Schwitzen in der Sauna: So gesund ist ein Saunabesuch

Schwitzen in der Sauna: So gesund ist ein Saunabesuch

© thomaswanhoff

Schwitzen in der Sauna: Ist es mehr eine gesellige Zusammenkunft, oder hat sie gesundheitlichen Nutzen? Da gibt es eine eindeutige Antwort: Das gezielte Schwitzen in der Sauna ist eine gesunde Sache. Vor allem in der kalten Jahreszeit stärken wir dadurch unser Immunsystem, entschlacken den Körper und härten uns gegen Erkältungen ab.

Wenn es draußen kalt ist, dann sehnen wir uns nach behaglicher Wärme, nach einer warmen Stube. Und eine ganz besonders warme Stube stellt - die Sauna dar. Sie gilt bei Millionen Menschen als Ort der wohligen Entspannung und angenehmen Behaglichkeit. Saunieren ist vor allem in den Wintermonaten zu einem beliebten Freizeit-Vergnügen geworden. Doch die Sauna kann mehr: Sie leistet sehr oft auch einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit. Sie ist auf ihre Weise eine wertvolle Natur-Therapie. Man kann vorbeugend die Immunkraft stärken und kann eine Reihe von Befindlichkeitsstörungen, Alltagsbeschwerden und Erkrankungen positiv beeinflussen. Aber: Wie sauniere ich richtig? Und: Was muss ich alles beachten, wenn ich die Sauna gezielt für meine Gesundheit nützen will?

Seit wann gibt es die Sauna ?

Das klassische Sauna-Land ist Finnland. Hier spielt die Sauna bereits seit dem Mittelalter eine bedeutende familiäre und gesellschaftliche Rolle. Allerdings gab es auch schon vorher in Asien die Sauna. Wandernde Völker brachten dann den Brauch des gesunden Schwitzens nach Nordeuropa. Hier gab es auch die besten Voraussetzungen für die Sauna: Holz aus den weiten Wäldern Finnlands, das man verbrannte, um die Sauna-Steine zu erhitzen. Verständlich, dass die Menschen im kalten Norden das Saunieren als besonders angenehm empfanden.

Die ersten Aufzeichnungen über die Sauna gibt es aus dem Jahr 1411 in Finnland. Daraus geht hervor, dass es in vielen Pfarrhäusern und Herrenhäusern eine Sauna gab. Aus dem Jahr 1650 gibt es dann die erste genaue Niederschrift, wie so eine Sauna damals ausgesehen hat. Damals hat man sich in dem Raum,der damals bereits rundum aus Holzwänden bestand, nicht nur aufgehalten, um sich aufzuwärmen und zu entspannen. Die Sauna war ein Vielzweck-Raum. Man hat dort Fleisch geräuchert, Flachs getrocknet und kranke Familienmitglieder verarztet. Vor allem hat man ihnen heiße Kompressen aufgelegt. Man hat sich in der Sauna nach einem arbeitsreichen Tag massieren lassen. Und die finnischen Frauen, die Mutterfreuden entgegensahen, haben sich in die Sauna zurückgezogen, um dort ihr Kind zur Welt zu bringen. Ärzte fanden nämlich heraus, dass das Sauna-Klima das Neugeborene und die Mutter vor Krankheiten schützte. Man darf nicht vergessen: Durch die hohen Temperaturen in der Sauna,die bis zu 100 Grad Celsius betragen, entsteht ein Klima, das von vielen Krankheitserregern gereinigt ist. Deshalb kann man sich in einer öffentlichen Sauna kaum eine Infektion holen.

Die Urform der Sauna war ein mit Holz ausgestattetes Erdloch. Heute versteht man unter einer klassischen, finnischen Sauna ein aus Holz gebautes, kleines Blockhaus, meist am Ufer eines Sees. Von dem Haus führt direkt ein Steg ins Wasser, in dem man sich nach dem Sauna-Gang abkühlen kann. In dem Inneraum des Hauses steht ein Sauna-Ofen, dessen Steine Wärme, besser gesagt Hitze abgeben, die die Durchblutung anregt und uns zum Schwitzen bringt. Damit die Luftfeuchtigkeit in diesem Raum konstant gehalten werden kann, was für den Kreislauf wichtig ist, werden Aufgüsse auf die heißen Steine vorgenommen. Meist werden dem Wasser, das man aufgießt, wohlriechende ätherische Öle von Kräutern beigemengt.

Die erste Sauna in Deutschland gab es im Jahr 1932 in Berlin. Eine Familie hatte die Idee aus Finnland mitgebracht. Und im Jahr 1936 wurde spezielle für die finnischen Teilnehmer der Olympischen Spiele in Döberitz bei Berlin eine Sauna errichtet. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden dann in vielen großen deutschen Städten öffentliche Saunabäder. Aber auch Privatleute bauten sich bereits ihre eigene Sauna.

In unseren Gegenden geht man in eine öffentliche Sauna. Oder man hat im eigenen Haus oder in der Wohnung in einem Raum eine Sauna-Kabine untergebracht. Dazu ist notwendig, dass sich gleich anschliessend ein Dusch- und Erholungsraum befindet. Es gibt - speziell für begabte Heimwerker - bereits sehr preisgünstige Sauna-Bauteile in Baumärkten zu kaufen. Oder man lässt sich die Sauna von einem Tischler installieren.

So Saunieren Sie richtig

Ein Aufenthalt in der Sauna tut sowohl dem Organismus als auch der Seele gut. Die angenehme Wärme, die den ganzen Körper wohlig durchflutet hilft uns, Giftstoffe und Stoffwechselschlacken rascher wieder loszuwerden. Diese Wärme hilft uns aber auch, ganz schnell aus dem Alltags-Streß auszusteigen und uns geistige Erholung zu vermitteln.

Folgende ätherischen Öle sind in der Sauna besonders sinnvoll: Eukalyptus, Tannennadelöl, Fichtennadelöl, Pflaumenöl, Pfefferminzeöl, Latschenkieferöl, Apfelschalenextrakt, Lavendelöl.

Wer die Wärme der Sauna in vielfacher Hinsicht fürs Wohlfühlen und für die Gesundheit nützen möchte, der muss wissen wie man richtig sauniert:

  • Beachten Sie immer: Saunieren und Eile passen nicht zueinander. Wer unter Zeitdruck in die Sauna geht, kann sich nicht erholen. Also: Reservieren Sie sich Zeit für einen Saunagang.
  • Nehmen Sie in die Sauna ausschließlich ein Badetuch mit. Schmuckstücke und andere Metallgegenstände sollten draußen bleiben. Sie werden brennheiß. Verzichten Sie auch auf die Brille. Die Gläser sind sofort mit Dunst beschlagen und stören. Kontaktlinsen hingegen sind kein Hindernis.
  • Make-up muss entfernt werden, damit die Hautatmung nicht gestört ist.
  • Es ist nicht gut, hungrig in die Sauna zu gehen. Ebenso ist es der Gesundheit nicht zuträglich, wenn man knapp davor viel gegessen hat.
  • Genießen Sie nicht mehr als 3 Saunagänge.
  • Meiden Sie in der Sauna Temperaturen über 100 Grad Celsius. Die große Hitze schadet der Haut und den Haaren.
  • Machen Sie niemals Aufgüsse mit alkoholischen Getränken. Trinken Sie aber auch niemals Alkohol während des Saunaganges. Das ist gefährlich für den Kreislauf.
  • Gehen Sie, wenn Sie direkt aus der Sauna kommen, nicht sofort zum Schwimmen. Das ist für den Organismus zu anstrengend. Also: Man sollte im Wasser nur untertauchen und sich abkühlen.
  • Wir verlieren beim Saunieren ein bis zwei Liter Körperflüssigkeit über die Hautporen. Diese Flüssigkeit muss so rasch wie möglich wieder nachgeliefert werden. Die beste Möglichkeit: Trinken Sie stilles Mineralwasser oder Fruchtsäfte, 50 zu 50 mit Wasser verdünnt.
  • Sie sollten an den Füßen Badesandalen tragen. Dadurch bleiben die Fußsohlen warm und die Zehen sind zum Beispiel in der öffentlichen Sauna besser vor einer Übertragung von Fußpilz geschützt.

Der Saunagang: Eine Anleitung

  • Vor dem ersten Saunagang sollte man gründlich duschen. Damit wird der Körper vorerst einmal gereinigt und von etwaigem Alltags-Schweiß befreit. Nach dem Duschen gut abtrocknen,damit das nachfolgende Schwitzen in der Sauna nicht beeinträchtigt wird. Auf der noch feuchten Haut würde sonst im Sauna-Raum durch die Hitze vorzeitig Verdunstungs-Kälte durch das Duschwasser entstehen. Das Schwitzen würde dadurch erst viel später beginnen.
  • Wenn Sie schnell zum Schwitzen kommen wollen, dann ist es sinnvoll, den ganzen Körper vor Betreten der Sauna mit einer trockenen Bürste zu massieren. Denselben Effekt erzielen Sie mit einem heißen Fußbad.
  • Wenn Sie den Saunaraum betreten, dann breiten Sie auf der mittleren oder auf der höchsten Bank Ihr Badetuch auf und legen sich darauf. Schließen Sie die Augen und entspannen Sie sich vollkommen.
  • Die erste Aufheizphase des Körpers sollte zwischen 8 bis höchsten 15 Minuten dauern. Wobei immer als wichtigste Grundregel gilt: Die Sauna wirkt auf den Organismus solange positiv, solange man sich wohlfühlt. Wenn dieses Wohlfühl-Gefühl umschlägt, muss man sofort den Saunaraum verlassen.
  • Nach dem ersten Saunieren sollten Sie kalt oder kühl duschen, abtrocknen und dann ein Luftbad nehmen.
  • Danach kommt der zweite Sauna-Gang, wieder 10 bis 15 Minuten lang. Anschließend kalt oder kühl duschen, gut abtrocknen und ruhen. Viele lieben es, sich jetzt massieren zu lassen.

Grundsätzlich ist zu sagen: Wer noch niemals in der Sauna war und zum Sauna-Geher werden will, der sollte sich zuerst vom Arzt untersuchen lassen.

So gesund ist die Sauna

Immer wieder stellen sich viele Sauna-Fans die Frage: Kann die Sauna, die für mich ein Stück Lebensqualität und Wohlbefinden darstellt, tatsächlich auch eine Naturarznei sein? Kann man damit Erkrankungen verhindern und erfolgreich behandeln ? Dazu gibt es heute bereits eine Reihe von ärztlichen Erfahrungen:

  • In Erkältungszeiten ist es sinnvoll, regelmäßig die Sauna zu besuchen. Dabei wird der Organismus abgehärtet und kann nicht so leicht von einer Infektion heimgesucht werden. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Erkältung im allerersten Stadium mit einem Saunabesuch zu stoppen. Aber Vorsicht: Wenn man bereits erkältet ist, vielleicht sogar Fieber hat, dann ist vom Saunabesuch abzuraten. Das kann zur Verschlechterung der Erkrankung beitragen.
  • Wer an Rückenverspannungen und Rückenschmerzen leidet, der sollte sich die meiste Zeit in der Sauna auf den Bauch legen. Dann strahlt die Hitze von der Saunadecke direkt auf den Rücken ab. Und dort kommt es dann sehr rasch zu einer entspannenden Wirkung auf die Rückenmuskel und auf die Seele. Man sollte allerdings nicht die ganze Zeit in der Sauna liegen, sondern sollte sich zwischendurch auch immer wieder aufsetzen. Das ist wichtig für den Kreislauf.
  • Wer an Akne leidet, sollte regelmäßige Saunabesuche einplanen. Die Hitze öffnet weit die Hautporen,die von Talg verstopft sind. Und das ist für den Heilungsprozess wichtig.
  • Rheumatische Beschwerden können in der Sauna erheblich gelindert werden. Wirbelsäuleprobleme bekommt man bei regelmäßgen Besuchen in der Sauna schneller und besser in den Griff.
  • Gelenksverletzungen, Verstauchungen und Prellungen heilen schneller.
  • Durchblutungsstörungen können verbessert werden, ausgenommen Venenleiden. Mit Erkrankungen der Venen darf man nicht in die Sauna.
  • Die Sauna-Hitze wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus.
  • Es gibt spezielle Arten von Bluthochdruck, die durch regelmäßiges Saunieren erfolgreich bekämpft werden können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber,der die Ursache Ihres Bluthochdrucks kennt. Es ist auch ganz logisch, warum die Sauna für viele Bluthochdruck Patienten gut ist. Durch die Hitze werden die arteriellen Blutgefäße stark erweitert. Und dadurch sinkt der Blutdruck.
  • Nervosität und Streß kann man mit einem Saunabesuch hervorragend abbauen.
  • Viele Asthmakranke vertragen die trockene Saunaluft erstaunlich gut und bleiben bei regelmäßigen Sauna-Besuchen meistens vor weiteren,starken Anfällen verschont.
  • Ein weiterer Vorteil des Saunieren ist die positive Wirkung auf Schlafstörungen, die durch Streß, Nervosität und Ruhelosigkeit ausgelöst werden. Die wohlige Erschöpfung nach dem Schwitzen fördert das schnellere Einschlafen und das feste Durch-schlafen. Wer abends in die Sauna geht und nachher einschläft, fühlt sich am nächsten Morgen besonders ausgeruht und frisch.

Der Wärmereiz, der durch die Wärmestrahlung vom Saunaofen,von den Steinen und von den Holzwänden entsteht, hat auf den gesamten Menschen einen positiven Einfluss. Die Wärme gelangt in erster Linie durch die Haut in den Körper. Auch die Schleimhäute der Atemwege werden aufgeheizt. Die gesamte Körpertemperatur steigt um 1 bis 3 Grad Celsius. Dadurch entsteht ein künstliches Heilfieber. Sämtliche Stoffwechselvorgänge werden gesteigert. Der Kreislauf wird angekurbelt. Die natürlichen Abwehrkräfte werden gestärkt.

Wer darf nicht in die Sauna gehen ?

Schwangere Frauen, Kinder und auch Senioren können die Wärme der Sauna genießen. Es ist sicher sinnvoll, vorher mit dem Arzt darüber zu sprechen. Dasselbe gilt für Diabetiker, depressive Menschen und Patienten mit Bluthochdruck. Diabetiker sollten sich nie zu lange der Hitze aussetzen, weil dabei der Blutzuckerspiegel dramatisch sinken kann. Ganz besonders gefährlich kann das beim ersten Saunagang sein.

Bei folgenden Krankheiten allerdings darf man auf keinen Fall eine Sauna besuchen: bei akuten und fieberhaften Erkrankungen, bei nicht auskurierten Leiden an Herz und Kreislauf, bei Entzündungen an inneren Organen und an Blutgefäßen, bei einem nicht ausgeheilten Lungenleiden, bei Epislepsie oder epilepsie-ähnlichen Anfällen, bei Leber- und Nieren-Erkrankungen, bei erhöhtem Augendruck, bei schweren neurovegetativen Störungen, bei Durchblutungsstörungen im Kopfbereich und bei Venen-Erkrankungen, ganz besonders bei Krampfadern und bei einer Venen-Entzündung. Alle anderen können, ja sollten sogar, jetzt mitten im Winter die wohltuende und heilende Wärme der Sauna nützen: Denn die Sauna leistet einen wertvollen Beitrag für unser Wohlbefinden, für eine bessere Leistungsfähigkeit und für unsere Gesundheit.

Wer abnehmen möchte und gerade eine strenge Diät macht, also viel hungert, der darf auf keinen Fall in die Sauna gehen. Der Flüssigkeitsentzug beim Schwitzen schwächt den Stoffwechsel. Es kann zu Atemnot und schweren Kreislaufstörungen kommen.

Mancher tankt Sonne im Solarium und Wärme in der Sauna. Aber Vorsicht: Immer erst nach dem Solarium saunieren. Niemals vor dem Solarium saunieren. Da gibt es oft einen Sonnenbrand, weil die stark durchblutete Haut nach der Sauna ist besonders lichtempfindlich ist .

Wenn Sie an kalten Tagen Zuflucht in der Sauna suchen, dann dürfen Sie nicht vergessen: Sie schwitzen etwa 2 Liter Flüssigkeit aus und müssen nach dem Saunieren ebensoviel Wasser nachtrinken. Sonst kann es zu Kreislaufproblemen kommen.

Man sollte unmittelbar nach der Sauna kein Auto lenken. Warten Sie eine Stunde. Eine Studie des österreichischen Autofahrerclubs ÖAMTC hat hat ergeben: Durch die Entspannung beim Saunieren ist die Reaktionsfähigkeit hinter dem Steuer herabgesetzt.