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Schwarzwurzel: Rezepte gegen Umweltgifte

Schwarzwurzel: Rezepte gegen Umweltgifte

© Inga Nielsen - Fotolia.com

Sie sind pechschwarz, machen in der Küche viel Arbeit und schmutzige Hände. Es sind die Schwarzwurzeln, ein typisches Wintergemüse, von vielen ungeliebt. Daher ein Gemüse, das nicht übermäßig gekauft wird. Das ist schlecht. Wir sollten sie viel öfter in den Speiseplan einbauen. Die Schwarzwurzeln bringen so viele Vorteile für unsere Gesundheit. Und es gibt dazu neue Erkenntnisse.

Der Spargel der Armen

Schwarzwurzeln waren in vergangenen Zeiten ein Arme-Leute-Essen. Man nannte sie auch den Spargel der Armen. Vermutlich haben sich auch aus diesem Grund viele von diesem wertvollen Gemüse distanziert.

Was macht die Schwarzwurzel so wertvoll? Sie ist ein sehr kalorienarmes Gemüse. Ideal fürs Schlankbleiben und Schlankwerden. 100 Gramm haben nur 16 Kalorien.

  • Sie liefert viele Ballaststoffe,  ist also gut für die Verdauung.
  • Sie enthält wenig Vitamine, einzig und allein das Vitamin B 1, das  unsere Nerven stärkt.
  • Die Schwarzwurzel enthält aber dafür viele Mineralstoffe und Spurenelemente: 
    Magnesium für Herz und Kreislauf, Kalium für die Verdauung und die Muskel, Eisen fürs Blut,  Kupfer für  unsere Gehirnarbeit, Mangan für unsere Leber.

Schwarzwurzel als Naturrznei

Man kann mit Schwarzwurzel-Essen gegen eine Reihe von Beschwerden im Alltag vorgehen. Man kann sie als kulinarische Naturarznei einsetzen. Da gibt es viele Möglichkeiten:

  • Wer zum Beispiel Innereien verzehrt, die ja viele Purine enthalten, die wiederum die Gicht fördern, der sollte Schwarzwurzeln dazu zu essen. Weil das Mangan in der Schwarzwurzel  den  raschen Abbau der Purine in die Wege leitet.
  • Aber auch die Entgiftungsarbeit der Leber wird kräftig unterstützt.
  • Die Bildung der roten Blutkörperchen wird  aktiviert. Wenn man vollreifeTomaten dazu konsumiert, die viel Folsäure enthalten, kann man das noch verstärken.
  • Schwarzwurzeln enthalten viel Kupfer und wirken damit der Osteoporose - der gefürchteten Knochenentkalkung - entgegen. Wichtig: Wenn jemand regelmäßig Medikamente einnehmen muss, so kann dadurch ein Kupfermangel im Körper entstehen. Dem kann man durch regelmäßiges Essen von Schwarzwurzeln entgegenwirken. Frauen in den Wechseljahren, die ja fast immer mit Osteoporose-Problemen konfrontiert sind, sollten regelmäßig Schwarzwurzeln in ihren Speiseplan einbauen.

Wer reichlich Schwarzwurzeln isst, der kann damit bis zu einem gewissen Grad verhindern, dass Umweltgifte wie zum Beispiel Blei vom Körper aufgenommen werden. Das ist wichtig für Menschen, die viel im Straßenverkehr zu tun haben. Zum Beispiel: LKW-Fahrer.

  • Schwarzwurzeln vertreiben Müdigkeit, geben schnell neue Vitaliät.
  • Der weiße, milchige Saft in den Schwarzwurzeln wirkt beruhigend. Daher nennt man die Schwarzwurzel auch ein Anti-Stress-Gemüse. Vor allem als Abendessen bringen die Schwarzwurzeln Beruhigung und Entspannung sowie einen guten Schlaf.
  • Schwarzwurzeln fördern die Wundheilung. Das ist auf den Wirkstoff  Allantoin zurückzuführen, der in der Naturmedizin heute auch in vielem Salben mit verarbeitet wird.
  • Sehr interessant ist auch, dass Schwarzwurzeln  unsere Gehirnarbeit aktivieren, die Konzentration steigern. Ideal für Kinder, wenn sie besonders viel zu lernen haben. Und für ältere Menschen, die vergesslich werden. Daher hat man die Schwarzwurzel schon im Mittelalter als Jungbrunnen für reifere Jahrgänge   bezeichnet.

Schwarzwurzel für Senioren

Dazu gibt es medizinische Beobachtungen, Studien und neue Erkenntnisse: Ärzte an der Universität Paris haben in 20 Altenheimen Studien durchgeführt und jene Senioren beobachtet, die regelmäßig Schwarzwurzeln gegessen haben. Sie waren nach einem Jahr jenen, die auf dieses Gemüse verzichtet haben, geistig und körperlich in ihrer Fitness weit voraus. Seither werden Schwarzwurzeln in vielen Seniorenheimen im Winter ein bis zwei Mal die Woche auf den Speiseplan gesetzt.

Was muss man beim Kaufen und Zubereiten von Schwarzwurzeln beachten?

Die Wurzeln sollten gleichmäßig dick sein. Dadurch vermeidet man einen unterschiedlichen Biss. Die Wurzeln sind  außen schwarz und voll mit Erde. Aber, wenn man sie zum Kochen vorbereitet hat, dann sehen sie sehr appetitlich weiss aus. Die Verarbeitung ist etwas mühsam. Zuerst bürstet man die Wurzeln sauber. Dann werden  die Blatt- und Wurzelansätze  abgeschnitten und die Wurzeln mit einem Kartoffelmesser geschält. Man sollte unbedingt dabei Gummi-Handschuhe tragen, weil die weiße, milchähnliche Substanz, welche die Wurzeln absondern, die Hände verfärbt. Die Flecken kriegt man schwer von der Haut ab. Die Schwarzwurzeln bleiben nur dann so schön weiß, wenn man sie in Essig- oder Zitronenwasser legt.  Man kann die Schwarzwurzeln auch mit der Schale  25 bis 30 Minuten kochen. Dann lassen sie sich besonders gut schälen. Man muss sie allerdings zuvor gut waschen.

Wenn die Wurzeln bereits geschält sind, dann gibt man sie in kochendes Wasser. Dann sind sie etwa in 20 Minuten  fertig. Man kann sie dann mit verschiedenen anderen gedünsteten Gemüsesorten mischen. Oder man kann sie zu einem Schwarzwurzel-Salat verarbeiten. Der ist auch lecker.

Schwarzwurzeln im  Pfannkuchen-Teig

Zutaten und Zubereitung

Man braucht dazu 500 Gramm Schwarzwurzeln: Die muss man schälen, in 5 cm lange Stücke schneiden und sofort in Essigwasser ( 4 EL Essig in 1 Liter Wasser) legen. Darin in 20 Minuten weichkochen. In der Zwischenzeit  1 Ei , 120 Gramm Mehl, 1 Esslöffel Olivenöl , etwas Salz  und Milch zu einem Pfannkuchenteig verrühren. Jetzt die Schwarzwurzelstücke gut abtropfen lassen, in den Teig   tauchen und  in einer Pfanne in erhitztem Öl auf beiden Seiten goldgelb backen. Dazu als Beilage Salat.

Neue Erkenntnisse beweisen: Schwarzwurzel sind das ideale Gemüse für Diabetiker. Sie sind reich am Kohlenhydrat Inulin, welches nicht verdaubar ist und daher den Blutzuckerspiegel nicht verändert und schnell satt macht. Daher wird die Bauchspeicheldrüse auch nicht überfordert. Da sie die Nerven stärken und beruhigen, werden Schwarzwurzeln von vielen Ärzten auch als Speise beim Burn out Syndrom empfohlen.

Schwarzwurzeln sind eine köstliche Speise und obendrein ein wertvoller  Beitrag für die Gesundheit. Wir sollten überlegen, ob wir dieses Gemüse nicht doch öfters in unseren Speiseplan einbauen. Auch wenn man viel Arbeit damit hat. Es gibt übrigens einen Tick, damit man keine Arbeit hat: Es gibt kochfertige Schwarzwurzel – in kleine Stücke geschnitten – als Tiefkühlware oder als Fertig-Salat im Glas.

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