Urlaub: Das muss in die Reiseapotheke

Urlaub: Das muss in die Reiseapotheke

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Alles klar für die schönste Zeit des Jahres, auch an die Reiseapotheke gedacht? Noch nicht - dann wird es jetzt höchste Zeit. Denn Sie sollen ja gerüstet sein, wenn die Gesundheit im Urlaub Probleme mach. Und die gibt es immer wieder: Es erwischt Sie der Durchfall, Sie holen sich eine Magenverstimmung, die Klimaanlage im Hotelzimmer verursacht Erkältung und Halsweh, zu viel Sonne hat Ihre Hautverbrannt und Ihnen auch noch Kopfweh beschert, Sie haben eine Schürfwunde oder sind barfuss in einen Stachel getreten - das alles kann Ihnen passieren und die schönsten Tage des Jahre problematisch machen.

Auch Fieber ist nicht wünschenswert. Also müssen Sie vorbereitet sein und eine gut sortierte Reiseapotheke im Gepäck haben - unbedingt dann, wenn Kinder mit dabei sind. Hier meine Ratschläge für eine gut funktionierende Reiseapotheke.

Durchfall: Es erwischt jeden zweiten Fernreisenden

Lateinamerika, grosse Teile Afrikas, Zentral- und Südostasien sind Hochrisikogebiete, dort holt sich jeder zweite Urlauber eine Darmerkrankung, verbunden mit meist heftigem Durchfall, warnt Dr. Markus Frühwein, Reise- und Tropenmediziner aus München. In Ihre Reiseapotheke müssen also rein: Durchfallstoppende Mittel wie Aktivkohle, Präparate die Gerbstoffe enthalten, Portionsfläschchen mit Salz- und Zuckerlösungen um den Mineralienverlust auszugleichen. Das Arzneimittel Loperamid stoppt den Durchfall zuverlässig, aber Sie müssen beachten: Maximal zweimal am Tag anwenden, für  Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet. Sinnvoll ist auch Elektrolytpulver und Rifaxim (Xifaxan). Und trinken Sie viel, denn Sie verlieren viel Flüssigkeit. Kommt Fieber dazu, oder ist der Stuhl schleimig oder gar mit Blut durchsetzt, dann muss der Arzt her. Der muss auf jeden Fall her, wenn Kleinkinder oder Babies erkranken.

Diese Mittel helfen Ihnen bei Magen- und Darmbeschwerden im Urlaub

Das andere Klima. die Umstellung auf eine andere Ernährung - der eine Urlauber hat damit keine Probleme, der andere bekommt Magenschmerzen und Durchfall. Auch Sodbrennen kommt im Urlaub sehr häufig vor. Nehmen Sie also Mittel mit, die Ihre Magenwände und die Schleimhäute schützen, den Magen sozusagen „auskleiden“. Das wären z.B. Kompensan- oder Maaloxan-Mittel, auch Iberogast hat sich sehr bewährt. Gegen eventuell auftretende Bauchkrämpfe hilft das Mittel N-Butylscopolamin.

Jede Wunde muss sorgfältig desinfiziert werden

Sie haben sich gestossen, Sie haben eine Schürf- oder Schnittwunde - bei uns alles kein Problem, im Urlaub aber kann sich so eine leichte Wunde schnell entzünden - und das kann richtig gefährlich werden. Also muss unbedingt ein Spray mit desinfizierender Wirkung ins Reisegepäck. Am besten einer, der auch ein Wundverband ist und die offenen Hautstellen schützt.

Binden, Pflaster, Desinfektionsmittel unbedingt mitnehmen

Was ebenfalls unbedingt mit in die Reiseapotheke muss sind Verbandmittel. Als da wären: Mullbinden  (acht Zentimeter breit), sterile Kompressen (7,5 mal 7,5 Zentimeter) mit denen Sie die Wunde bedecken können. Eine Rolle Heftpflaster und elastische Binden (acht Zentimeter breit), mit denen Pflaster und Kompressen auf der Haut gehalten werden. Packen Sie mindestens zwei Paar Einmalhandschuhe ein, eine Pinzette (um Stachen zu ziehen), Sicherheitsnadeln, ein Desinfektionsmittel für die Hände, eine Verbandsschere und ein elektronisches Fieberthermometer.

Insektenabwehr für die Reiseapotheke

Insektenstiche können nicht nur lästig und schmerzhaft, sondern auch gefährlich sein. Nehmen Sie unbedingt Mücken-Spray mit und - wenn Sie in Risikogebiete (Zika-Virus. Malaria, Gelbfieber, Dengle-Fieber) fahren - ein hochwirksames Anti-Moskitomittel mit dem Wirkstoff DEET mit. Gut ist auch eine Anti-Insekten Spray mit dem Wirkstoff Icaridin. Moskitomittel mit den ätherischen Ölen (Lavendel, Teebaum, Zitronhellengras) sind hilfreich, aber nicht so stark wie Mittel mit DEET. Es gibt auch Kleidungsstücke mit integriertem Mückenschutz wie Anti-Moskito-Socken, Hemden, Hosen und T-Shirts mit Insektenschutz und einen Anti-Insekten-Spray mit dem Sie Ihre Kleidung selbst imprägnieren können.

Mittel die das Fieber senken nicht vergessen

Fieber holen Sie sich im Urlaub sehr schnell: Die Klimaanlagen, Zugluft, eine schnelle Erkältung - und schon haben Sie ein Fieber, das Ihnen den Urlaub versaut. Da sollten Sie erprobte Mittel in Ihrer Reiseapotheke bei haben. Wie zum Beispiel: Grippostad C Hartkapseln. Oder IBU 400 Filmtabletten. Auch Dolormin Extra sei da erwähnt. Paracetamol hat sich bei Schwangeren und Kindern bewährt. Fiebersenkende Mittel sollten Sie streng nach den Vorschriften einsetzen und zwar dann, wenn das Fiber auf über 38.5 Grad steigt.

Kopfschmerzen sollen Ihnen den Urlaub nicht verderben

Die Rollläden runtergelassen, die Vorhänge zu, das Zimmer abgedunkelt - Sie werden von Kopfschmerzen geplagt. Möchten Sie so wertvolle Urlaubstage verbringen? Ganz bestimmt nicht. Also müssen schnell wirkend Kofschmerzmittel in die Reiseapotheke - möglichst ohne oder nur mit geringen Nebenwirkungen. Diese Kopfschmerzmittel enthalten meist den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS 100) oder Paracetamol. Sie können aber auch bewährte Hausmittel in Ihre Reiseapotheke packen, wie zum Beispiel Pfefferminzöl. Das wird dann mit kreisenden Bewegungen und leichtem Druck auf die Schläfen und die Stirn über der Nasenwurzel aufgetragen. Oft sind Antikopfschmerzmittel wie Aspirin plus oder ASS+C mit Vitaminen kombiniert.

Warum eine Reiseapotheke so wichtig ist? Weil Sie damit rechnen müssen, das es am Urlaubsort länger dauert, bis Sie Hilfe bekommen, weil im Ausland die medizinischen Mittel oft andere Namen und andere Dosierungen haben - oder das die nächste Apotheke oder der nächste Doktor sehr weit weg sind.