Tanne und Fichte: Rezepte für Heilmittel

Tanne und Fichte: Rezepte für Heilmittel

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Wenn man in diesen Tagen hinaus in die Natur geht, dann sieht man überall an den Tannen und Fichten frische, helle Spitzen, die am äußersten Ende der Äste weithin leuchten. Im Volksmund nennt man sie liebevoll die Frühjahrs-Wipfel. Denn jetzt im Frühjahr beginnen sie zu wachsen und geben dem Nadelbaum ein „ junges Gesicht“. Diese Wipfel sind sozusagen die Anti Aging-Phase für die Nadelbäume im späten Frühjahr, voll mit großen Naturheilkräften. Das können Sie nutzen: Rezepte mit Tanne und Fichte.

Warum sind diese hellgrünen Zweig-Spitzen so interessant?

Die Mai-Wipfel sind die jungen Triebe der Fichten und Tannen. Im Mai beginnt für die Nadelbäume ein neuer Wachstumsschub. Der zeigt sich an den hellgrünen Trieben. Diese sogenannten Wipfeln enthalten wertvolle ätherische Öle, Harze, Tannine und sehr viel Vitamin C. Gemeinsam aufeinander abgestimmt haben diese Wirkstoffe eine  antiseptische Wirkung. Das heißt: Sie hemmen die Entwicklung von krankmachenden Bakterien.  Und sie fördern den Abtransport des Schleimes aus den Atemwegen. Daher kann man aus den Mai-Wipfeln wirksame Hausmittel gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit zubereiten, die man dann im Herbst und Winter wunderbar einsetzen kann. Daraus hat die Naturmedizin wertvolle Rezepte für Heilmittel entwickelt.
Es gibt ein klassische Rezept für einen Mai-Wipfel-Sirup, wie es unsere Großmütter und Urgroßmütter jedes Jahr vor dem Sommer als Heilmittel zubereitet haben . Sie werden sehen: Es ist gar nicht so schwer, dieses Hausmittel selbst zuzubereiten.   Zuerst muss man im Mai oder auch noch im Juni die zarten grünen Triebe von der Fichte oder der Tanne sammeln. Und da muss man sehr diszipliniert handeln. Bitte nicht gleich einen Ast komplett abernten. Besser da und dort einen Wipfel abbrechen. Und zwar entweder aus dem eigenen Garten oder sonst nur mit spezieller Erlaubnis des Försters aus einem Wald. Oder Sie fragen einen Nachbarn, der auf seinem Grundstück eine Tanne oder eine Fichte stehen hat.

Das Rezept für einen Wipfel-Sirup

Hier das genaue Rezept für den Wipfel-Sirup: Sie brauchen dazu 500 Gramm Fichtenwipfel oder Tannen-Wipfel und 1000 Gramm Rohrohrzucker. Füllen Sie in ein Einmachglas eine Schicht von den zarten Trieben, dann eine Schicht Zucker, und dann immer wieder eine Schicht Wipfel , eine Schicht Zucker und so weiter. Bis das Einmach-Glas voll ist. Jede Wipfel-Schicht sollte doppelt so hoch wie die Zuckerschicht sein. Die oberste Schicht sollte Zucker sein. Jetzt verschließt man das Glas mit einem Leinentuch und lässt es an einem sonnigen Fensterplatz zwei Wochen stehen. Die Nadeln der Wipfeln werden braun. Es setzt sich ein Sirup ab. Der wird abgefiltert und in kleine, dunkle Flaschen gefüllt. Der Wipfel-Sirup ist nun fertig und hält viele Monate bis weit in den Winter, wo er dann ja am meisten benötigt wird.

Rezept für einen Tee aus Fichte und Tanne

Ja, den kann man sich selbst zubereiten. Auch den Tee setzt man gegen Husten, Heiserkeit, gegen Erkältungen und zur Blutreinigung  ein. Und so wird er zubereitet: 2 Teelöffel frische oder schonend getrocknete Fichten- oder Tannen-Wipfel werden mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Durchseihen. Man trinkt den Tee lauwarm langsam in kleinen Schlucken. Man kann auch ganz wenig dunklen Waldhonig dazugeben.

Die beiden Rezepte – der Wipfel-Sirup und der Tee – sind uralt, haben keine Nebenwirkungen und bewähren sich aber heute nach wie vor und werden vor allem auf dem Land häufig angewendet. Da der Sirup nebenbei wirklich gut schmeckt, wird er häufig auch zum Süßen von Tee und nicht immer nur als Naturarznei verwendet. Vor allem Kinder mögen den Wipfel-Tee mit dem Wipfel-Sirup sehr. Und auch diese Kombination ist hilfreich bei Erkältungen.
Man kann aber auch schlicht und einfach kleine Zweige einer Tanne oder Fichte mit hellgrünen Mai-Wimpfeln in der Wohnung in eine Vase mit Wasser stecken und wie Blumen als Tischschmuck nutzen. Sie werden es genießen, wenn sich der Waldesduft im ganzen Raum verbreitet. Das tut in erster Linie den Atemwegen gut. Und bitte noch eines: Gehen Sie beim Pflücken von Mai-Wimpfeln bescheiden vor. Stören Sie nicht das biologische Gleichgewicht der Nadel-Bäume...