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Warum frieren Frauen schneller als Männer?

Warum frieren Frauen schneller als Männer?

© Robert Kneschke - Fotolia.com

Die Natur hat viele Unterschiede zwischen Mann und Frau geschaffen. Einer davon ist: Frauen frieren mehr und schneller als Männer, sie brauchen mehr Wärme und vertragen die Kälte weniger gut. Vor allem Arme und Beine werden bei Frauen schnell kalt. Das ist nicht nur unangenehm, das ist auch eine Gefahr für die Gesundheit. Die Immunkraft wird geschwächt, Erkältungen und Unterleibserkrankungen wie Blasenentzündungen sind die Folgen. Was Sie dagegen tun können, wie Sie sich kleiden und ernähren müssen.

Frieren Frauen tatsächlich mehr als Männer?

Ja, die Natur hat das so eingerichtet. Es gibt viele Gründe, warum Frauen mehr frieren als Männer.

Frauen können - zum Teil durch den Einfluß ihrer Hormone - nicht so große Depots an speicherfähigen Vitaminen anlegen. Das trifft ganz besonders auf das Vitamin E zu. Gerade dieses Vitamin aber braucht der Mensch in der kalten Jahreszeit. Vitamin E ist nicht kälteresistent. Je tiefer die Temperaturen, desto mehr Vitamin E benötigt der Mensch als "Heizmaterial", damit im Körper genügend Wärme produziert werden kann. Was also müssen die Frauen tun? Ganz einfach: Frauen müssen bei Kälte darauf achten, daß Sie mit der Nahrung Vitamin E zuführen. Dazu gehören die Naturprodukte Weizenkeime, Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, alle Nußarten, aber auch Milchprodukte und fast alle Vollkornprodukte. Vollkornbrot, das in der Tiefkühltruhe eingefroren war, macht keinen Sinn. In der Kälte ist das Vitamin E längst nicht mehr existent.

Frauen frieren vor alllem auch der Fortpflanzung wegen. Zur Erhaltung der Nachkommenschaft muß - in Hinblick auf die Schwangerschaft - der Unterleib warm gehalten werden. Wenn es also draußen kalt wird, zieht der Organismus die Wärme von den Gliedmaßen ab. Diese Wärme wird dem Unterleib zugeführt, um ihn vor Kälte zu schützen. Die Folge: Hände und Füße frieren.

Außerdem sind Frauen dünnhäutiger. Ihre Haut reagiert viel schneller auf Kälte. Wenn ein Mann und eine Frau in der kalten Jahreszeit nebeneinander herlaufen, dann kann man davon ausgehen, daß die Temperatur in der Haut der Frau sehr oft um etwa 3 Grad Celsius niedriger ist als beim Mann. Die Oberhaut des Mannes ist um 15 Prozent dicker. Das ist ein guter Schutz vor Wärmeverlust. Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße in der Haut. Die Durchblutung wird reduziert. Die Körpertemperatur sinkt. Das geschieht natürlich viel rascher in einer dünnen Haut.

Niedriger Blutdruck verstärkt das Frieren

Früher hatten die Frauen mehr Rundungen, waren dicker. Heute gibt es viel mehr schlanke Frauen. Die korpulenteren Damen aus vergangenen Zeiten hatten durch den höheren Fettanteil eine bessere Wärme-Isolation als die Männer.

Außerdem muß man wissen: Je mehr Muskeln jemand hat, desto besser funktioniert der Stoffwechsel und damit auch die Wärme-Produktion. Und da sind die Frauen benachteiligt. Der männliche Körper besteht aus 40 Prozent Muskeln und nur 10 Prozent Fett. Bei den Frauen sind es etwa bloß 25 Prozent Muskeln und 25 Prozent Fett. Zwar wirkt das Fett als Isolation vor der Kälte. Doch die Wärme wird von den Muskeln produziert.

Frauen haben öfter als Männer Schilddrüsen-Probleme. Und bei einer Unterfunktion der Schilddrüse, fährt der Stoffwechsel langsamer. Die Wärme-Produktion wird gedrosselt.

Frauen leiden auch öfter an einem zu niedrigen Blutdruck. Auch das verstärkt das Kälte-Empfinden.

Wie sehr gefährdet Frieren die Gesundheit?

Frieren schwächt die Immunkraft. Beispiele:

Wenn jemand mit kalten Füßen etwa eine Stunde draußen frierend unterwegs ist, dann sinkt die Temperatur in der Mundhöhle um 2 bis 3 Grad Celsius. Sofort sinkt die Immunkraft, weil die Schleimhäute im Mund und im Rachen kalt werden. Daher ist ein Trick gegen das Frieren das Tragen von festen, warmen, bequemen Schuhen. Zu enge Schuhe fördern das Frieren der Füße.

An kalten Tagen unbedingt eine Kopfbedeckung aufsetzen. Der Körper verliert über die Schädeldecke sehr viel körpereigene Wärme. Wenn sie nicht schnell gnug nachproduziert werden kann, dann sinkt die Immunkraft. Es steigt die Infektanfälligkeit. Speziell auch für Nebenhöhlenentzündungen.

Wichtig sind auch ein Schal oder ein Rollkragenpulli. Es geht dabei nicht so sehr vorne um den Hals, sondern hinten um den Nacken. Hier hat der Mensch eine Schwachstelle, die sogenannten Windpunkte. Wenn hier Kälte, kalter Wind und Nässe auftreffen, so schwächt das ganz enorm das Immunsystem.

Wer viel friert, ist viel schneller und leichter erkältet.

Das Wichtigste sind warme Füße

Jeder von uns kennt das. Plötzlich verspüren wir ein Frösteln. Kälte kriecht den Rücken hoch, macht uns schwach und hilflos. Wer in diesem Stadium nicht sofort etwas dagegen tut, wird meist binnen weniger Stunden krank.

Was aber kann man tun, um den Infekt abzuwehren, zu verhindern?

Die beste Waffe gegen das Frieren ist Wärme.

Füllen Sie eine Gummiwärmflasche mit nicht zu heißem Wasser, damit es keine Verbrennungen auf der Haut gibt. Setzen Sie sich bequem in einen Polstersessel und legen Sie die Wärmflasche an den Rücken, genau dort, wo Sie das fröstelnde Gefühl am intensivsten verspüren. Sie werden nach wenigen Minuten merken, wie Sie sich wieder kräftig fühlen, wie es mit Ihnen wieder bergauf geht.

Sie können diese Wärme-Therapie verstärken: Gießen Sie in einen Eimer 6 bis 7 Liter so warmes Wasser, verrühren Sie darin eine Hand voll Salz und nehmen Sie 20 Minuten lang ein Fußbad. Wenn Ihnen dabei sehr warme wird, sollten die Sie Füße aus dem Wasser nehmen, abtrocknen und mit der Wärmflasche ins Bett gehen, ruhen. Das gibt dem Immunsystem neue Kräfte. So kann es besser mit Viren und Bakterien fertig werden. Wichtig ist, daß bei diesem Fußbad auch die Waden unter Wasser sind. Nur dann macht diese Wärme-Therapie Sinn.

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