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Sonnenbaden: Gesund dosieren

Sonnenbaden: Gesund dosieren

© Amelia Fox - Fotolia.com

Sonnenbaden, sich in der Sonne räkeln und die Wärme auf der Haut geniessen - das ist Sommerfeeling, da kommt Lebensfreude auf. Ob am Strand, auf dem Balkon oder im Freibad - nach einem langen Winter kann man von der Sonne nicht genug kriegen. Und Sie tun damit auch etwas für Ihre Gesundheit. Denn sich sonnen ist so gesund wie Sport treiben - wenn Sie sich an die Regel halten: Die richtige Dosis Sonne ist wichtig. Sonst kann es gefährlich werden. Gesund sonnenbaden - das geht so….

"Mit dem Sonnenbaden ist es ähnlich wie mit dem Weintrinken: alles eine Frage der Dosis", sagt der amerikanische Hautspezialist Prof. Michael Holick von der Universität Boston. "Die Zahl der Neuerkrankungen bei Brustkrebs und die Sterberate könnten um 35 bis 75 Prozent sinken, wenn sich die Menschen vermehrt draußen aufhalten würden", behauptet Holick. Nach seiner Darstellung kann vernünftig dosiertes Sonnenbaden sogar Krebs verhüten.

In den vergangenen Jahren ist das Geniessen der Sonne verteufelt worden. Kaum jemand traut sich noch ungeschützt in die Sonne. Das hat Folgen für die Gesundheit: "In der westlichen Welt herrscht ein weiterverbreiteter Mangel an Vitamin D", so der Professor. Wer stundenlang im Bikini in der Sonne braten will,  der schützt - falls er bei Verstand ist - seine Haut mit Creme, die einen hohen Lichtschutzfaktor haben. Aber: " "Sonnencreme mit dem Faktor 15 reduziert bereits die Vitamin-D-Produktion der Haut um 99,9 Prozent", erklärt Prof. Holick.

Unsere Ernährung deckt nur etwa zehn Prozent des täglichen Bedarfs an Vitamin D. Der Rest muss durch das Sonnenlicht in der Haut gebildet werden. Das ist nämlich enorm wichtig für einen gesunden Knochenaufbau, einen niedrigen Blutdruck, für körperliche und geistige Leistungen und für die Fliessgeschwindigkeit des Blutes. 

Da gibt es internationale Empfehlungen: Dreimal pro Woche zehn bis 15 Minuten direkte Sonneneinstrahlung auf die Haut genügen, um ausreichend Vitamin D zu bilden. Sie brauchen auch nicht den gesamten Körper den UV-Strahlen auszusetzen: Gesicht, Hände und Arme genügen. Wenn Sie also bei sonnigem Wetter dreimal eine halbe Stunde radfahren oder einen anderen Sport treiben - dann haben sie bereits genügend Sonne für die Vitamin D-Bildung getankt.

Wenn Sie sich nun länger sonnen wollen, dann brauchen Sie Hautschutzmittel. Aber: Konventionelle Sonnenschutzmittel schützen vor allem gegen die UVB-Strahlen, die einen Sonnenbrand hervorrufen. Sie verhindern jedoch nicht das dann viel zu lange Eindringen von UVA-Strahlen in die Haut. Und die sind ebenfalls krebserregend. Also ist die richtige Dosierung beim Sonnenbaden enorm wichtig.

Der beste Schutz gegen eine zu hohe Dosierung von Sonnenstrahlen ist die Gewöhnung der Haut durch kurze Sonnenbäder. Das Liegen im Schatten schützt zwar vor Wärme. aber nicht vor den gefährlichen UV-Strahlen. Noch 50 bis 90 Prozent der UV-Strahlung gelangen auch in den Schatten. UVA-Strahlen durchdringen sogar Fensterscheiben, etwa im Auto. Der beste Schutz ist eine UV-geprüfte Bekleidung. Sie bietet einen Lichtschutz bis zum 80 Prozent. Und die unbekleideten Hautstellen können trotzdem Vitamin D produzieren. 

Tipps für den Sonnenschutz

  • Die Sonne in den Mittagsstunden meiden.
  • Sonnenschutzmittel sollten erst am Ende in der Reihe der Schutzmaßnahmen stehen. Wenn Sie welche anwenden: Tragen Sie die Mittel bereits eine Viertelstunde vor der Sonneneinwirkung auf
  • Achten Sie darauf, dass das Mittel sowohl gegen UVA als auch gegen UVB schützt!
  • Regelmäßiges Nachcremen ist wichtig, denn durch Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen der Haut geht der Schutz verloren
  • Halten Sie sich bevorzugt im Schatten auf. Dort bekommen Sie immer noch genügend UV-Strahlen ab
  • Nach dem Sonnenbad: Duschen und die Haut mit einer Feuchtigkeit spendenden Lotion eincremen
  • Kleidungsstücke und Kopfbedeckungen schützen besser als jedes Sonnenschutzmittel

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