme anwenden. Sehr viele Ärzte die sich auf Rückenbeschwerden oder Gelenkprobleme spezialisiert haben, halten Pilates für eine wertvolle Ergänzung ihrer Therapien. Die Übungen lassen sich so variieren, das sie immer schwieriger werden. Beim Pilates spielen das Wissen über die menschliche Anatomie und die genaue Kenntnis der körperlichen Abläufe und Zusammenhänge eine grosse Rolle. Ihr Trainer sollte dieses Wissen besitzen.

Matte und Kleidung: Die richtige Ausrüstung für Ihr Pilates-Training

Tragen Sie bequeme Sportkleidung für das Training auf der Pilates-Matte. Die Bekleidung darf bei den Übungen nicht hinderlich sein. Deshalb sollte sie auch nicht zu weit sein, damit der Trainer die Ausführung der Übungen gut sehen kann - und notfalls auch korrigieren kann. Viele Pilatesübungen finden auf dem Boden statt - also brauchen Sie eine gute Matte. Die muss auf jeden Fall rutschfest sein und so gross, das ihr gesamter Körper darauf Platz hat und weder hinten noch vorne darüber hinausragt. Es gibt zwei Typen: High Mats sind Holzkonstruktionen mit Lederbezug, seitlichen Griffen und sie sind gepolstert. Oder Rollmatten wie wir sie von der Gymnastik oder dem Yoga kennen. In den meisten Studios können Sie sich für den Anfang Matten kostenlos ausleihen. Generell gilt: Da Sie die Matten lange Zeit benutzen wollen, sollten Sie beim Kauf nicht sparen. Nicht immer ist billig auch preiswert.

Pilates: Ganz enge Fußbekleidung muss sein

Normalerweise wird beim Pilates barfuß trainiert. Sie können aber auch in Socken trainieren. Die müssen dann aber eine rutschfeste genoppte Sohle haben. Oder Sie tragen Zehensocken mit aufgenähten Rutschstoppern. Wenn Sie aber beim Pilates-Training Schuhe bevorzugen, dann sollten die wie Socken ganz eng am Fuß sitzen, nur eine ganz dünne Sohle haben und absolut flexibel sein (Gymnastikschlappen). Normale Turnschuhe sind total ungeeignet, da sich Ihr Fuss und die Zehen möglichst frei bewegen können müssen. Da Pilates bei aller Lockerheit auch anstrengend ist, verbrauchen Sie viel Flüssigkeit durch schwitzen. Also besorgen Sie sich eine bruchsichere Trinkflasche. Eigene Handtücher sind beim Training obligatorisch.

Diese Geräte werden beim Pilates benutzt

Beim Pilates-Training brauchen Sie für bestimmte Dehnungsübungen eine Unterstützung de Körpers. Dafür gibt es spezielle Pilate-Geräte:

  • Da gibt es die Pilates-Rolle. Das ist eine lange poröse Schaumstoffrolle, die Sie beim Training für gewisse Übungen  unter den Körper klemmen.
  • Dann wird auch gerne der Pilates-Ring benutzt. Das ist ein Kunststoff-Ring, etwa so gross wie ein Steuerrad. Er wird zwischen Arme und Beine geklemmt. Damit werden gezielt bestimmte Muskelgruppen trainiert.
  • Sehr wichtig ist auch der Pilates-Ball. Das ist ein Gummiball, der nicht prall aufgeblasen ist, sonder nur weich. So, dass man bei bestimmten Übungen die Füße draufstehen kann. Oder er wird zwischen die Schenkel geklemmt.

Mit diesen Geräten werden viele Übungen variiert, sie werden für Gleichgewichtsübungen eingesetzt oder dienen der Erhöhung des Krafteinsatzes bei den Pilates-Einheiten. Es gibt auch grosse Geräte, mit denen der Pilates-Übende Kraft und Gleichgewicht trainieren kann. Für die Stärkung der Bein- und Pomuskulatur gibt es den "Wunda-Chair".  Das ist ein hockerartiges Gerät, das liegend oder sitzend benutzt werden kann, als Ergänzung zum Mattentraining dient. Der "Reformer" wird über fünf Stahlfedern individuell auf jeden Übenden eingestellt. Mit ihm können fließende Übungen kontrolliert durchgeführt werden. Das trainiert Ihre Kraft, die Beweglichkeit und die Koordination.

Mehr Kraft, weniger Fett: Das bringen Pilates-Übungen für Ihre Gesundheit

Beim Pilates werden vor allem die tiefer liegenden Muskeln trainiert - es ist also kein Bodybuilding. Vor allem der Bereich in dem wir die meisten Probleme haben: Beckenboden und Wirbelsäule. Das Training bringt Ihnen eine gesunde Haltung und die natürliche S-Form der Wirbelsäule zurück. Die gezielt gesteuerte Atmung entspannt Sie. Pilates wirkt auf den ganzen Körper und dessen Gesundheit. Wenn Sie eine Vierteljahr dreimal in der Woche je 60 Minuten trainieren, dann verringert sich Ihr Körperfettanteil, Ihre Kondition verbessert sich, Rumpf und vor allem der Rücken werden trainiert und entlastet. Die Sporthochschule Köln stellte eine "signifikante Verbesserung der körperlichen und psychischen Befindlichkeit“ der trainierenden Personen fest.

Bei diesen Beschwerden hilft das regelmässige Pilates-Training

Nach den Wechseljahren leiden viele Frauen unter Osteoporose. Die Trainingsbewegungen beim Pilates lässt die Betroffenen beweglichen bleiben, dem Knochenschwund wird vorgebeugt und er wird gelindert. Arthrose schränkt die Beweglichkeit und die Belastbarkeit beim Sport ein. Beim Pilates gibt es jedoch keine schädlichen Aufprallbelastungen, da die Bewegungen sanft und fliessend sind. Fas alle Menschen ab 50 haben Rückenprobleme - viele schon sehr viel früher. Beim Pilates werden vor allem die Rücken- und Rumpfmuskulatur gestärkt. Das wiederum stärkt die Wirbelsäule, schützt vor Bandscheibenvorfall. Ein sehr wichtiger Bestandteil des Pilatestrainings sind die Atemübungen. Die dort gelernte Atemtechnik kann Asthmaprobleme lindern. Nach Sportverletzungen ist Pilates eine beruhigende Reha-Massnahme.

Pilates wirkt sich positiv auf Schwangerschaft und Geburt aus

Das Training stärkt den Beckenboden und die Muskulatur an Bauch und Brust. Mit starken Bauchmuskeln wird die so genannte Rektusdiastase vermieden. Das ist das Auseinandergehen der geraden Bauchmuskulatur, dadurch können Operationen verhindert werden. Generell sind alle Übungen gelenkschonend. Atmung und Entspannung haben einen hohen Stellenwert.

So viel Kalorien verbraucht man bei Pilates

Sie verbessern Ihre Kondition, stärken Ihre Muskeln, entlasten Ihre Wirbelsäule - und verbrauchen ordentlich Kalorien. Wie viel Kalorien Sie verbrauchen hängt natürlich von der Länge und der Intensität Ihres Trainings ab. Im Schnitt rechnet beim Pilates mit 200 bis 400 kcal pro Stunde. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren und regelmässig trainieren, dann können Sie mit Pilates auch abnehmen. Da die Muskeln gekräftigt werden und ihre Menge wächst, verbrennen sie sogar im Ruhezustand noch Fett. Ausserdem vermeiden Sie durch Pilates das so genannte "Stress-Essen".