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Tropenurlaub: So bleiben Sie gesund

Tropenurlaub: So bleiben Sie gesund

© Marianne Mayer - Fotolia.com

Afrika, Karibik, Südostasien, Süd- und Mittelamerika - das sind Urlaubsträume, die sich immer mehr deutsche Urlauber erfüllen. Aber auch ein Urlaub am schönsten Strand, an den wunderbarsten Kulturstätten, ist nur dann schön, wenn wir die Urlaubstage gesund erleben - und uns auch keine Krankheiten holen, die erst zu hause ausbrechen. Und diese Gefahr ist groß. Wie Sie sich schützen können, was Sie beachten müssen.

In tropischen und subtropischen Ländern gibt es Krankheiten, die man wahrlich nicht gerne haben möchte. Sehr viele werden durch die Stiche oder Bisse von Insekten ausgelöst. Deshalb ist es enorm wichtig, einen starken Insektenschutz mitzunehmen. Verlassen Sie sich nicht auf Kaufmöglichkeiten vor Ort: Die Marken sind unbekannt, der versprochene Schutz oft ungewiss. Informieren Sie sich vorher, was Sie erwartet. Und vor allem: Nehmen Sie die notwendigen Impfungen wahr. Gute Info-Quelle: www.dtg.org

Krankheiten, mit denen Sie in den Tropen rechnen müssen

Amöbenruhr: Gefahr für die Leber

Eine Durchfallkrankheit, die meist durch verunreinigtes Trinkwasser verursacht wird. Sie kann aber auch durch verunreinigte Lebensmittel oder durch eine Schmierinfektion übertragen werden. Die Folgen: Bauchschmerzen, Schwächeanfälle, heftiger und teilweise blutiger Durchfall, Krämpfe, Fieber, die Leber kann geschädigt werden.

Es gibt keine Schutzimpfung, Sie können sich nur durch Vorbeugung schützen: Nur abgekochtes oder auf Flaschen abgefülltes und gereinigtes Wasser trinken, die Sie selbst öffnen. Keine Eiswürfel. Kein Obst, keine Salate und kein rohes Gemüse die mit Wasser abgewaschen worden sind. Waschen Sie sich mehrmals am Tag die Hände mit Seife, vor allem nach dem Benutzen von Toiletten. Händeschütteln vermeiden. Sie müssen unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Bilharziose: In den Tropen weit verbreitet

Eine üble Erkrankung, die in tropischen und subtropischen Ländern weit verbreitet ist. Besonders gefährlich das Baden in warmen und stehenden Gewässern, denn dort verbreiten sich die Erreger rasant. Sie dringen durch die Haut in das Lymphsystem und dann in den Kreislauf ein. Über die Blutgefässe gelangen sie in die Organe. Bilharziose-Erkrankungen sind lebensgefährlich. Bei früher Erkennung können sie aber gut und wirksam behandelt werden.

Es gibt keine Schutzimpfung, Sie müssen selbst vorbeugen: Auf keinen Fall in stehenden Gewässern baden oder gar daraus trinken. Trinken Sie nie aus Dorfbrunnen. Auch Waschen mit solchem Wasser ist gefährlich.

Ciguatera - Fischvergiftung: Auf Fisch verzichten

Eine Fischvergiftung in unseren Breiten ist zwar übel, aber sie verläuft harmlos. Anders bei einer Ciguatera die man sich vor allem in der Karibik, am Indischen Ozean und im Pazifik zwischen dem 35. nördlichen und dem 35. südlichen Breitengrad holen kann. Die Fische nehmen das Gift Ciguatoxin über die Nahrungskette auf, es kann äusserlich nicht erkannt werden. Es kommt zu Taubheitsgefühl und Brennen im Mund-Rachenbereich, Durchfall und starken Muskelkrämpfen.

Es gibt kein Gegengift und keine Therapie. Hilfreich sind stark harntreibende Mittel um das Gift aus dem Körper zu kriegen. Wenn die Erkrankung schnell erkannt wird - sofort den Magen auspumpen. Eine Vorbeugung ist praktisch unmöglich, weil giftige Fische nicht erkannt werden, und das Gift hitze- und kälteresistent ist. Einzige Möglichkeit: Keine Fische essen. Besonders gross ist die Gefahr nach Stürmen, der Algenblüte und einem Seebeben

Cholera: Durchfall und Erbrechen

Wenn Cholera nicht behandelt wird, dann ist sie in etwa 60% der Fälle tödlich. Sie wird durch mit Fäkalien verunreinigtes Wasser und Lebensmittel, durch Schmierinfektionen und durch Kontakt mit infizierten Menschen übertragen. Vor allem in Afrika, Südamerika und Südostasien kommt Cholera häufig vor. Die Bakterien wirken im Dünndarm, es kommt zu extremen Flüssigkeitsverlusten, die ohne Behandlung tödlich enden. Die ersten Symptome sind dünnflüssiger Durchfall und oft auch Erbrechen.

Sie können sich gegen Cholera impfen lassen. Besser aber ist eine gründliche Vorbeugung: Immer nur Mineralwasser in Flaschen kaufen, nie Leitungswasser trinken, sich damit auch nicht die Zähne putzen. Beim Duschen darauf achten, dass die Lippen nicht mit dem Wasser aus der Dusche in Berührung kommen. Keine Lebensmittel essen, die mit natürlichen Düngemitteln oder mit Wasser in Berührung gekommen sind.

Diphtherie: Unbedingt impfen lassen

Die Krankheit galt schon als besiegt, jetzt hat sie sich aber weltweit - vor allem in tropischen und subtropischen Ländern wieder stark ausgebreitet. Sie entsteht durch eine Ansteckung mit Bakterien, die sich in den Mund- Rachenschleimhäutenm ansiedeln, sich rasch vermehren und Gifte ausscheiden, die auch den Herzmuskeln, die Leber und die Nieren angreifen und beschädigen. Durch ein Anschwellen der Schleimhäute im Rachenraum kann die Luftröhre verschlossen werden, so dass nur ein Luftröhrenschnitt das Leben retten kann.

Die Ansteckung mit Diphtherie erfolgt durch Tröpfcheninfektion bei Husten, Niesen oder einer "feuchten Aussprache. Gegen Diphtherie gibt es eine wirkungsvolle Impfung, die dringend empfohlen wird. Sie muss aber alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Polio oder Kinderlähmung: In Asien und Afrika gefährlich

Bei uns so gut wie ausgerottet, stellt die Kinderlähmung aber in afrikanischen und asiatischen Ländern immer noch eine sehr grosse Gefahr dar (lassen Sie sich vom Impfarzt sagen, wo Sie gefährdet sind). Die Ansteckung erfolgt durch den Verzehr von Nahrungsmitteln oder Getränken, die durch Fäkalien verunreinigt sind.

Verzichten Sie in diesen Ländern auf Salat, Gemüse und Obst, das gewaschen wurde. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte müssen bei grosser Hitze gegart worden sein, nicht roh verzehren. Der einzig wirksame Schutz aber ist eine Impfung. Die Krankheit ist bei uns zwar als "Kinderlähmung" bekannt, kann aber jederzeit auch Erwachsene befallen.

Denguefieber: Keine Impfung vorhanden

Diese oftmals tödliche Erkrankung tritt in den ganzen Tropen (Südamerika, Afrika, Südostasien, Karibik) auf. Manchmal kommt es sogar zu einer Epidemie. Sie wird durch tagaktive Mücken übertragen, vor allem nach und in der Regenzeit ist die Gefahr gross. Diese besteht in Blutungen der inneren Organe, die zum Tode führen können.

Es gibt leider keine schützende Impfung gegen das Denguefieber. Was Ihnen wirklich hilft ist ein konsequenter Mückenschutz: Tragen Sie unbedingt eine helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt (keine Shorts, keine T-Shirts). Freie Hautstellen müssen regelmässig mit Mückenschutz behandelt werden. Bedenken Sie: Durch das ständige starke Schwitzen lässt der Mückenschutz rasch nach und muss deshalb regelmässig (etwa alle zwei bis drei Stunden) erneuert werden.

Salmonelleninfektion: Nur strikte Hygiene hilft

Das ist eine der häufigsten Erkrankungen auf Fernreisen. Sie tritt auf nach dem Genuss von verunreinigtem Trinkwasser und verseuchten Lebensmitteln. Die Bakterien befallen den Dünndarm, es kommt zu tagelangem Brechdurchfall mit der Gefahr von Austrocknung (vor allem bei Kleinkindern).

Gegen eine Salmonellen-Infektion gibt es keine Schutzimpfung. Zur Vorbeugung müssen Sie strikt folgende Hygiene-Regeln einhalten: Nach jedem Toilettengang unbedingt die Hände waschen. Nur Wasser aus geschlossenen Flaschen trinken. Fleisch, Geflügel und Fischen müssen unbedingt durchgebraten sein. Verzichten Sie auf Hackfleischgerichte. Auch rohe Eier oder Milch sind gefährlich. Tiefgefrorene Lebensmittel vor der Zubereitung unbedingt mit gereinigtem Wasser abspülen. Nur Obst und Gemüse essen, das geschält werden muss. Tomaten nur nach starkem Erhitzen essen.

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