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Schwimmen im Urlaub: Freude und Gefahren

Schwimmen im Urlaub: Freude und Gefahren

© Kzenon - Fotolia.com

Es ist ein Heidenspaß, tut Wunder für unsere Gesundheit, macht uns fit und fröhlich - das Schwimmen. Aber es birgt auch Gefahren, ist gefährlich und kann zu schweren Infektionen führen. Worauf Sie beim schönsten Sommerspaß unbedingt achten müssen, was beim Schwimmen wichtig ist.

 

Schwimmen ist eine natürliche Therapie

Viele Erwachsene, Jugendliche und Kinder empfinden das Schwimmen im Urlaub als beste Form der körperlichen Bewegung, weil es erholsam ist, weil es Spaß macht und weil es unter anderem für viele einfach zu den Ferien am Meer dazu gehört. Schwimmen sollte aber mehr für uns bedeuten. Dieser Freizeitsport ist eine faszinierende, natürliche Therapie für unsere Gesundheit. Wir können damit dem Körper viel Gutes tun.

  • Allein, wenn wir ins Wasser steigen und die ersten Schwimmbewegungen machen, fördert der Kältereiz reflektorisch die Blutzirkulation in den äußeren Gefäßen. Das ist ein ideales Gefäß-Training.
  • Die gleichmäßigen Bewegungen beim Schwimmen - besonders in temperiertem Wasser - bringen eine optimale Allgemein-Entspannung.
  • Durch den Auftrieb des Wassers werden die Gelenke und Bänder entlastet.

Schwimmen trainiert den Kreislauf

Schwimmen ist aus der Warte der Sportmedizin ein wunderbares Training für den gesamten Kreislauf. Ideal wirkt sich dieser Freizeitsport auf die Atmung aus, und damit auf die Funktion der Lunge. Der natürliche Wasserdruck vertieft die Phase des Ausatmens und des Einatmens. Die Atem-Muskulatur wird allgemein gestärkt, das Fassungsvermögen der Lungen für Sauerstoff vergrößert. Durch die Muskelarbeit beim Schwimmen wird der Sauerstoffverbrauch des Organismus gesteigert. Bei der Bewegung im Wasser nimmt der Mensch aber auch mehr Sauerstoff auf, als er sonst außerhalb des Wassers konsumieren kann. Daher kann Schwimmen bis zu einem gewissen Grad dem vorzeitigen Altern der Körperzellen entgegenwirken.

Zusätzlich bringt das Schwimmen auch einen großen psychischen Vorteil. Es hebt nachweislich die Laune des Menschen. Es entspannt, schafft innere Freude und ist ein ideales Mittel, um rasch aus belastenden Stress-Situationen herauszufinden.

Eine Stunde am Tag

Wichtig für die Nutzung der gesundheitlichen Vorteile: Machen Sie langsame und bewusste Schwimmtempi. Schwimmen Sie möglichst oft auf dem Rücken. Damit wird die Wirbelsäule hervorragend entlastet. Und es ist eine Wohltat für die strapazierten Bandscheiben. Übertreiben Sie nicht mit diesem Freizeitsport. Ideal: Schwimmen Sie im Urlaub täglich eine Stunde. Ruhen Sie sich danach aus.

Eines aber sollten Sie vergessen, wenn Sie im Urlaub schlank werden wollen : Schwimmen ist nicht der geeignete Freizeitsport, bei dem man gut abspecken kann. Viele Mediziner haben bereits nachgewiesen: Mit dem Schwimmen nimmt man nicht ab, weil man danach besonders hungrig wird und die abgebauten Kalorien schnell wieder aufgetankt hat.

Kein Kopfsprung in unbekannte Gewässer

Man möchte im Urlaub in einem See, im Meer oder in einem Fluss schwimmen. Man muss in einem fremden Gewässer aber vorsichtig sein. Alle Jahre kommt es in der schönen Jahreszeit zu vielen Unfällen mit Verletzten und Toten. Denn speziell das Wasser kann zur Gesundheits-Fall werden. Man muss Einiges beachten, um Gefahren aus dem Weg zu gehen, um Unfälle zu vermeiden.

  • Gehen Sie niemals unmittelbar nach einer Mahlzeit ins Wasser. Warten Sie eine Stunde lang. Durch den Verdauungsvorgang wird Blut in den Bauchraum geholt. Durch den Einfluss von kaltem Wasser auf den Bauch kann es zu Erbrechen, Schwindel und Ohnmacht kommen.
  • Überschätzen Sie niemals Ihre Kräfte: Schwimmen Sie niemals zu weit ins Meer oder in einen See hinaus.
  • Bleiben Sie niemals zu lange in kaltem Wasser. Das kann durch die Unterkühlung beim Schwimmen zu Muskel-,vor allem zu Wadenkrämpfen führen.
  • Wenn Sie das Gewässer, in dem Sie schwimmen möchten, nicht kennen, tauchen Sie niemals mit einem Kopfsprung ein. In Teichen, Tümpeln, Seen und Flüssen kann es zu schlimmen Unfällen kommen, wenn man auf Holz, Beton oder Eisen prallt. Es kann zu schweren Verletzungen der Halswirbelsäule, zu Quetschungen des Rückenmarks, zu Lähmungen und zu tödlichen Unfällen kommen.
  • Vorsicht: Wenn Sie mit den Füßen voraus ins Wasser springen kann durch einen Überdruck im Rachenraum das Trommelfell reißen. Zur Vorbeugung sollte man die Ohrgänge mit Watte verschließen, die man zuvor in Öl tränkt. Die Badehaube allein genügt nicht.
  • Wenn der Körper durch die Sonne extrem aufgeheizt ist, kann das bei einem Sprung ins kalte Wasser mit einem Herztod enden.
  • Zum Thema Tauchen: Wer einmal in seinem Leben an einer Mittelohrentzündung erkrankt war, der hat vermutlich Löcher im Trommelfell. Beim Tauchen kann das zu lebensgefährlichen Störungen des Gleichgewichts führen.
  • Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen an der Universität Wien, Abteilung für medizinische Parasitologie, darf man mit einem Schnupfen oder einer anderen Erkältung nicht in trüben, unreinen Gewässern schwimmen. Wenn sich darin Limax-Amöben befinden, gelangen diese Parasiten durch die Nase und Riechnerven ins Gehirn und können eine Gehirnhautentzündung auslösen.
  • Achten Sie darauf, dass in den Ohren kein Wasser zurückbleibt. Es kann dadurch zu einer Entzündung des äußeren Ohrganges kommen, wenn das Wasser nicht sauber war. Man spricht dann von einer Bade-Otitis. Sie tritt oft bei Kindern auf.
  • Egal, ob in den Tropen oder in unseren Gewässern: Meiden Sie Seen und Teiche, die stark mit Wasserpflanzen bewachsen sind. Hier ist die Gefahr für einer Bade-Dermatitis sehr groß. Durch den Kot von Enten und Gänsen gelangen Eier ins Wasser, aus denen Larven schlüpfen, die zuerst zu Schnecken werden. Daraus entwickeln sich Saugwürmer mit dem Namen Zerkarien. Sie bohren sich in die Haut des Menschen, verursachen zuerst unangenehmen Juckreiz, danach eine heftige Infektion in Form eines Ausschlages. Sonnenöle können einen gewissen Schutz davor bieten.

Hygiene ist ganz wichtig

Viele glauben, den gefürchteten Reisedurchfall kann man ausschließlich durch leichtfertiges Essen und Trinken in exotischen Ländern bekommen. Man weiß heute: Allein durch den Kontakt mit verseuchtem Wasser kann man schlimme Durchfälle bekommen, da minimale Spuren des Wassers beim Schwimmen immer wieder durch den Mund in den Körper gelangen. Verschmutztes Wasser führt aber auch oft zu Hauterkrankungen und zu Wurmerkrankungen.

Wie kann man sich nun vor derart unliebsamen Urlaubsüberraschungen schützen? Ganz einfach: Sie müssen sich vor einer Reise genau bei Hygiene- und Tropen-Instituten, bei seriösen Tourismus-Organisationen und Autofahrer-Clubs erkundigen, wo das Wasser, wo Strände und Buchten empfehlenswert sind. In jedem Fall sollte man Badeorte bevorzugen, deren Küsten und Strände saniert sind. Lassen Sie sich nicht von traumhaften Urlaubsfotos in Prospekten verleiten.

Achten Sie aber auch selbst vor Ort auf Ihre Gesundheit: Gehen Sie nach dem Schwimmen im Meer unter die Dusche. Wechseln Sie nasse Badekleidung. Meiden Sie Buchten und Strände, die von streunenden Hunden bevölkert sind. Meiden Sie Gewässer mit sichtbarem Schmutz, auch wenn Einheimische dort baden. Schlucken Sie beim Schwimmen kein Wasser. Kinder sollten mit Sand am Strand nicht den Mund berühren. Und: Gehen Sie Quallen aus dem Weg. Diese können Gifte in die Haut injizieren. Das kann zu Verätzungen und Nervenstörungen führen.

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