Starke Helfer gegen Stress: Stille und Grün

Starke Helfer gegen Stress: Stille und Grün

© Inga Nielsen - Fotolia.com

Vor mehr als 100 Jahren hat der bekannte deutsche Arzt Dr. Robert Koch voraus gesagt : „Eines Tages wird der Lärm der Feind Nummer eins für unsere Gesundheit sein!“ Er hat recht behalten. Heute ist es bereits soweit. Und noch immer wird das Problem nicht wirklich bekämpft. Im Gegenteil. Es wird ignoriert. Die alarmierende Situation: 70 Prozent aller Deutschen - das sind mehr als 55 Millionen Menschen - leiden unter Lärm. Damit ist Lärm zu einer der größten Umweltbedrohungen geworden.

 

Lärm-Schwerhörigkeit - die große Gefahr

Dazu ein paar Zahlen: Jährlich gibt es in Deutschland weit über 5 Millionen Starts und Landungen von Flugzeugen. 30 Millionen Autos sind unterwegs. Über 100 Millionen Radioapparate, Walkmen  und Stereo-Anlagen sind in Betrieb. Eine unüberschaubare Zahl von Haus- und Küchengeräten sowie Baumaschinen  stören den Alltag. Ganz zu schweigen von der Disco-Musik. 

All diese Lärmformen belasten die Gesundheit des Menschen. Sie sind Stress für den Organismus, machen krank. In erster Linie aber schädigt der Lärm unser Gehör. Bei Berufskrankheiten steht die Lärm-Schwerhörigkeit  mit 33 Prozent bereits an zweiter Stelle. Das Schlimmste an der Situation: Dauerhaft durch Lärm geschädigte Sinneszellen erholen sich nicht mehr.

Ruhe ist die beste Medizin

Was kann jeder von uns tun, um nicht eines Tages durch den Lärm, die Hektik unserer Zeit und durch Stress krank zu werden? Die Antwort ist ganz einfach: Wir müssen in unserem hektischen Alltag Inseln der Ruhe schaffen. Eines der besten natürlichen Arzneimittel ist die Stille. Wir brauchen sie, damit sich unsere Nerven regenerieren können, damit wir wieder seelische Kraft und geistige Vitalität tanken. Wo aber können wir diese Stille erleben? Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben eine Liste mit den wichtigsten Orten der Stille zusammengestellt.

Der Frühling ist ideal dafür: Wer Zeit hat, sollte allein ein bis zwei mal die Woche durch einen Wald gehen. Bäume schlucken den Schall der Umwelt. Im Wald hört man höchstens das Rauschen der Äste und Blätter. Ideal ist, wenn eine Stadt in nächster Nähe über weite Waldgebiete verfügt.

Wer bereits gefährdet ist, an einem sogenannten Burn out Syndrom zu erkranken, der sollte mehrere Tage Stille auf sich einwirken lassen. Die beste Lösung: Man macht Urlaub in einem Kloster. Das ist eine wunderbare Oase der Ruhe.

Wer zwei oder drei Wochen Ferien macht und dabei so oft wie möglich Stille genießen möchte, der sollte eine Reise zu einer Insel buchen. Deutschland verfügt über eine Reihe von stillen Inseln wie zum Beispiel Juist, Hiddensee oder Langeoog.

  • Auch an einem kleineren See kann man viele stille Stunden erleben.
  • Wer keine Chance hat, die Großstadt zu verlassen, der findet heilende Stille und wohltuende Ruhe in einem Museum, in einer Galerie oder in einer Bibliothek. 
  • Für viele Menschen ist es eine Wohltat, tagsüber für 15 bis 30 Minuten in einer Kirche zu sitzen.
  • Wer über ein Badezimmer verfügt, in das er sich ungestört und allein zurückziehen kann, der hat die Möglichkeit,  erholsame Stille in der Badewanne zu genießen, begleitet vom Duft beruhigender Kräuter. 

Die Farbe grün beruhigt uns

Interessant ist, was Forscher an der Universität von Amsterdam herausgefunden haben. Die Heilkraft der Stille wird durch die Farbe Grün verstärkt. Daher leiden Menschen, die einen Garten haben, die in der Nähe eines Parks wohnen oder die regelmäßig hinaus in die Natur gehen, weit weniger unter dem Lärm des Alltags. Sie sind gesünder als Menschen, die sich nicht so viel im Grünen aufhalten. Sie haben weniger Probleme mit Herz und Kreislauf sowie mit den Atemwegen und leiden weit weniger unter seelischen Störungen.

Stille und das Grün der Natur sind somit wunderbare Naturarzneien, die wir in der schönen Jahreszeit viel öfter nützen sollten und die nichts kosten.

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